Exklusive Einblicke in die historische Sammlung von Alfa Romeo

Erstellt am 15. Januar 2020
, Leselänge 3min
Text:
Museo Alfa Romeo
Fotos:
Museo Alfa Romeo 
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Bis zum Ende Februar sind 12 Exponate der historischen Kollektion zu sehen, die normalerweise eingelagert und somit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Im Laufe des Jahres 2019 sind diese Stücke wieder ans Tageslicht gebracht, untersucht, mobil gemacht und der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Exklusive Einblicke - Der Öffentlichkeit normalerweise vorenthalten

Was geschieht „hinter den Kulissen"? Im Laufe des Jahres 2019 hat das Alfa Romeo Museum in Arese eine Reihe von Terminen anberaumt, um jenen Teil der historischen Kollektion, der nicht ständig ausgestellt ist, sondern in den Depots verwahrt wird, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Einmal im Monat stand eines dieser „Objekte" - Automobile, Modelle, aber nicht nur - im Mittelpunkt eines Events namens Backstage: d.h. das Exponat wurde ein Wochenende lang ausgestellt und im Rahmen einer Hintergrundkonferenz der Öffentlichkeit präsentiert, gestützt durch vom Dokumentationszentrum bereitgestelltem Material und nach Möglichkeiten durch Direktaussagen von ehemaligen Mitarbeitern von Alfa Romeo, die an dem Projekt gearbeitet haben, wie auch durch Fachleute und Kenner.


Alfa Romeo 15 HP (1911).
Copyright / Fotograf: Museo Alfa Romeo

Bei dieser Gelegenheit wurden auch Fahrzeuge, die seit Jahrzehnten stillgelegt waren, wieder in Bewegung gesetzt und teilweise wieder auf die Piste gebracht. Im Laufe des Jahres 2019 hat das Museum also ausführlich 12 Kapitel der Geschichte von Alfa Romeo thematisiert. Diesen Kapiteln entspricht die gleiche Zahl von Exponaten, die anlässlich der Backstage Parade im Alfa Romeo Museum Arese alle zusammen ideell defilieren.

Exquisite Raritäten

Ausgestellt werden noch bis Ende Februar 2020 wenig bekannte Exemplare, wie der Alfa 6 in Weiss, der anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. in Mailand in gepanzerter Ausführung präpariert wurde. Ein weiteres Highlight ist der in einen Pick-up für die Feuerwehr umgebaute und in Balocco, dem Prüf- und Versuchszentrum von Alfa Romeo, stationierte 164 Q4; oder aber der 1900 M „Matta", der im Jahre 1967 zusammen mit einer Expedition von vier Giulia Super zu einer 27'000 km umspannenden Reise durch 24 Länder antrat, um mit dem Raid of Brotherhood and Peace eine Friedensbotschaft zu überbringen.

Dabei darf auch die „Mutter aller Giulias", d.h. der Erlkönig der Giulia, der auf dem Kühler das Datum 12. Dezember 1959 trägt nicht fehlen. Mit dabei ist auch der Alfa-„Vorfahre", der Darracq 8/10 HP: gebaut wurde er im Werk von Portello, aus dem im Jahre 1910 die Werkstätten A.L.F.A. hervorgehen sollten.


Die Mutter aller Giulias oder "Der Erlkönig": Alfa Romeo Giulia Prototipo.
Copyright / Fotograf: Museo Alfa Romeo

New Yorker Taxis, Wankelmotoren und futuristische Projekte

Es wurde im MoMa. von New York ausgestellt und war seiner Zeit weit voraus: Die Rede ist vom New York Taxi, das unter der Federführung von Giorgetto Giugiaro auf der Plattform des Alfa Romeo F12 entstanden ist. Weiterhin dabei ist der Prototyp des Tipo 103, ein futuristisches Projekt eines Kleinwagens der fünfziger Jahre.


Futuristisches Projekt der 50er-Jahre: Alfa Romeo Tipo 103.
Copyright / Fotograf: Museo Alfa Romeo

Im Rampenlicht stehen ausserdem der Wankelmotor sowie die Elektronische Motorsteuerung, technologisches Spitzenerzeugnis der achtziger Jahre, bei dessen Anwendung im Automobilwesen Alfa Romeo in vorderster Linie mitgewirkt hat. Ebenfalls zu sehen ist der „Aufriss" der Alfetta, anhand dessen man die Funktionsweise sämtlicher Komponenten, vom Karosserieaufbau bis zur Aufhängung, vom „Twin-Cam"-Motor bis zum Getriebe, vom gesamten Antriebsstrang bis zur Bremsanlage, erkennen kann.

Abgerundet wird die Exposition durch einige Objekte, die von dem Feingefühl und dem Engagement von Alfa Romeo über den Automobilbereich hinweg zeugen: Der zukunftsweisende Prototyp einer Küche, der während des 2. Weltkrieges entworfen wurde, aber nie in Produktion ging, sowie die Autoren-Skulpturen-Reihe „Alfa Romeo an seine Piloten", zwanzig Trophäen, die zwischen 1963 und 1982 von den grössten italienischen Künstlern realisiert wurden.


Alfa Romeo baute nicht nur Autos, wie einige wohl meinen, sondern sie versuchten sich auch an Küchen. Jedoch gingen diese nie in Produktion.
Copyright / Fotograf: Museo Alfa Romeo

Die Backstage-Ausstellung bleibt noch bis Ende Februar 2020 geöffnet. Anschliessend stehen die Exponate der historischen Kollektion von Alfa Romeo im Mittelpunkt der Backstage-Auflage 2020.

Weitere Informationen

Daten und Inhalte der nächsten Termine sind der Webseite von Museo Alfa Romeo zu entnehmen.

Bilder zu diesem News-Artikel

von 80******
23.01.2020 (13:42)
Antworten
AR Tipo 103 ist die leicht modifizierte Karosserie des Renault 8 ;-)
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