Der Mercedes-Benz CL 55 AMG “F1 Limited Edition” vor 20 Jahren als Coupé der Superlative

Erstellt am 18. Juni 2020
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Daimler AG
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Daimler AG 
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Rennsporttechnik für die Straße: Unter dieser Leitlinie präsentiert Mercedes-Benz Ende Mai 2000 und damit begleitend zur damaligen Formel-1-Saison den CL 55 AMG „F1 Limited Edition“. Er gehört zu den Oberklasse-Coupés der Baureihe C 215, die von 1999 bis 2006 gebaut wird. Der innovative Supersportler lehnt sich bei technischer Spezifikation und Design eng an das seinerzeit aktuelle Safety Car an, pilotiert von Bernd Mayländer.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG (C 215) (2001) - Das Official F1™ Safety Car inspiriert das Sondermodell „F1 Limited Edition“; Foto vom Großen Preis von Kanada, 10. Juni 2001.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Teures Sammlerstück

Nicht nur der Preis des Sondermodells von 330.000 DM sorgt für Exklusivität, auch die limitierte Stückzahl: Lediglich 55 Fahrzeuge werden bis 2001 gebaut. Damit ist es vom Start weg ein Sammlerstück. Die Fertigung des eindrucksvollen Coupés beginnt im Sommer 2000, und ausgeliefert wird es ab Herbst. Eines dieser äußerst seltenen Fahrzeuge befindet sich heute in der umfangreichen Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG F1 Limited Edition (2000) - gebaut wurden gerade mal 55 Exemplare, wovon sich heute eines bei Mercedes-Classic befindet.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Der CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ geizt nicht mit Reizen: Er hat einen AMG-V8-Hochleistungsmotor mit 5,5 Litern Hubraum. Dieser entwickelt 265 kW (360 PS) bei 5.500/min sowie ein Drehmoment von 530 Newtonmetern bei 3.150 bis 4.500/min. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Ein weiteres hervorstechendes Merkmal: Es ist das weltweit erste Automobil mit Straßenzulassung, das mithilfe einer Keramikbremsanlage verzögert. Bei einer Vollbremsung aus Höchstgeschwindigkeit erbringt sie eine Bremsleistung von bis zu 1.471 kW (2.000 PS). Dieser außergewöhnliche Leistungswert entsteht im Zusammenspiel der innen belüfteten Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik mit eigens entwickelten Achtkolben-Bremssätteln des Zulieferers Brembo.

Die Vorteile der bei Serienfahrzeugen seinerzeit völlig neuartigen Technologie liegen im sensiblen Ansprechverhalten, der extrem hohen Hitzebeständigkeit und dem geringeren Gewicht der Bremsscheiben, das gegenüber der konventionellen Stahlausführung um 60 Prozent niedriger ausfällt. Die spürbare Reduzierung der ungefederten Massen ermöglicht dem Fahrer des Sondermodells ein Plus an Fahrdynamik und Fahrspaß.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG F1 Limited Edition (2000) - Rund 250km/h Höchstgeschwindigkeit.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Hightech-Bremsscheiben aus eigener Fertigung

Die Presseinformation von Mai 2000 zum Sondermodell zitiert Mika Häkkinen, 1998 und 1999 Formel-1-Weltmeister auf McLaren-Mercedes: „Das wichtigste an einem Sportwagen ist nicht der Motor, sondern die Bremse.“ Die Bremsscheiben des Coupés fertigt das Mercedes-Benz Werk in Esslingen-Mettingen. Es ist ein Hightech-Verfahren: Kohlefaser, Kohlepulver und Harz werden unter hohem Druck in Form gepresst und dann bei 1.000 Grad Celsius gebacken. Nach dem Abkühlen erhalten die Bremsscheiben eine kurze mechanische Bearbeitung, bevor sie mit flüssigem Silizium behandelt werden. Die Kohlenstoffmatrix saugt das Silizium dabei wie ein Schwamm auf und reagiert zur Keramik.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG F1 Limited Edition (2000) - Der weltweit erste Einsatz einer Keramikbremsscheibe in einem Fahrzeug mit Strassenzulassung.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Eine besonders exklusive Ausstattung unterstreicht den Charakter des CL 55 AMG „F1 Limited Edition“. Äußerlich besticht das Fahrzeug durch das AMG-Styling. 8,5 Zoll (vorn) und 9,5 Zoll (hinten) breite 19-Zoll-AMG-Leichtmetallfelgen mit Reifen im Format 255/40 ZR 19 vorn und 285/35 ZR 19 hinten machen den sportlichen Anspruch deutlich. Geringere Einpresstiefen an den AMG-Felgen ergeben optimierte Spurweiten, was den CL 55 AMG in Kombination mit den verbreiterten hinteren Kotflügeln noch bulliger erscheinen lässt. Für besonders dynamische Fahrerlebnisse sorgt außerdem die sportlichere Abstimmung des ABC-Fahrwerks (Active Body Control). Antiblockiersystem, Bremsassistent und das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP® bekommen ebenfalls eine sorgfältige Anpassung an das neue Bremssystem.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG F1 Limited Edition (2000) - Die Felgen bestehen aus Leichtmetall und haben einen Durchmesser von 19 Zoll
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Motorsportaspekte im Interieur

Das ausschließlich in Brillantsilbermetallic lieferbare, exklusive Coupé unterscheidet sich in mehreren weiteren Ausstattungsdetails vom Serienpendant und dokumentiert seine Nähe zum damals aktuellen Safety Car der Formel 1. Dazu gehören „F1 Limited Edition“-Schriftzüge auf den vorderen Kotflügeln, auf den beleuchteten Einstiegsleisten und auf der Mittelkonsole, dort mit fortlaufender Nummerierung. Vordersitze in betont sportlicher Ausprägung mit optimierter Seitenführung, schwarz-silberne Lederbezüge mit eingestickten AMG-Logos, ein AMG-Sportlenkrad mit perforiertem Lederbezug, Zierblenden aus Carbon, der Automatik-Wählhebel in Leder-Carbon-Kombination sowie Fußmatten mit AMG-Logos setzen ebenfalls Motorsportakzente im Interieur.


Mercedes-Benz Typ CL 55 AMG F1 Limited Edition (2000) - das Interieur ist nicht minder exklusiv - man beachte den Schriftzug hinter dem Schalthebel.
Copyright / Fotograf: Daimler AG

Bilder zu diesem News-Artikel

von ar******
19.06.2020 (13:36)
Antworten
Es könnten auch 56 Exemplare gewesen sein und das kam so: Ein VIP-Kunde wollte unbedingt die Nr. 01/55. Die war aber schon an einen anderen VIP vergeben. Um keinen von beiden zu verprellen, schuf man kurzerhand noch die Nummer 00/55. Ob man dafür die 55/55 weggelassen hat oder die 00/55 zusätzlich gebaut hat, ist mir nicht bekannt.

Zu Vermeidung der zunehmend lästigen Balgereien um die originellen Nummern sind die meisten Limited Edition Kleinserien der Hersteller inzwischen nicht mehr fortlaufend nummeriert, sondern nur noch mit "One of ..." bezeichnet.
Antwort von ve******
25.06.2020 (23:17)
Das ist ja spannend. Dann wäre die Nummer 54 das letzte Fahrzeug aus der Serie (54 von 55)...
Wer könnte hierzu Auskunft geben?
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