Der Aston Martin Bulldog steht vor seiner Wiedergeburt

Erstellt am 9. September 2020
, Leselänge 3min
Text:
Simon Kwasny
Fotos:
Classic Motor Cars 
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Archiv 
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Der Bulldog sollte für Aston Martin ein neues Zeitalter einläuten. Mit der Vorstellung vom Lagonda hatte Aston Martin bereits einen Vorgeschmack gegeben, wohin die Entwicklung zukünftiger Fahrzeuge gehen sollte. Der Bulldog hatte nun die Aufgabe, diese Linie futuristischer Geradlinigkeit fortführen.

Ecken und Kanten, zu viele für den Auftraggeber

Jene Geradlinigkeit, gezeichnet von William Towns, brachte zwar bereits dem Lagonda einige Kritiker entgegen, wirkte dort aber trotzdem elegant und sportlich zugleich. Beim Bulldog hingegen, ging jegliche Eleganz verloren.

Der Wagen wirkte steif und unausgewogen. Dies sah der arabische Kunde, welcher den Bulldog in Auftrag gegeben hatte, auch so und sprang noch vor der Fertigstellung des Wagens ab. Man entschied sich, das Projekt trotzdem fortzuführen und den Bulldog in Kleinserienproduktion von 12 bis 25 Stück zu fertigen. Dazu kam es aber nie. Executive Chairman Victor Gauntlett entschied sich stattdessen, den Prototypen zu versteigern, um wenigstens das investierte Geld wieder hereinzubekommen.


Aston Martin Bulldog (1980) - mit geöffneten "Möwen-Flügeltüren"
Archiv Automobil Revue

Er wurde meistbietend an einen anderen arabischen Käufer veräussert, angeblich für eine Summe über 100’000 Pfund. Der Wagen verbrachte zunächst einige Zeit in den USA, bevor er wieder nach England gebracht wurde. Die originale Zweiton-Lackierung in Silbertönen wurde gegen eine zweitönige Lackierung in Grün eingetauscht und es wurden dem Bulldog kantigere Aussenspiegel verpasst.

Voll funktionsfähig

Der Bulldog Prototyp war aber vollständig funktionstüchtig. Offizielle Angaben wurden zwar nie veröffentlicht, Berichten zufolge leistete der Wagen aber um die 600 PS und schaffte satte 300 km/h Spitze. Die Kraft dazu schöpfte er aus einem 5.3-Liter-Alu-V8. Diese wurde durch ein ZF-Fünfganggetriebe an die Hinterräder übertragen.

Den Einstieg ermöglichten elektrohydraulische Flügeltüren. Im Innenraum wurde man dann von einem Panasonic-Radio-Kassettengerät, Klimaanlage, Connolly-Volllederausstattung, Wilton-Teppiche und z.B. Dreipunktgurte modernster Bauart aus Schweden begrüsst. Ein Rückfahrmonitor in der Mittelkonsole kam später hinzu.


Aston Martin Bulldog (1980) - Digitale Instrumente wie bei der Lagonda-Limousine
Archiv Automobil Revue

Ursprünglich war der Innenraum in einem edlen Braunton gehalten. Später wurde zu einem Hellbeige gewechselt. Ebenfalls wurde bei dieser Renovierung die Schaltkulisse vergoldet. Geschmacksache…

Weitere Informationen über die Bulldogge gibt es in unserem (historischen) Fahrzeugbericht, den man hier findet.

Der Bulldogge neues Leben eingehaucht

Der Prototyp befindet sich nun seit sechs Monaten in Restaurierung bei der britischen Firma Classic Motor Cars in Bridgnorth. Der Managing Director von Classic Motor Cars, Nigel Woodward, meinte zum Bulldog: “Das Auto ist in jedem Aspekt dramatisch designt und hat das Team wie kein anderes Auto inspiriert, an dem wir zuvor gearbeitet hatten. Als wir das Auto auseinander nahmen, enthüllte sich uns seine Geschichte und stelle uns oftmals vor die Frage, wieso ein gewisses Teil auf jene Weise verbaut wurde.”


Aston Martin Bulldog (1980) - überrascht immer weider von neuem
Copyright / Fotograf: Classic Motor Cars

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