60 Jahre Alpine

Erstellt am 8. November 2015
, Leselänge 3min
Text:
Werner Bartholai
Fotos:
Renault Communication 
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Archiv 
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Es war am 25. Juni 1955, als Jean Rédélé seine Firma “Alpine” gründete. Zu diesem Zeitpunkt verfügte der rennbegeisterte Franzose, der am 17. Mai 1922 geboren wurde, bereits über ein gerütteltes Mass an Erfahrung. Schon im Alter von 28 Jahren hatte er den Rennsport als ideales Erprobungsumfeld für Automobile erkannt. So nahm er 1950 erstmals mit einer Renault 4CV (1063) an der Rallye Monte Carlo teil und kurz später triumphierte er bereits bei der Rallye de Dieppe.


Jean Rédélé anlässlich der Monte Carlo Rallye im Jahr 1951
Copyright / Fotograf: Renault Communication

Von Giovanni Michelotti liess er sich eine Aluminium-Sportkarosserie auf die Plattform des Renault 4 CV schneidern. Während er auf die Fertigstellung wartete, nahm er im Renault 4 CV auch an den 24 Stunden von Le Mans teil und auch bei der Mille Miglia erreichte er eine gute Platzierung.

1953 war es dann soweit und Rédélé konnte erstmals mit seinem “Spéciale” starten und siegte gleich bei der Rallye de Dieppe, vor zwei Jaguar und einem Porsche. Weitere Erfolge folgten.

Der erste Streich

Bald nach der Gründung seiner Firma präsentierte Rédélé seinen ersten eigenen Sportwagen, den A 106, dessen Namen aus “A” für Alpine und “106” für die Nähe zum Renault 4 CV 1062 zusammengesetzt war.


Alpine A106 (1955) - frühes Serienmodell
Copyright / Fotograf: Renault Communication

Mit dem Segen Renaults konnte der schnelle Franzose seinen ersten eigenen Wagen fabrizieren, dessen Form wiederum in Zusammenarbeit mit Michelotti entstanden war. Von 1955 bis 1960 produzierte Alpine 251 Autos.


Alpine A106 (1955) - bei der Mille Miglia 1955
Copyright / Fotograf: Renault Communication

Die erste Berlinette

Auf den A106 folgte der A108. 236 Exemplare dieses Fahrzeugtyps entstanden zwischen 1958 und 1965, erstmals zu sehen war der A108 auf dem Pariser Autosalon im Jahr 1957.


Alpine A 108 (1961) - 'Berlinette Tour de France'
Archiv Automobil Revue

Es gab ihn in den verschiedensten Versionen, als Coupé, als Cabriolet und auch als Lizenzproduktion in Südamerika bei Willys, wo der Wagen dann Interlagos hiess.

Eine Legende wird geboren

Aus der A108 entstand die A110, die für beispiellose Rallye-Erfolge für die Marke sorgen sollte. 1962 wurde die Berlinette A110 erstmals gezeigt und von 1967 an wurden sie als Alpine-Renault A110 verkauft.


Alpine A 110 (1969) - die Berlinette war kurz und flach
Archiv Automobil Revue

Anfänglich von einem 1108 cm3 grossen Heckmotor angetrieben, wuchs der Hubraum auf 1255, 1296, 1565 und 1605 cm3. Die letzte A110 wurde im Jahr 1977 als 1600 SX mit einem 1647 cm3 grossen Motor verkauft.


Alpine-Renault A 110 (1968) - Vinatier am Coupe des Alpes 1968
Archiv Automobil Revue

In den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren war die Berlinette das Mass aller Dinge im Rallye-Sport, entsprechende Rallye-Sporterfolge dokumentierten dies eindrücklich. Dazu kamen erfolgreiche Teilnahmen in Le Mans mit Sportprototypen wie dem A210 oder A220.


Alpine-Renault A 210 (1967) - Gérard Larrousse und Patrick Depailler in Le Mans 1967
Copyright / Fotograf: Renault Communication

Mehr Luxus und Gran Tourisme

Ab 1973 kam mit der A310 ein deutlich grösserer und komfortablerer Sportwagen auf den Markt, erst mit dem 1600-er-Motor später mit dem PRV-2,7-Liter-Sechszylinder.


Alpine A-310 (1971) - Präsentation auf dem Automobilsalon in Genf im Jahr 1971
Archiv Automobil Revue

Es folgten GTA, V6 GT, V6 Turbo und A610, echte GT-Fahrzeuge mit Fahrleistungen auf Porsche-Niveau.


Renault-Alpine A 610 Turbo (1991) - mit dynamischem Auftritt
Archiv Automobil Revue

1995 beendete man in Dieppe die Produktion von eigenen Sportwagen und konzentrierte sich auf spezielle Renault-Fahrzeuge wie den Renault Sport Spider und den Clio V6, doch die eigenen Wurzeln gingen nicht vergessen und immer wieder tauchten Konzeptfahrzeuge mit dem Namen Alpine auf.

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