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Mercedes-Benz 300 SL Gullwing (1956)

Kienle Restauration. Komplett verifiziert matching #s

Preis: 1'650'000.- CHF, 8000km, 215 PS (158.13 kW), Heiligkreuz, Schweiz

Beschreibung

Der Anfang
Wenn man von Supersportwagen spricht, dann fallen normalerweise die bekannten Namen zuerst; Ferrari, Lamborghini, Porsche und McLaren (Liste ist selbstverständlich nicht vollständig). Aber Mercedes-Benz? Das sind doch jene, welche Taxen, SUV's und Sprinter bauen, weniger denn eben die Rekorde jagenden PS-Monster als feste Grössen auf der Nordschleife. Aber wer hat eigentlich damit angefangen, auf Rennwagen basierende Supersportler für Hans Meier zu bauen? Porsche? Nö. Ferrari? Nicht direkt. Zugegeben, die Frage an den Leser ist eher rhetorisch gemeint, weil die Antwort auf diese Frage gerade auf deinem Bildschirm ca. 1.3 Millionen Pixel an Platz einnimmt. Ja, es war genau dieses Auto, welches die Fahrzeugklasse der Supersportler nicht nur salonfähig, sondern des roten Teppichs würdig gemacht hat. Unten drunter ein Gitterrohrrahmen, ob die wohl eindeutig schönste Karosserieform aller Zeiten. Kaum ein Auto aus deutscher Serienproduktion (1400 Stk.) hat vorher und nachher so viel Glamour verströmt und war gleichzeitig auch noch das schnellste, was man für eine Menge Geld kaufen konnte. Nicht zuletzt deswegen fanden auch viele Autos ein Zu Hause in prominenter oder gar majestätischer Garage. Dieses Exemplar hier, war die Nummer 125, welche vom Band gerollt ist.

Der Mythos und die Ikone
Eigentlich war das ja alles ein wenig Zufall. Diese so ikonischen und unverwechselbaren Flügeltüren (Gullwings) war weniger ein gewolltes und mutiges Designkonzept, es ging halt einfach nicht anders. Konstruktionsbedingt liessen sich an dem SL keine herkömmlichen Türen mit den Scharnieren an der A-Säule befestigen. Unter den hohen Seitenschwellern verläuft nämlich eben jener, übrigens sehr leichte Gitterrohrrahmen, welchen man quasi fast unverändert aus den Rennversionen des 300 SL übernommen hatte. Und damit verlieh man dem Auto nicht nur ein technisches, aber vor allem ein optisches ein Alleinstellungsmerkmal, welches an Exklusivität nicht zu überbieten war. Und es war auch nicht wirklich geplant, diesen zivilen Ableger aus dem Motorsport überhaupt in Serie zu bauen. Max "Maxie" Hoffmann, seines Zeichens Autohändler in den USA war derjenige, welcher den Stein ins Rollen brachte. Er wollte nicht nur einen 300 SL als Strassenversion haben, er wollte gleich 1000 Stück und damit dem US-amerikanischen Markt, sagen wir mal, bereichern. Damit hat er beim damaligen Vorstand der Daimler AG einen Nerv getroffen. Schlussendlich gingen ca. 1'100 Stück zu Uncle Sam, über die restlichen 300 Stück musste sich der Rest der Welt streiten. Der Rest ist Automobilgeschichte.

Showstopper
Und heute stehen wir vor eben der Nummer 125. Und was uns anbelangt, wir sitzen auch drin. Hinter dem elfenbeinweissen Lenkrad, welches man zu ein und aussteigen herunterklappen kann. Unser Blick schweift über das Armaturenbrett, einer Mischung aus rotem Leder, Chrom, Glas, Aluminium und Lack. Der Geruch des Innenraums ist absolut einmalig und mit keinem zweiten Auto zu verwechseln. Nicht nur dass man die hervorragende Qualität der Restauration Firma Kienle Automobiltechnik sehen kann, man kann sie auch riechen. Was den Innenraum anbelangt, kann man sie auch tatsächlich hören. Wer die Türen schliesst stellt fest, dass das Schliessgeräusch ebenso seinesgleichen sucht. Es klingt weniger wie eine normale Autotür, sondern eher wie ein grosser Gefrierschrank. Wumpf! Zu.

Von aussen sieht es, und das will etwas heissen, tatsächlich noch viel besser aus. Es gibt kaum eine Perspektive, also eigentlich keine, aus welcher der Gullwing nicht wie eine völlig unwirkliche Mischung aus Auto, Design und Technik daherkommt. Man hat unweigerlich den Gedanken;" Warum sollte man eigentlich ein Auto anders zeichnen?".

Der Innenraum
Willkommen in der filigranen Opulenz des 300 SL'. So komplex, wie der 198er damals in seiner Technik war, so einfach war dessen Bedienung. Und das ist verständlich, es war schliesslich das Ziel der Konstrukteure, das Auto trotz seines Rennwagenkerns auch für jedermann und jederfrau zum alltäglichen und charmanten Begleiter zu machen. Dabei hat man nicht vergessen, dass das Auto auch für Copiloten angenehm sein soll. Nicht nur, dass man dort eine Heizung mit separater Regelung verbaut hat, es gab auch noch eine Hupe für den Beifahrer. Genau, der Copilot konnte nach eigenem Ermessen Hupen, soviel er wollte, ein Druck auf den Knopf neben dem Zigarrenanzünder genügte.

Abgesehen von der Ergonomie ist der Innenraum des Flügeltürers einfach ein wunderschöner Ort, um zu sein. Die Materialien sind von absolut höchster Qualität und die Verarbeitung derer wurde auch von uns, bestenfalls ein einziges Mal so gesehen. Wir müssen es einfach nochmal erwähnen, aber die Firma Kienle setzt diesbezüglich allerhöchste Massstäbe, an welchen sich so manch anderer Betrieb messen lassen muss. Und dies wohlgemerkt, 18 Jahre nachdem dieser 300 SL seine Reinkarnationsstätte in Heimerdingen verlassen hat. Uns schüttelt es, wenn jemand sagt, "besser als neu". Aber hier können wir nur anerkennend nicken.

Schäden? Keine. Abnutzungserscheinungen? Nö. Dafür aber ein wunderschönes Kofferset, welches für die eher rudimentären Volumen des eigentlichen Kofferraums entschädigen. Dort macht sich nämlich ein originales Notrad, ein originales Werkzeugset und ein originaler Wagenheber breit und lang.

Dynamik
215 PS und 280 Nm. So viel Leistung bringt der Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum und einer komplexen mechanischen Direkteinspritzung, welche übrigens gerade eben von der Firma "Swiss Classic Car" komplett überholt wurde. Kurze Anmerkung; auch hier muss man mehr als nur ein Lob aussprechen. Als Marco, Tommaso und Daniel bei uns den Erstkontakt hatten mit dem damals noch kränkelnden 300 SL hatten fiel uns sofort auf, dass man hier nicht nur Freude, sondern sehr, sehr viel Leidenschaft für die Materie, die Marke und speziell, für den Gullwing hat. Absolut erfrischend und in höchstem Masse professionell. Apropos frisch....

Nun, da wir diesen Benz das letzte mal um 2016 (er)fahren durften, benötigte es einer Auffrischung. Also, eigentlich nicht, weil, so ein Auto bleibt in den Gehirnwindungen auch nach so vielen Jahren noch absolut präsent. Umso schöner zu sehen, dass der Sternträger keine seiner Tugenden eingebüsst hat. 215 PS auf rund 1250kg Leergewicht, das ist eigentlich nicht gerade wenig und vor allem nicht für ein Auto mit 65 Jahren auf dem Zähler. Also ja, das Auto marschiert ab 4'000 Umdrehungen ordentlich und ich mag mich mal aus dem Fenster lehnen, aber die von Hoeckle neu aufgebaute Maschine hat vermutlich ein paar Pferde mehr als die 215 werksverbauten Fluchttiere. Da Auto ist, auf seine wirklich sehr spezielle Art, schnell und vermittelt ein gewisses Mass an Zuversicht. Nicht zuletzt wegen der Lenkung, welche sehr direkt, aber nicht zu giftig Richtungswechsel so umsetzt wie man sich das als Fahrer wünscht. Aber Vorsicht....

Die Hinterachse will erhört sein. Mutwillig herbeigeführte Lastwechsel in schnell gefahrenen Kurven sollte man sich vorher gut überlegen, denn die hintere Hälfte des Benz' hat Tendenzen zum Ausfallschritt. Man muss sich ein wenig bewusst sein, so einfach und leicht wie sich der SL im normalen Strassenverkehr fährt, er ist im Herzen immer noch ein Rennwagen, er hat die Gene eines Raubtiers, welches eine kundige Hand erfordert. Wer den Willen dieses Tiers brechen will, wird mit Gegenwehr rechnen müssen und im schlimmsten Falle, wird es eine zu forsche Fahrweise mit unerwarteten Adrenalinschüben bestrafen. Nicht dass wir mit dem Auto so weit gegangen wären, aber wer dem durchaus kommunikativen W198 zuhört, wird schnell merken, dass das Auto keine Gefangenen macht. Am Ende jedoch ist das Auto eine absolute Muss-Erfahrung für jeden Petrolhead, der SL ist mit keinem anderen Auto vergleichbar.

Die 3-Liter Maschine ist immer noch die erste, welche 1956 mit der Karosserie und dem Chassis verheiratet wurde. Zwischenzeitlich wurde aber eine Auszeit genommen, nämlich als man zwischen 2001 und 2003 das Auto einer Komplettrestauration unterzogen hat. Die daraus resultierenden Motorendaten, Masse und Kompressionswerte wurden innerhalb der umfangreichen Dokumentation der Wiederherstellung umfangreich protokolliert. Nicht nur in Zahlen, sondern auch in Bildern.

Zustand
Wie soll man den Zustand eines absolut perfekt restaurierten und ebenso perfekt gewarteten Autos umschreiben, ohne dass es klingt wie bei Harry Wijnvoord? Ich versuch's mal; An der Karosserie findet sich kein einziger Makel, eine Delle oder sonst etwas, was die optische Erscheinung stört. Die Lackierung ist perfekt ausgeführt worden. Aus dem Motorraum könnte man, wenn man denn wollte, essen. Sämtliche Gummidichtungen sind weder porös, grau oder sonstwie gealtert. Der Innenraum sieht so gut aus, wie er riecht, alles funktioniert, nicht klappert, scheppert oder ist lose. Die Teppiche und die Lederteile sind frei von Abnutzung oder Beschädigungen. Und die Technik macht nach einer umfangreichen Überarbeitung, keinerlei Grund zur Sorge. Auch deswegen, weil das Auto die letzten 28 Jahre im selben Besitz seit der Restauration, auch regelmässig und vor allem auch dann gewartet wurde, wenn es eigentlich gar nicht nötig war. Ein entsprechendes Reparatur- und Servicetagebuch dazu ist selbstverständlich vorhanden, genau wie das Wartungsheft und zwei Ordner voll mit Dokumentation, Bildern, Belegen, Rechnungen und viel Korrespondenz.

Schlussendlich können wir für denjenigen, welcher sich ein ausführliches Bild über den Zustand des 300 SL machen möchte, drei Möglichkeiten anbieten; entweder man führt sich die bis dato rund 130 Detailbilder des Autos in unserer Galerie zu Gemüte, fragt uns nach den hochauflösenden Bildern zum Download (gerne per Kontaktformular) oder was sicherlich die beste Lösung ist, kommt bei uns vorbei und schaut sich den SL in aller Ruhe an und fährt ihn gerne auch zur Probe.

Originales und Originelles
Wir können das relativ kurz halten: Das Auto steht aktuell genau so da, wie es das Werk verlassen hatte (komplett matching #s). Einzige Ausnahme; der Innenraum ist aktuell in rotem Leder gehalten, die Erstauslieferung ist in schwarzem Leder erfolgt. Ansonsten entspricht das Auto komplett der Auslieferung vom 28. Mai 1956. Dazu gehören folgende Zahlen und Sonderausstattungen:

Produktionsjahr: 1956
Versandtag: 28.05.1956
Fahrgestellnummer: 1980406500125
Motornummer: 1989806500125
Chassisnummer: 1980406500119
Getriebenummer: 6500121
Vorderachse: 6500125 li / 6500125 re
Hinterachse: 6500140
Lenkung: 6500156
Motor: Sauger
Hubraum: 2996ccm
Zylinder: Sechs in Reihe, längs eingebaut, 45° geneigt
Leistung: 215 PS bei 5800 U/min
Drehmoment: 280Nm bei 4600 U/min
Kraftstoffsystem: Direkteinspritzer (mechanisch)
Ventilsteuerung: Duplex Steuerkette
Getriebe: Vier Gänge manuell
Antrieb: Heck
Höchstgeschwindigkeit: ca. 260 km/h
Gewicht: 1295kg
Sonderausstattungen nach der Restauration:

Radio Becker Mexico (anstelle des original verbauten Becker LeMans)
elektr. Zündanlage
leistungsstärkere Lichtmaschine
Wechselpatrone für den Luftfilter
Warnblinkanlage
2-Punkt Sicherheitsgurte
Bouclé Fussraumteppiche
Konistossdämpfer
Motorbelüftung mit Öltank
Batteriehauptschalter
Wärmeschutzverkleidung über dem Auspuff
Zylinderkopf umgerüstet für bleifreien Kraftstoff
Umbau Klappenstutzen auf manuell einstellbare Düsen
Umbau der Einspritzpumpe auf neues Gehäuse mit Öllecksperre
Kofferset original

Auf Anfrage hin können wir gerne die kompletten Unterlagen, wie die Dokumentation der Restauration, die Messprotokolle, die Datenkarte und eine ausführliche Dokumentation per Mail oder Download zustellen. Hierfür bitten wir einfach um eine kurze Nachricht via Kontaktformular.

Noch mehr Bilder (ca. 130 Stk.) dieser wunderschönen Ikone findest Du auf unserer Website. Solltest Du Interesse an oder Fragen zu diesem Fahrzeug haben, benutze bitte das untenstehende Formular oder ruf uns unter untenstehender Nummer an. Wir werden uns selbstverständlich zeitnah bei Dir melden.

Fahrzeuggrunddaten

Marke:
Mercedes-Benz
Typ:
300 SL Gullwing
Jahrgang:
1956
Anzahl Zylinder:
6 Zylinder
Hubraum in cm3:
2996 cm3
PS:
215 PS (158.13 kW)
Gewicht:
1295 kg
Kilometerstand:
8000 km
Getriebe:
Handschaltung
Fahrzeugart:
Coupé
Anzahl Türen:
2 Türen
Farbe:
Silber
Interieur:
Leder
Interieurfarbe:
Rot
Zustand:
1

Zulassungen

Letzte TÜV/MFK/MOT:
22.06.2016
FIA-Pass:
Nein
FIVA-Pass:
Nein
Veteranen-Ausweis (CH):
Ja
H-Kennzeichen (D):
Nein

Preis:

1'650'000.- CHF

Angaben zum Verkäufer

Gasoline Kitchen GmbH
Untergasse 66
8888  Heiligkreuz
Schweiz
Telefon:
Telefonnummer anzeigen

Fahrzeugstandort

8888 Heiligkreuz (Schweiz)

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