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McLaughlin Light Six Touring (1918)

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Preis: 29'900.- EUR, 59 PS (43.39 kW), Dornstetten, Deutschland

Beschreibung

Das Wort Automobil kommt aus dem Griechischen und bedeutet Selbstbeweger. Es bezeichnet somit eine Maschine, die sich aus eigener Kraft bewegen kann. So ganz ohne von Pferden, Ochsen oder Menschen gezogen oder rumgeschoben zu werden. Toll! Und so etwas gibt’s wirklich? Ja, gibt es – und schon ganz schön lange. Das hier angebotene Automobil macht zum Beispiel seit 103 Jahren seinen Job – und den ganz gut, sagt sogar der TÜV, der gerade seinen Stempel draufgeklebt hat. 103 Jahre? Da haben die Siegermächte des 1. Weltkriegs gerade die deutschen Kolonien unter sich aufgeteilt und Asbach Uralt war noch gar nicht uralt, sondern noch eine ganz junge Firma. In Burladingen wurde Trigema gegründet – die hatten damals aber noch keinen Affen. Und es dauerte noch fast zwanzig Jahre bis Elvis Presley überhaupt geboren wurde.

Wenn eine Maschine seit 103 Jahren funktioniert, dann ist das eine richtig gute Maschine. Robust wie ein Tiger Panzer und genügsam wie der Esel von Maria und Josef. Damals waren Konstrukteure und Arbeiter noch richtig stolz auf das, was sie da zusammengebaut haben. Nix mit eingebautem Verschleiß und irgendwelchen Zahnrädchen, die nach zehn Jahren zerbröseln wie ein altes Weihnachtsplätzchen. Eisen, Holz und Kautschuk statt Dünnblech und Plastikgelumpe.

Der Reihensechszylinder aus Gusseisen ist nicht schamhaft in einem Motorraum versenkt und unter einem großen Plastikdeckel versteckt. Er steht stolz und selbstbewusst, wie ein königlicher Leibgardist vor Buckingham Palace. Der laufende Motor hat eine technische Ästhetik aus durchdacht aufeinander abgestimmten Bauteilen, die einander präzise zuarbeiten. Man kann sehen, wie sich Stößelstangen auf und ab bewegen, wie Kipphebel tickern und ein kürzbarer, lederner Riemen das doppelte Lüfterrad dreht. Welch schönes, mechanisches Ballett. Dazu gibt es noch richtig Geruch und schönes Geräusch. Wer gerne dem Gestänge einer Dampflok zuschaut oder den sanft stampfenden Dampfmaschinenantrieb eines Schaufelraddampfers bewundert, der wird hier glücklich.

Und das Auto ist ungemein praktisch. Die Fondpassagiere können die Füße ausstrecken wie in der First class von Singapore Airlines. Es passen hinten aber auch zwei Schafe oder drei Ziegen rein. Das Auto kann anschließend mit dem Besen ausgefegt werden – der Boden besteht aus inzwischen über 100 jährigen Holzbohlen.

Der Fahrer, der hier noch ein Maschinist ist, bedient ein hölzernes Lenkrad mit Zündverstellhebel, ein 3-Gang-Schaltgetriebe, das sogar einen Rückwärtsgang hat, zwei Schalter – einen fürs Licht und einen für die Zündung und drei Armaturen. Armaturen waren damals noch handgemachte, fürchterlich teure Präzisionsinstrumente. Gleich drei davon war schon üppiger Luxus. Sicherheitsgurte gab es nicht, man starb noch wie ein Mann. Erst viel später kamen die Menschen dann auf die sonderbare Idee, sich im Auto festzubinden. Alle 30 km hält man an und tränkt mit einem Ölkännchen die Filzpolster der Stößelstangen, denn die laufen ja nicht im Ölbad. Das macht aber richtig Freude und die Bevölkerung nimmt gerne und dankbar an der kleinen Zeremonie Anteil.

Wer hat denn dieses technische Wunder erbaut? Das war McLaughlin. Klingt wie eine Whisky-Destille in den schottischen Highlands, war aber mit 25.000 Pferdekutschen pro Jahr ursprünglich der größte kanadische Kutschenhersteller. 1907 begann man in Kooperation mit Buick Automobile zu bauen und auch zu exportieren. In Australien waren McLaughlin Automobile so verbreitet, dass viele Australier meinen, McLaughlin sei eine australische Firma gewesen. Wegen der technischen Nähe zu Buick – im Grunde Lizenzbauten- ist die Ersatzteilversorgung erstaunlich gut. Übrigens waren die Automobile technisch schon sehr innovativ: Ein elektrischer Starter war bereits 1914 serienmäßig. Da hat Carl Benz seine Kunden noch kurbeln lassen.

Für erstaunlich wenig Geld gibt es hier einen echten zulassungsbereiten Oldtimer mit deutschen Papieren. Die Warnblinkanlage ist zwar scheußlich, der TÜV hat aber darauf bestanden. Dafür darf man ganz legal auf allen öffentlichen Straßen fahren. Alle, die Freude an echter Mechanik haben und kernige Maschinen mögen, sollten sich diesen McLaughlin einmal näher ansehen.
Die Farbtöne der Lackierung sind foto- und lichttechnisch bedingt leider nicht korrekt wiedergegeben. Tatsächlich handelt es sich um ein gediegenes dunkleres weinrot mit passenden tiefdunkelbraunen Kotflügeln.

Fahrzeuggrunddaten

Marke:
McLaughlin
Typ:
Light Six Touring
Jahrgang:
1918
Anzahl Zylinder:
6 Zylinder
Hubraum in cm3:
3966 cm3
PS:
59 PS (43.39 kW)
Gewicht:
1240 kg
Getriebe:
Handschaltung
Fahrzeugart:
Cabriolet / Offen
Anzahl Türen:
4 Türen
Einsatzmöglichkeiten:
Strasse, Ausstellung
Farbe:
dunkelrot und dunkelbraun
Interieur:
Andere
Interieurfarbe:
braun
Zustand:
keine Angabe

Zulassungen

Letzte TÜV/MFK/MOT:
01.09.2021
FIA-Pass:
Nein
FIVA-Pass:
Nein
Veteranen-Ausweis (CH):
Nein
H-Kennzeichen (D):
Ja

Preis:

29'900.- EUR

Logo von Spezialist «Classic Cars Dornstetten GmbH»

Angaben zum Verkäufer

Classic Cars Dornstetten
Freudenstädter Str. 28-32
72280  Dornstetten
Deutschland
Telefon:
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Fahrzeugstandort

72280 Dornstetten (Deutschland)

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