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Der eingebremste Hase

Bruno von Rotz
12.05.2022

VW Rabbit GTI von 1984 (© AR)

Die ersten Katalysatorfahrzeuge kamen hierzulande Mitte der Achtzigerjahre auf die Strasse, frühe Exemplare kamen dabei – u.a. zu Versuchszwecken – meist direkt aus den USA, wo man schon etwas mehr Erfahrung mit bleifreiem Benzin und Abgasnachbehandlung mit Kat hatte.

Tests der Automobil Revue im Jahr 1984 zeigten allerdings, dass sich ein Mercedes-Benz 190 E 2.3 oder ein VW Rabbit GTI nach USA-Manier deutlich mehr Treibstoff genehmigte, als die höher verdichteten Europa-Versionen ohne Katalysator. Vor allem aber sank auch die Leistungsausbeute. Beim Mercedes 190E waren es 115 PS anstatt 122 PS, beim Golf/Rabbit sogar nur 91 anstatt 112 PS. Der Golf-Motor hatte durch eine Verdichtungsreduktion von 10:1 auf 8.5: 1 deutlich mehr eingebüsst, was sich auch in den Fahrleistungen sofort zeigte. 10,9 Sekunden nahm sich der amerikanische Golf für den Spurt von 0 auf 100 km/h und er verbrauchte 10,9 Liter pro 100 km. Die ganze Sportlichkeit war weg, kein Wunder meinte die Automobil Revue:
“Mit der Einführung von niedrigoktanigem unverbleitem Normalbenzin, welches zwar die wirkungsvolle Abgasreinigung mittels Katalysator möglich macht, ist es in Europa wohl nicht getan. Wir möchten abgasarme, aber trotzdem sparsame Fahrzeuge fahren.”

Die europäische Autoindustrie folgte diesem Ruf, schliesslich liess der initial eingeführte europäische Bleifreitreibstoff mit 95 Oktan auch höhere Verdichtungen zu. Leistungseinbussen gab’s zwar auch in Europa, aber die lagen eher im Fünfprozentbereich. Der Rest ist Geschichte …

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