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Das Phantom der NASCAR

Paul Krüger
10.05.2022

L.W. Wright neben seinem Chevrolet Monte Carlo mit der Startnummer 34

Man stelle sich das einmal vor: da bekommt ein Typ, von dem noch nie jemand gehört hat, die Möglichkeit, bei einem Rennen in der höchsten Motorsportklasse seines Landes anzutreten, einfach nur weil er die Meldegebühr bezahlt. Und niemand stellt irgendwelche Fragen – bis der mysteriöse Neuling nach dem Rennen genauso schnell und spurlos verschwindet, wie er erschienen war.

Ende April 1982 meldete ein gewisser L.W. Wright sich und sein Team "Music City Racing" für das NASCAR-Rennen in Talladega (Alabama) am 2. Mai an. Als Sponsoren nannte der Mann, der nach eigener Aussage bereits 43 Grand-National-Rennen bestritten hatte, mehrere Country-Sänger aus Nashville (Tennessee) – die weder von ihrem Glück wussten, noch (darauf angesprochen) überhaupt jemals von dem angeblichen Rennfahrer gehört hatten. Trotzdem durfte Wright am Qualifying zum Winston 500 teilnehmen, bei dem er sich in seinem gebrauchten Chevrolet Monte Carlo aus dem Vorjahr für den 36. von 40 Startplätzen qualifizierte.

Das 500-Meilen-Rennen am Sonntag endete für L.W. Wright jedoch bereits nach 13 von 188 Runden. Den Ergebnislisten zufolge ist er mit einem Motorschaden ausgeschieden. Nach anderen Quellen wurde er disqualifiziert, weil er die minimale Durchschnittsgeschwindigkeit von 180 Meilen pro Stunde (290 km/h) nicht halten konnte. Gut möglich, dass das Erste zum Zweiten führte. Im Rennkommentar heisst es nur "Schwarze Flagge für einen der Hinterbänkler" ohne weitere Erläuterung. So oder so stellte Wright seinen Chevy nach nicht einmal einem Zehntel der Renndistanz im Fahrerlager ab.

Daraufhin kassierte er sein Preisgeld für den 39. Platz (David Simko war bereits in der 4. Runde ausgeschieden) in Höhe von 1545 Dollar bei der Rennleitung ein und verschwand – für die nächsten 40 Jahe. Erst als kurz darauf sämtliche Schecks für Wagen, Reifen und Ersatzteile platzen, dämmerte den übrigen Beteiligten, dass sie womöglich einem Betrüger auf den Leim gegangen waren.

Seither ranken sich wilde Spekulationen und abstruse Mythen um den geheimnisvollen Gaststarter, dessen wahre Identität wie sein Verbleib vier Jahrzehnte lang ein Geheimnis blieb. Bis ihn der Journalist und NASCAR-Historiker Rick Houston Anfang dieses Jahres endlich aufspüren konnte. Der heute 73-jährige Larry Wright besitzt noch immer seinen Rennanzug vom Winston 500 1982 – und erinnert sich natürlich ein wenig anders an die Ereignisse in Talladega. Im Interview für Houstons Scene Vault Podcast schildert Wright seine Sicht der Dinge. Ein wenig Skepsis ist beim Anhören sicher ratsam – schliesslich hat Wright die Motorsportwelt schon einmal reingelegt.

Die ganze Geschichte erzählt Philipp Körner bei Auto, Motor und Sport

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