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Ausgleichende Gerechtigkeit?

Daniel Reinhard
19.12.2021

Massa und Hamilton im Jahr 2008 (© Daniel Reinhard)

Max Verstappen gewann vor einer Woche, am vergangenen Sonntag, in der allerletzten Runde, nur ganz wenige Kilometer vor dem Ziel gegen Lewis Hamilton die Weltmeisterschaft. ‘Ungerechtigkeit’ schrieen die Medien, vor allem in England.
Doch erinnern wir uns an 2008, als Felipe Massa, der nichts hätte besser machen können, das letzte Rennen bravourös im Ferrari für sich entschied und für rund 21 Sekunden Weltmeister war. Doch genau in diesen wenigen Sekunden, nur wenige hundert Meter vor dem Ziel, verlor Timo Glock seinen fünften Platz an einen gewissen Lewis Hamilton, der damit dem Brasilianer den bereits sicher geglaubten Titel doch noch entreissen konnte.

Für mich bedeuten die Geschehnisse vom letzten Sonntag doch irgendwie ausgleichende Gerechtigkeit.

Mercedes machte zu viele Fehler, da müssen sich Toto Wolff und Lewis Hamilton auch selbst in den Allerwertesten beissen. Denn als erstes, frage ich mich, wieso man nicht bereits dieses Jahr das Ausnahmetalent George Russell in den Mercedes gesetzt hat. Mit Valtteri Bottas kann man unmöglich eine enge Kiste gewinnen, dazu ist er meist nicht dort, wo er im entscheidenden Moment sein sollte. Der Kollege konnte auf Platz acht seinem Teamkollegen keinen Schutzschild bieten, so wie dies ein Sergio Perez für Verstappen leistete. Hut ab, das war absolut genial.

Zweitens, war man sich bei Mercedes zu sicher, dass es keinen Neustart mehr geben wird, und holte Hamilton nicht zum Reifenwechsel an die Box. Mit den völlig abgelutschten Dingern hatte er gegen den wilden Holländer nicht die geringste Chance. Mercedes wollte noch in Berufung gehen, doch Gott sei Dank verzichteten sie darauf, die verpasste WM anzufechten, was nur gut für den Sport sein kann.

Ein Gedanke, der von Fernando Alonso kam, könnte man vielleicht weiterverfolgen: Wieso kürt man in Ausnahmesituationen wie dieser nicht zwei Weltmeister? Diese Situation würde wohl nur alle hundert kalten Wintern überhaupt zum Einsatz kommen. Beide Kontrahenten hatten 2021 den Titel wirklich verdient, vielleicht der Holländer ein wenig mehr, da er in Zahlen (Rennsiege 10:8, Pole-Positionen 10:5 und schnellste Rennrunden 6:6) doch erfolgreicher war.

Am Ende aber durften wir eine absolut geniale Saison erleben, die mit vielen Hochs und Tiefs zwischen den beiden Renngegnern verbunden war. Im grossen und ganzen aber verhielten sie sich doch sehr fair, ganz im Gegensatz zu ihren Teamchefs, die immer dazwischenfunken mussten und selbst für den TV-Geniesser so richtig lästig wurden.

Wir freuen uns schon jetzt auf den Grosskampf 2022, wo mit George Russell und Lando Norris hoffentlich zwei weitere Kandidaten ins Scheinwerferlicht rücken werden.

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