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Patina extrem

Bruno von Rotz
07.09.2021

Opel Olympia Caravan von 1956 auf der IAA Mobility in München 2021 (© Bruno von Rotz)

Es war im März 1956, als ein nagelneuer Opel Olympia Caravan zum ersten Mal für den Strassenverkehr zugelassen wurde. 20 Jahre lang diente er dem ersten Besitzer treu, dann wechselte er die Hand. Bis heute war er fast stets zugelassen.

Im Jahr 1977 stand der Opel dann zum Verkauf, mit frischem TÜV und komplett gereinigt. DM 500 hätte der Rüsselsheimer kosten sollen, doch keiner wollte den Kombi kaufen.

Anstatt den Wagen wegzuwerfen, wurde er einfach weiterhin gebraucht, z.B. als Baufahrzeug. Im Jahr 1978 nahm der Caravan bei der ersten "Autos Avus Attraktionen" AAA Messe in Berlin 1978 gesichtet (das Fahrzeug hinter dem Käfer, wir bedanken uns bei Joachim Quednau für das zeitgenössische Foto).

Corso AAA Avus Berlin 1978 (© Joachim Quednau)

Gepflegt wurde der Opel nicht mehr, da er nun als wertlos galt.

Nach vielen Jahren entschied der Besitzer, den Caravan in seinem “wahren Originalzustand” zu belassen, mit der ursprünglichen Technik und Gebrauchspuren, Beulen, Rost und Schmutz. Einige Male drohte die Ausserverkehrssetzung, aber der Besitzer hält dem Wagen die Treue.

Details am Opel Olympia Caravan von 1956 auf der IAA Mobility in München 2021 (© Bruno von Rotz)

Und so steht er auch heute noch auf den Strassen Kreuzbergs, fahrbar und mit gültiger TÜV-Plakette. Mit seiner extremen Patina stellt er ein Extrem des mobilen Kulturguts dar.

Anschauen kann man ihn sich diese Woche an der IAA Mobility in München in der Halle B4. In keiner anderen Halle hat es übrigens mehr Automobile als in dieser besagten Halle B4 und fast alle sind auch noch von einem Verbrennungsmotor angetrieben!

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von wi******
07.09.2021 (16:51)
Antworten
https://www.motor-talk.de/news/dieser-opel-wurde-seit-40-jahren-nicht-gewaschen-t6050870.html
von ud******
14.09.2021 (08:12)
Antworten
H-Kennzeichen-fähig in Deutschland ist er lt. den Bestimmungen wohl leider nicht, obwohl er sich im originalen und nicht im (über)restaurierten Zustand präsentiert.
Antwort von ne******
14.09.2021 (14:26)
In dem Zusammenhang kann ich auf die Äußerung eines Classic Data Gutchters verweisen: "Der kann wohl einen".
Antwort von ne******
14.09.2021 (16:38)
Muss natürlich heißen: "Der kennt wohl einen."
von br******
14.09.2021 (09:26)
Antworten
Schon erstaunlich, aber wenn die tragenden Teile OK sind sowie Bremsen und weitere wichtige Elemente (vom Licht bis zu den Scheibenwischer und Hupe....) funktionieren, wieso eigentlich nicht! Ich möchte gerne den Eintrag im Fz-Ausweis unter "Farbe" sehen ;-)
von mi******
14.09.2021 (14:57)
Antworten
Im Audi-Museum in Ingolstadt steht ein Horch in ähnlichem Zustand und abenteuerlicher Historie!!!!!!
von su******
15.09.2021 (08:08)
Antworten
Ich hoffe, dass endlich ein Wandel in der Oldtimerszene passiert. Es handelt sich doch um alte Fahrzeuge, denen man bitte das Alter auch ansehen soll. Man stelle sich mich als 64-jährigen Mann vor ohne Runzeln, vollem, braunem Haar, dessen Haut keine einzige Narbe ziert. Wollen wir das wirklich so sehen? Ein Döschwo mit Rost, Beulen und einer verwitterten Farbe ist doch um Welten schöner, als einer, der so glänzt, wie er im Laden nicht geglänzt hat.
von ma******
16.09.2021
Antworten
ich kenne den Wagen und hatte ihn vom Besitzer 1980 einmal ausgeliehen bekommen, um in Berlin einen kleineren Umzug damit zu machen.
Schon damals war das Auto runtergekommen, oder sagen wir, es hatte bereits eine bemerkenswerte Patina.
Nicht alles war original, z.B war eine der Türscheiben durch einen "Nachbau" aus Plexiglas ersetzt worden.
Sein Besitzer war damals in der Sicherheitsforschung tätig und hat später einen Lehrstuhl in Berlin bekommen
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