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Schon vom Fiat 133 gehört?

Bruno von Rotz
06.09.2021

Fiat 133 an der Classic-Gala Schwetzingen 2021 (© Bruno von Rotz)

An Oldtimertreffen und Schönheitskonkurrenzen stösst man immer wieder auf Fahrzeuge, die einem zwar auf den ersten Blick bekannt vorkommen, bei näherem Hinschauen aber Fragezeichen auslösen.

An der Classic-Gala Schwetzingen stand der oben abgebildete Kleinwagen, dessen Front an den Fiat 126 erinnert, dessen Silhouette aber mehr nach Fiat 127 aussieht. Der hinten eingebaute Motor ist schon an den Kühlöffnungen zu erkennen.

Seat 133 von 1974 (© Seat/Werk)

Eigentlich handelt es sich bei diesem Wagen um einen Seat 133, der auf der Bodengruppe des 850 aufbaut. Die Vierzylindermotoren leisteten 34 bis 43 PS, die stärkste Variante erreichte rund 135 km/h.

Gebaut wurde der Seat 133 hauptsächlich für den lokalen Markt in Spanien, aber für den Export produzierte man ihn auch als Fiat 133 mit 34 PS. Allzu viele dürften es nicht nach Deutschland geschafft haben, schliesslich gab’s bei Fiat mit den Modellen 127/128 Konkurrenten mit deutlich modernerem Grundlayout. Deshalb dürften heute auch überlebende Fiat 133 zu den Raritäten gehören. 1980 beerbte der Fiat/Seat Panda übrigens das Übergangsmodell 133.

P.S. Eine Bildergeschichte zur Classic-Gala Schwetzingen ist bereits erschienen, ein ausführlicher Rückblick folgt in den nächsten Tagen.

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von AbarthCM
08.09.2021 (19:05)
Antworten
Hallo liebe Freunde der Linksdreher, denn so dreht sich die Kurbelwelle des Fiat 133. gleich so wie in allen FIAT 850, auf dessen Bodengruppe und Technik die Konstruktion bei SEAT in Barcelona entstanden ist. Der von mir in Schwetzingen bei der Classic-Gala präsentierte 133 war eigentlich überhaupt nicht vorgesehen gewesen, aber weil mein Fiat Abarth 1000 TC Corsa einen noch nicht reparierten Kurbelwellen.- und Blockbruch hat, kam unser jüngster Oldtimer zu dieser Ehre. Die Reaktionen auf dieses relativ unbekannte Modell waren vielfältig gewesen. Die einen hielten ihn auf den ersten Blick für einen Fiat 126 Bambino, die anderen für einen Fiat 127. Beide Lager lagen hier eindeutig falsch. Der 127 ist weit von ihm entfernt, weil das typische Kühlergrill eines Frontkratzers fehlt, und das hintere Seitenfenster nicht den "Bertone-Knick" hat. Der 126 ist da schon deutlich näher dran, mit den fast identischen hinteren Seitenfenstern, C-Säule mit Verlauf zu den Heckleuchten, Motordeckel und den Radien für denselben. Die Karosserie ist gestreckter und breiter, eben wie mit einem aufgegangenen Hefeteig zu vergleichen. Der 133 ist von grausiger Verarbeitungsqualität, weshalb die von FIAT Deutschland rund 1000 verkauften Fahrzeuge (Dänemark hat über 100.000 importiert !!!) fast völlig vom Markt verschwunden sind. Aktuell sind beim KBA in Flensburg noch 28 angemeldete 133 registriert. Mehr werden es wohl nimmer mehr.
Mein 133 aus Baujahr 1974 hat nur bis heute im Erstlack und ungeschweisst überlebt, weil ihn der Erstbesitzer schon 1983 abgemeldet und trocken eingelagert hat. Von den Erben habe ich ihn in 1995 mit KM-Stand 12.800 (jetzt 14.000 KM) erworben (Anzeige in der OLDTIMER-MARKT), und ihn bis 2020 bei mir unberührt eingelagert. In der Pandemiezeit war es ein willkommenes Objekt zur Reaktivierung gewesen. Die gesamte Technik wurde ausgebaut und revidiert. Der Motor (843 ccm mit 34 PS) wurde gegen ein auf Linkslauf umgebauten A112 Abarth HP58 ausgetauscht, der mit einer Leitungssteigerung nun 60 Kw (ca. +80 PS) auf dem Prüfstand abgibt. Alles offiziell eingetragen, wie auch die vordere Scheibenbremsanlage, Bilstein-Fahrwerk mit ABARTH-Federn, ABARTH-Auspuffanlage mit langem 4-1 Auspuffkrümmer und die klassischen 5,5" Campagnolo-Felgen aus Elektron. Bereift auf Pirelli Corsa Classic W7 in 165/60-13 absolut spursicher. So geht der Wolf im Schafspelz locker 170 km/h, wobei dann die Tachonadel in der Tankreserveanzeige steht.
Das der 133 in Schwetzingenden 2. Preis beim Concour dÉlegance für die Baujahre 71-80 bekommen hat, hat uns schon überrascht und große Freude bereitet. So, jetzt geht es heute zur Jubiläumsveranstaltung von "Silver Flag" in Vernasca/I, und dann nächste Woche zur ADAC Gardasee-Klassik ab Limone. Das alles aber mit unserem Fiat Abarth 1000 OT Spider, weil der 133er die Italiener sonst völlig verwirren würde. Vielleicht sieht man sich.
Gruss ABARTH-Klaus
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
08.09.2021 (19:28)
Danke für den vollständigen Kommentar und die Ergänzung des Jahrgangs. Das können wir beim Bericht über die Classic-Gala noch gut gebrauchen!
von al******
07.09.2021 (08:43)
Antworten
Da ich in Spanien wohne sind fuer mich die Lizenzbauten von Seat naeher
Ich liebe die fruehen Seat (Fiat) und habe selber mehrere 600er
Grade habe ich noch einen 850er erworben
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