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Weg vom Verbrennungsmotor? Zu schnell, zu früh …

Bruno von Rotz
18.07.2021

H2-Wankelmotor von Mazda (© Mazda)

Oldtimer und Youngtimer sind eng mit dem Verbrennungsmotor verknüpft, der Dieselmotor spielt nur eine Nebenrolle. Im Kontext mit dem Klimawandel schreiben Staaten und Staatengemeinschaften (die EU jetzt gerade mit dem Plan “Fit for 55”) ein Ausstiegsdatum für den Verkauf von Autos, die fossilen Treibstoff verbrennen, vor.

Soweit so gut, leider aber wird vielerorts auch gleich die Nachfolgetechnologie faktisch vorgeschrieben und hier könnten sich einige Probleme ergeben. Die heutige Generation der batteriegetriebenen Autos ist suboptimal und für deren Herstellung wird viel Energie benötigt. Die verwendeten Materialien drohen schon jetzt knapp zu werden und eine reibungslose Versorgung der Autos mit Strom ist auch noch nicht gesichert. Automobilhersteller stehen vor einem enormen Umbruch, werden doch plötzlich komplett andere Fähigkeiten und Produktionsanlagen benötigt. Ob sich dies alles ausgeht, ist höchst unsicher.

Dabei gäbe es durchaus auch Alternativen, um die gewünschten Effekte zu erzielen, ohne mit soviel Zeitdruck komplett neue Technologien einzuführen.

Da gibt es einerseits die synthetischen Treibstoffe, die ein Weiterfahren der bisherigen Autos sozusagen CO2-neutral erlauben. Gewiss ist dies nicht hocheffizient, aber die bisherigen Autos sind bereits produziert und könnten so noch ein wenig länger dienen (auch als Oldtimer und Youngtimer).

Andererseits gibt es die Möglichkeit, Wasserstoff nicht nur via “Fuel Cell” in Strom umzuwandeln, sondern in modifizierten Viertaktmotoren zu verbrennen. Ein solches Aggregat wird zwar etwas teurer als der bisherige Verbrennungsmotor und es mag nicht ganz soviel Leistung pro kg zu erzeugen, aber er lässt sich auf den bisherigen Produktionsstrassen herstellen und ist auch mit den heute gebauten Autos kompatibel. Sogar der Wankelmotor (siehe Bild von Mazda) könnte mit H2 wieder relevant werden. Man könnte sich sogar vorstellen, heutige Autos auf H2-Motoren umzurüsten, sozusagen nach dem Crate-Engine-Prinzip. Auch hier ist die Gesamteffizienz schlechter als bei batterierelektrischen Fahrzeugen, aber viel Knowhow und Infrastruktur (inklusive Tankstellen) können (weitgehend) weiterverwendet werden. Allerdings wäre hierzu eine flächendeckende Versorgung mit umweltfreundlich erzeugtem Wasserstoff nötig.

Und was hat dies alles mit dem Oldtimer und Youngtimer zu tun? Nun, unsere Autos brauchen ebenfalls eine Infrastruktur, die aus Wartungsbetrieben, Tankstellen und so weiter besteht. Wenn die Infrastruktur sich nur noch auf Elektroautos ausrichtet, dann werden wir es mit unseren alten Autos auch schwerer haben und beispielsweise Treibstoff im Baumarkt oder in der Apotheke kaufen müssen (wie damals). Es ist also für das Überleben des klassischen Automobils auch wichtig, dass die Basistechnologien nicht einfach verschwinden. Und für die Welt wäre es sinnvoll, einen Fahrplan vorzuschlagen, der die Klimaziele erreicht, ohne gleichzeitig bisherige Investitionen zu früh abschreiben zu müssen …

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von wi******
18.07.2021 (08:47)
Antworten
Das sind wahre Worte, die hoffentlich nicht in der herrschenden Hysterie und Polemik wirkungslos verhallen!
von al******
18.07.2021 (10:49)
Antworten
Um 400kg Wasserstoff zu transportieren, benötigt man einen 40to-Tank-LKW. Ein Wasserstoff-Fahrzeug braucht 6-8 kg Wasserstoff, um 100 km weit zu fahren. Das bedeutet, mit einer LKW-Ladung Wasserstoff, könnte man 67 Wasserstofffahrzeuge für jeweils 100km Fahrstrecke betanken.
Ein Tanklastzug mit 20.000 Litern Benzin oder Diesel reicht für durchschnittlich 2.500 Autos.
Noch erschwerend kommt hinzu, daß Wasserstoff leicht flüchtig und in Verbindung mit Sauerstoff hochexplosiv ist.
Antwort von Jomilajo
18.07.2021 (22:25)
Ein moderner LKW kann Wasserstoff im tiefkalten Zustand transportieren, dann schaft er ca 4000 kg. Also die zehnfache Menge wie Sie beschrieben haben. Wenn 20000 Liter Benzin für für 2500 Autos reichen sollen, dann dürfen die nicht mehr als 8 Liter verbrauchen. Für die meisten Fahrzeuge äußerst unrealistisch. Der verbrauch ( zB Mercedes GLC F-cell ) liegt bei einem Kg pro 100 Km. Also kann ich mit einem LKW Ca 4000 Fahrzeuge 100 km weit fahren lassen. Wasserstoff hat fast Dreimal so viel Energie wie Benzin. Und ist Umwelttechnisch dem Benzin Haushoch überlegen.
von ka******
18.07.2021 (13:52)
Antworten
Ein Wasserstoffahrzeug braucht meines Wissens nach gut 1kg Wasserstoff fuer 100km, nicht über 6. An der schlechten Effizienz ändert das wenig.
Tut mir leid, aber das Technologieoffenheitsgefasel will nur im gestern verharren. Das wird nicht passieren. Die sooo aufwendige Batterieproduktion beruht auf Fake News (zurueckgezogene weil falsche Schwedenstudie z.B.).
E-Fuels kosten pro Liter sehr viel (glaub ueber 3 euro/liter unversteuert. Hier wuerde eine Steuerbefreiung helfen und einmal pro Monat waers mir der Spass mit dem Oldie wert
Antwort von dj******
20.07.2021 (11:00)
Ich finde aus, dass man die Thematik als Liebhaber von Old- und Youngtimern entspannter angehen sollte. Es geht ja bloss darum, welches die geeignete Antriebform für die Zukunft ist, was aber an der Vergangenheit nichts ändert. Zudem: Heute sind ja praktisch alle - auch die mit fossilen Brennstoffen betriebenen - Autos nur noch fahrende Computer, die für alles Mögliche und Unsinnige irgendeinen Elektromotor, Sensor etc. benötigen (sogar für den Auspuff-"Sound"). Sehe nicht ein, was denn so schlimm sein soll, wenn der Antrieb des Fahrzeugs dereinst auch elektrisch sein soll. Und nein: Ich fahre kein E-Auto.
von on******
19.07.2021 (09:52)
Antworten
Hier im Katastrophengebiet im Ahrtal wären ohne Strom nicht mal ein Gedanke an elektrische Rettungsfahrzeuge zu verwenden!

Zunächst etwas belächelt, habe ich, nachdem ich meine Vergaserwerkstatt in einer 48h währenden Sandsackschlacht gesichert habe, meine TS8 Metz Feuerspritze ('60er Jahre) mit 23PS VW Industriemotor auf den Anhänger gepackt und bin ins gebeutelte
Insul gefahren. Dort lief sie bis jetzt anstandlos bereits 15h und eine große Wasseransammlung die eine Häuserreihe bedrohte, konnte um gut 75cm gesenkt werden.

Heute geht es dvtl. zu dem dort ansässigen Motorsportteam NEXD ...

Gruß Heri
von ra******
20.07.2021 (15:10)
Antworten
Wenn die einen angeblich im Gefasel verharren, machen die anderen unvollständige Rechnungen. Der Strom kommt ja aus der Steckdose. Der Aufwand und die Ressourcen für die "notwendige" Ladestruktur bleibt unterm Tisch, ebenso die Natureingriffe durch Windräder (riesige Fundamente, Schwerlast-Zufahrten, etc.), weiteren Wasserkraftausbau, Verlust landwirtschaftlicher Fläche durch "Solarfarmen", usw. Das die Elektromobilität klar planwirtschaftlich betrieben wird, was macht das schon. Ist doch ein weltweites Erfolgsmodell, oder? Das es, etwa in der EU, keine demokratische Legitimierung dafür gibt, macht auch nichts. Diktatur für eine gute Sache ist ja ein Erfolgsmodell. Das Europa sich verausgabt und bei 10% Anteil nichts ändert, ist frei erfunden. Die Ölförderung wird weltweit freiwillig praktisch eingestellt, die Chinesen stoppen nicht nur die in Bau befindlichen Kohlekraftwerke, sondern alle. Die Politikerkaste, die z.B. Afghanistan, Libyen, Irak, Syrien befriedet hat, die Flüchtlingswelle klug vorausgesehen und seit 2015 perfekt löst und auch bei Corona praktisch fehlerlos agiert hat, managed die "Energiewende" mit links! Und China hat mit Corona bewiesen, die ganze Welt problemlos und verläßlich zu beliefern. Ein politisches Risiko bei der Batterieversorgung gibt es also auch nicht! Finanzierung? Ach, wie altmodisch! Nach der neuen Finanzwissenschaft können Staaten doch nicht Pleite gehen! Inflation ist eigentlich Stabilität und ein Segen. Und das die weltweite Umsetzung der "Klimawende" durch gigantische Zusatzmengen an Gasen Kippeffekte erzeugen könnte und somit zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird? Alles nur rückwärtsgewandte Propaganda! Ebenso, daß in dem Elektrifizierungswahn untergeht, um was es wirklich geht: Ressourcen zu schonen, sanfter zu leben. Dafür sind ja Tesla, Taycan, e-tron-Schwerstgewichte genau das richtige Symbol!
von ba******
21.07.2021 (11:32)
Antworten
Warum muss ich hier in der Diskussion um eine umstrittene politische Entscheidung politische Propaganda lesen? Damit entwerten Sie Ihre möglicherweise schlüssigen Argumente. Ich darf doch darum bitten, sachlich zu bleiben.
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