Sein Liebling ist der 246 Dino!

Daniel Reinhard
24.04.2021

Charles Leclerc neben Ferrari 246 Dino

Der 12. GP Historique in Monaco ist tatsächlich startbereit. Endlich wieder ein Grossanlass, wenn auch unter etwas erschwerten Bedingungen. Aber besser als eine Absage ist das allemal. Der negative Corona-Test hat sämtliche monegassischen Türen geöffnet und ich bin live dabei. Die Rennwagen stehen bereit, wenn auch nur etwa in der Hälfte an der Zahl, gerechnet an den elf vergangenen Veranstaltungen. Trotzdem sind einige Hochkaräter mit von der Partie.

Der Ferrari 246 Dino von 1960 ist des jungen Mannes Jahrgang 1997, grosser Liebling. Mit Stirnband, Maske und roter Hose getarnt, steht er da und bewundert Auto für Auto. Es ist nicht irgendein Teenager von nebenan, nein der gute Jüngling ist schnell, sauschnell sogar und man glaubt es kaum aber er führt bereits 2 GP-Siege, 7 Pole Positionen und 4 schnellste Rennrunden auf seinem Konto. Der Monegasse Charles Leclerc nahm sich die Zeit am Donnerstag Abend kurz durchs Fahrerlager zu schlendern und sich die ganzen alten Rennwagen zu Gemüte zu führen. Erkannt wurde er kaum bis gar nicht und das gab ihm die Zeit in Ruhe die ganzen Vorbereitungen zu geniessen.

In nur wenigen Wochen wird er hier mit seinem Ferrari SF21 auch selber wieder am Start stehen.

von za******
24.04.2021 (16:37)
Antworten
Leclercs "Liebling" ist sogar ein Dino mit besonderer Geschichte:
Chassis #0007 (heute #0007/0788) war ursprünglich ein 296 MI (Monza-Indianapolis). Als solcher wurde er jedenfalls 1958 zu den 500 Meilen von Monza gemeldet, auch wenn historische Zeitgenossen fest behaupteten, dass es sich tatsächlich um einen 326 MI handelte (statt der gemeldeten 2,9 Liter-, wurde also eine 3,2 Liter Maschine verbaut).
Der MI unterschied sich von den Standard-Dinos (0011/0012) durch veränderte, teilweise experimentelle, Fahrwerks- und Aufhängungskomponenten sowie einer etwas verbreiterten, aber verkürzten Karosserie ("short tail") und verlängertem Radstand (auch "222er"-Chassis genannt). Der MI mit Phil Hill fiel im Rennen früh aus, erhielt zum 1958er Saisonende eine 2,4 Liter-Maschine, wurde mithin erst dann zum 246er Dino und in Oporto, Monza und Casablanca eingesetzt. #0007 blieb sieglos, bis zum 1960er Monza-GP, den Phil Hill (Start-Nr. 20, wie oben im Bild) gewann. Der letzte Sieg eines Frontmotor-F1 überhaupt!
Nach einigen recht abenteuerlichen Umbauten (V12-Testarossa-Maschine, darauf folgende Umbenennung in #F0788, Aufbau mit einer GTO-ähnlichen Karosse) und diversen Tasman-Renneinsätzen unter dem Neuseeländer Pat Hoare, wurde der Dino erst viel später von Crosthwaite & Gardiner vollständig in die 1960er-Spezifikation rückrestauriert und kann seit 1987 wieder in altem Glanz strahlen und in historischen Rennserien, wie z.B. in Monaco, bewundert werden. Zum Glück!
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