In the line of fire

Daniel Reinhard
20.04.2021

Meldungen dieser Art können wir fast täglich in den Medien lesen: In einem Parkhaus in Shanghai brannte ein Tesla plötzlich ab. Im Mai 2018 brannte ein Tesla Model S bei einem Unfall in der Schweiz komplett ab, der Fahrer kam dabei ums Leben. In den Niederlanden versenkte die Feuerwehr einen rauchenden BMW i8 kurzerhand in einem Tauchbecken.

Jahrelang brannten Autos, ausser im Rennsport, nur höchst selten. Mit der ganzen Elektronik und den Elektroautos aber haben Meldungen von Fahrzeugbränden zugenommen. Studien haben gezeigt, dass Elektrofahrzeuge nicht häufiger in Brand geraten, aber die Brandbekämpfer werden vor neue Herausforderungen gestellt. Das Löschen von Lithium-Ionen-Batterien erfordert massiv mehr Wasser, dabei laufen chemische Reaktionen ab, die einen speziellen Kühlcontainer für den Abtransport erfordern. Zudem muss verhindert werden, dass Löschwasser in die Kanalisation gerät.

Springer Professional berichtet über die Angst von brennenden Elektroautos in Tiefgaragen. Vor allem private und öffentliche Betreiber von Tiefgaragen oder Parkhäusern, die mittlerweile auch immer häufiger von Elektroautos frequentiert werden, sind an der Antwort interessiert. Einige Kommunen haben Elektro- und Hybridfahrzeuge wegen einer vermeintlich höheren Brandgefahr für Tiefgaragen oder Parkhäusern gesperrt, so etwa die Städte Kulmbach und Leonberg. Schadensstatistiken bestätigen die Angst vor erhöhter Brandgefahr bislang jedoch nicht. Der Leiter der Schadenverhütung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Küsel, erklärt: "Aus unseren Statistiken gibt es keinerlei Hinweise, dass Elektrofahrzeuge häufiger brennen als Autos mit Verbrennungsmotor". Die Sicherheit in einer Tiefgarage hänge von der Qualität des Brandschutzes ab und nicht davon, welche Autos dort parken, so Küsel.

Extrem traurig sind natürlich Brände von ganzen Lagerhallen oder Museen, gefüllt mit Sammlerfahrzeugen. Egal wie sich der Brand entfacht, wenn alles in Schutt und Asche liegt, wurden Kulturgüter für immer vernichtet. Meistens zumindest. Denn wie unser Artikel vom Audi quattro R3 zeigt, kann ein ausgebranntes Auto, wo nur noch ein Gerüst in Form eines rostigen Vogelkäfigs überblieb, tatsächlich wieder zu neuem Leben erweckt werden.

von bv******
06.05.2021 (17:09)
Antworten
Es sind zwei Sachen vermischt. Einerseits das Brandrisiko an sich und andererseits die Brandlast. Das Risiko ist sicher nicht grösser. Aber beim Verbrenner ist es am anfang meist nur eine kleine menge Treibstoff mit noch bescheidenem Energieinhalt. Mit schnellem Eingreifen kann man da noch was machen. (es brennt ja nicht der ganze Tankinhalt)
Aber diese Akkus, das brennt halt wie eine "Meta-Tablette" (Trockenbrennstofftablette) Da ist alles dabei was es braucht um zu brennen. Um das zu Stoppen müsste mann die Garage fluten.
Richtig ist was he... schreibt der Brandschaden ist enorm. Wenn durch diese Brandlast in Tiefgaragen strukturelle Bauschäden entstehen wird's richtig teuer.
von he******
20.04.2021 (10:07)
Antworten
Es ist fraglich, ob diese Statistik tatsächlich korrekt ist. Denn es sind deutlich weniger E-Autos im Verkehr und diese sind in Durchschnitt viel jünger als Benzin/Diesel Autos.
Folglich kann man erst in einigen Jahren feststellen, ob E-Auto häufiger brennen oder nicht. Hingegen ist es unbestritten, dass die Folgen von einem brennenden E-Auto massiv schlimmer sind.
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