B.A.T.-Alfa-Romeo-Trio für 15 Millionen verkauft

Bruno von Rotz
29.10.2020

B.A.T. Alfa Romeo 1900 Bertone 5, 7, 9d von 1953/1954/1955 (© Ron Kimball - Courtesy RM/Sotheby's)

Als am 16. Oktober 2020 angekündigt wurde, dass die Prototypen Alfa Romeo B.A.T. 5 (1953), B.A.T. 7 (1954) und B.A.T. 9d (1955) zusammen bei der Sotheby's Contemporary Art Evening Auction am 28. Oktober 2020 unter den Hammer kämen, war dies sicherlich die Überraschung des Auktionsherbstes, wenn nicht des Auktionsjahres 2020.

Man hatte bei Sotheby’s bereits in vergangenen Jahren gute Erfahrungen damit gemacht, ein klassisches oder besonderes Auto im Rahmen einer Kunstversteigerung anzubieten, aber das BAT-Trio passte noch deutlich besser in die Zusammenstellung moderner Kunstwerke als z.B. der Formel1-Rennwagen vor einem Jahr.

Zeitgenössische Kunst / Sotheby's am 28. Oktober 2020

Um 18:00 Uhr New-York-Zeit begann die Versteigerung, an der die drei Autos trotz Schätzwert von USD 14 bis 20 Milllionen noch nicht einmal das wertvollste Lot waren. Diese Ehre kam nämlich dem Rothko ohne Titel zu, der einen Estimate von USD 25 bis 35 Millionen trug. Allerdings wurde der knapp nicht verkauft.

Tisch von Carlo Mollino, versteigert durch Sotheby's am 28.10.2020

Dafür gab es einen fast schon epischen Bieterkampf um einen Tisch von Carlo Mollino, der schliesslich als Lot 16 anstatt für USD 2 bis 3 für 5,15 Millionen (vor Aufpreis) zugeschlagen wurde. Und dies war bei weitem nicht das einzige Kunst-Lot, bei dem der Verkaufspreis deutlich über dem Schätzwert zu liegen kam.

Sotehby's in New York, London und Hong Kong

Es gab kein Publikum vor Ort, aber es konnte an drei Orten rund um die Welt (New York, London, Hong Kong) via Telefonanruf oder via Internet geboten werden. Auch Vorgebote waren möglich. Aber es waren die Sotheby’s-Leute am Telefonapparat, die praktisch bei allen Lots den Ausgang bestimmten.

Als schliesslich Lot 38, das Alfa-Trio nach über 90 Minuten an die Reihe kam, da waren natürlich plötzlich nicht mehr die Kunstverständigen von Sotheby’s sondern die Autospezialisten von RM/Sotheby’s am heissen Draht gefragt.

Gebote werden per Telefon entgegen genommen

Aufgerufen wurden die drei Alfa Romeo Showcars der Jahre 1953 bis 1955, gezeichnet von Franco Scaglione, gebaut bei Bertone, um dem Wind möglichst wenig Widerstand entgegen zu setzen, für USD 12 Millionen. Es resultierte ein relatives kurzes Bietergeplänkel und bei USD 13.25 Millionen fiel der Hammer. B.A.T. 5, 7 und 9d waren zusammen für USD 14,84 Millionen (umgerechnet EUR 11,27 Millionen , CHF 12,05 Millionen) verkauft worden.

Sotheby's - B.A.T. Trio verkauft

Pro Wagen zahlte der neue Besitzer als rund fünf Millionen amerikanische Dollar. Damit gehört schon jeder einzelne dieser drei Wagen zu den teuersten Alfas aller Zeiten, als Trio schaffen sie es sicherlich in die Top 5 und bilden wohl das teuerste Auto-Lot des Auktionsjahres 2020 zusammen. Dabei haben sie weder einen Sechs-, noch einen Acht- oder Zwölfzylinder unter der Haube, sondern einen klassischen Vierzylinder. Die Basis für die B.A.T.-Prototypen bildete der Alfa Romeo 1900, vorgestellt 1950 am Parier Autosalon, respektive dessen nachgereichten schnelleren und sportlicheren Versionen.

Nun fragt man sich schliesslich, ob das Trio wohl auch in Zukunft zusammen bleiben wird, denn es ist wohl unklar, ob die einzelnen Fahrzeuge in Summe nicht mehr wert wären als die Trio. Wir werden es sehen, zu wünschen wäre es, wenn man die drei Konzeptfahrzeuge auch in Zukunft von Zeit zu Zeit zusammen bewundern könnte …

P.S. Das Ergebnis hat natürlich Eingang in die Zwischengas-Auktionsatenbank gefunden!

Archivierte Einträge:

von ma******
10.12.2020 (09:58)
Antworten
Das Foto dieser 3 Alfas oben am Anfang des Artikels finde ich genial: Gibt es das auch in grösserer Auflösung ?
Freue mich auf einen Hinweis - vielen Dank
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