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Virtuelle Expertenrunde - ist das H-Kennzeichen Fluch oder Segen?

Bruno von Rotz - 28.07.2020

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H-Kennzeichen (© Hiscox)

Vor kurzem organisierte der Versicherer Hiscox eine virtuelle Expertenrunde (“Webinar”) zum Thema H-Kennzeichen. Martin Stromberg (Classic Data), Norbert Schroeder (TÜV und Co vertretend) und Rainer Peukert (Hiscox) diskutierten die Vor- und Nachteile des H-Kennzeichens.

Die Experten und die Moderatorin im Hiscox-Webinar

Um es vorwegzunehmen, die drei Experten sahen das H-Kennzeichen alle als Segen. Die Zuschauer votierten sogar mit 96% für die Vorteile des H-Kennzeichens. Nur Peukert ergänzte, dass das H-Kennzeichen aus Versicherungssicht etwas weniger relevant sei, weil man schliesslich auch Hot Rods oder Tuning-Fahrzeuge, also modifizierte Klassiker versichere, solange sie verkehrssicher sind.

Eingeführt wurde das H-Kennzeichen im Jahr 1997, damit wurde der Oldtimer zum automobilen Kulturgut. Geregelt ist dies mit dem Paragraph 23, der den Anforderungskatalog definiert, der besagt, dass ein Wage vor mindestens 30 Jahren in den Verkehr gesetzt worden sein muss, weitestgehend original und in gutem zeitgenössischen Erhaltungszustand zu sein habe.

Als übliche “Gebrauchsphase” für ein Auto wurden 10 bis 12 Jahre definiert, Modifikationen, die in in dieser Zeit möglich waren, dürfen auch heute am alten Auto noch sichtbar sein.

Natürlich bietet der Paragraph 23 viel Interpretationsspielraum. Dies zeigt sich auch bei Wertgutachten, die primär den Zustand und die Originalität beurteilen, sekundär dann einen Wert bestimmen, der natürlich auf den Markt abgestimmt sein muss.

Einiges zu diskutieren gaben Modifikationen am Oldtimer. So sei der Umbau z.B. bei einem Jaguar XK 150 auf klassische Scheibenbremsen zeitgenössischer Art akzeptabel, nicht aber die Umrüstung auf moderne 6-Kolben-Carbonbremsen. Auch sei nicht alles akzeptabel, was der Sicherheit diene. So sind Sicherheitsgurte okay, aber ein Recaro-Schalensitz mit elektrischer Sitzverstellung und Kopfstützen in einem 60-jährigen Auto könne negativ bewertet werden. Und ein modernes ABS habe in einem Oldtimer schon gar nichts zu suchen.

Ein anderer Aspekt, der aufkam, war die Materialwahl. So könne eine Kunststoff-Motorhaube oder GFK-Kotflügel optisch zwar in Ordnung gehen, für das H-Kennzeichen sei aber relevant, was handwerklich in die Zeit passe.

Weitgehend frei sei man bei der Farbwahl, aber auch hier gäbe es Grenzen. So könnte Mattlack an einem alten Auto durchaus ein Grund für eine H-Kennzeichen-Verweigerung sein.

Aus Versicherersicht ist dies alles nur am Rande interessant: Versichert wird, was technisch sicher und soweit nötig auch eingetragen ist.

Ein H-Kennzeichen schütze im Übrigen nicht vor den Pflichten, wie der Eintragung eines grösseren Motors.

Interessant war auch die Aussage, dass Abweichungen von der Originalität wertsteigernd oder wertsenkend sein können, je nachdem, worum es sich handelt.

Ebenfalls angesprochen wurde die Reparatur nach Unfällen: Eine fachgerechte Instandsetzungen haben keinen Einfluss auf das H-Kennzeichen. Zudem habe eine fachgerechte Instandsetzungen nur wenig Einfluss auf Bewertung, allerdings könnten nicht korrigierte Schäden zu einem Minderwert führen. Müssen bei einer Reparatur sehr viele Teile erneuert werden, dann ist allerdings ein Originalitätsverlust möglich, der einen Minderwert bedeuten kann.

Und auch das Thema “Replica” kam noch auf den Tisch, wurde aber gleich als Gegenstand für eine andere Expertenrunde “geparkt”. Trotzdem sei gesagt, dass auch eine Replica ein H-Kennzeichen erhalten könne, wenn sie selber wiederum 30 Jahre alt sei.

Resümee: Eine Stunde reicht nicht weit, um komplexe Themen zu erörtern. Trotzdem konnten die Experten viel Wissen weitergeben und die Diskussionen waren interessant.

Zukünftige Webinare werden sicherlich im Classic-Car-Blog von Hiscox angekündigt.

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