Was der Börsentriumph von Tesla mit dem Oldtimer zu tun hat?

Bruno von Rotz
05.07.2020

Tesla versus Mercedes

Leider nichts, wäre wohl die ehrliche Antwort auf die Frage, ob Tesla irgend etwas mit Oldtimern zu tun hat. Tesla hat weder Tradition noch eine lange Geschichte. Die Firma gibt es gerade einmal 17 Jahre. Und trotzdem ist Tesla heute an der Börse mit fast 200 Milliarden Euro mehr wert, als die grössten deutschen Autobauer Daimler, Volkswagen und BMW zusammen. Und Tesla ist auch mehr wert als Toyota und jede andere Automarke.

Die amerikanische Firma von Elon Musk hat es also mit gerade einmal vier oder fünf Modellen geschafft, mehr Vertrauen bei den Aktionären aufzubauen als z.B. Daimler-Benz mit einer über 100-jährigen Geschichte und unzähligen Innovationen und Erfolgen. Tesla macht auch keinen Rennsport und im JD-Power-Kundenzufriedenheitsindex ist die Marke am Ende der Rangliste zu finden.

Hochgejubelte und angehimmelte Automarken aber gab es auch schon früher. Hätte die Börse in den frühen Sechzigerjahren ähnlich funktioniert wie heute, dann wären vielleicht Borgward oder Glas ebenfalls auf höhere Marktbewertungen gekommen als BMW, Mercedes-Benz oder Auto Union. Schliesslich galten diese aufstrebenden Autobauer auch als innovativ und geschickt im Identifizieren von Nischen. Sie produzierten gute Autos, die die Kunden kaufen wollten.

Wer weiss, vielleicht hätten Glas und/oder Borgward im Windschatten schnell steigender Aktienkurse die deutsche Autogeschichte anders schreiben können, als sie sich schlussendlich ereignete. Doch Glas und Borgward scheiterten schliesslich, die Traditionsfirmen siegten. Ob das bei Tesla auch so enden wird?

Archivierte Einträge:

von ur******
07.07.2020 (11:45)
Antworten
Die Elektomobilität wird auch den Oldtimermarkt unter Druck setzen. Was nicht wirklich kulturhistorisch wertvoll oder selten ist braucht keiner mehr, der mal mit einem eAuto gefahren ist.
Antwort von dagamba
07.07.2020 (13:09)
Heute ist mein Widerspruchs-Tag...

Nein, da muss ich entrschieden widersprechen: Ich bin bei einem Autoentwickler für die Elektromobilität zuständig und fahre regelmäßig Elektroautos. Ja, als Alltagswagen werd eich mir, sobald ich es mir leisten kann, unbedingt etwas elektrisches kaufen. Aber es wird bei mir auch ein altes Auto geben. Und weil man sich kulturhistorisch wertvolle Autos nicht mehr leisten kann, wird es wohl ein altes Mauerblümchen werden, mit einem altmodischen Verbrennungsmotor befeuert. Zumal ich Fan von verkannten Genies bin.

Nein, wir werden trotz der Elektromobilität noch Verbrenner-betriebene Oldtimer brauchen und lieben.

Ja, die Elektromobilität wird unser Hobby unter Druck setzen, aber eher aus legislativer Perspektive.
Antwort von ar******
07.04.2021 (13:29)
Das E-Auto ist - wie der Benziner oder Diesel auch - eine Mentalitätsfrage. Wer das Auto als reines Beförderungsmittel sieht, mag mit dessen synthetischem Charakter glücklich werden, so wie mit seiner präzisen Quarzuhr am Arm.
Aber kein Tesla dieser Welt kann mir das lächeln ins Gesicht zaubern, das mir das ansaugfauchen von sechs sauber eingestellten Webervergasern ins Gesicht zaubert. Kein Tesla kann beim runterschalten vor der Kurve so schön mit dem Auspuff blaffen wie ein Sechs- oder Achtzylinder. Mein Blick ruht lieber auf zuckenden Zeigern, als auf platten Bildschirmen.

Es wird immer Oldtimer geben, so wie es auch immer Leute geben wird, die eine Uhr mit Handaufzug tragen.
von vo******
07.04.2021
Antworten
E-Autos werden von der Politik als emissionsfrei gepusht. Die Realität sieht anders aus. Abgesehen von der "Schweinerei" bei der Batterieherstellung stellt sich die Frage wo kommt die erneuerbare Energie zum Laden her. In der EU liegt der Durchschnitt der erneuerbaren Energie lediglich bei rd. 1/3 des heutigen Bedarfes. Also kommt der Rest aus kalorischen oder Atomkraftwerken. Und Plug-Ins mit elektr. Reichweiten von ehrlichen 30 bis 50 Km fahren häufig mit dem Benziner. Und diese schlucken nicht
selten 7, 8 und mehr Liter/100 km.
Daher wird in Tests häufig darauf hingewiesen, dass - sofern nicht regelmäßig geladen werden kann - der Diesel die sparsamere Variante ist.
So what !
Auch viele Experten sehen E-Mobilität nicht lange nicht als DIE Lösung.
von ar******
07.04.2021 (13:14)
Antworten
Dass Tesla wertvoller ist als Mercedes, Volkswagen und BMW zusammen, ist einer sonderbaren Hysterie geschuldet, die auch eine wirre Zahlen- und Buchstabenkombination namens Bitcoin 58.000 Dollar kosten lässt. Hype ist wertvoller als Substanz geworden.
Ich kralle mich an meinem alten Diesel fest, der seit 300.000 km auch mit eingeschalteter Klimaanlage und Sitzheizung einen steten Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern hat.
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