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Ist Oldtimerfahren doch nachhaltiger als ein Neuwagenkauf?

Olivier Chanson - 14.05.2020

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Neuere und ältere Autos (© Bruno von Rotz)

Bei der Anschaffung eines Autos stellt sich stets die Frage, ob es ein Neuwagen oder ein Gebrauchtwagen (Occasion) sein soll. Im Zuge der Klimadebatte wird nun öfters auch auf die Umweltverträglichkeit geschaut. Die Autobauer sind ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und preisen ihre Neuwagen in der Werbung als ökologischer als Vorgängermodelle.

Besitzer von älteren Autos, insbesondere von Oldtimern, müssen sich zunehmend rechtfertigen. Sie seien Umweltverschmutzer und würden sich nicht ums Klima scheren, hört man. Doch entspricht dies der Wahrheit? Sind vielleicht Oldtimer sogar nachhaltiger als Neuwagen?

Die Frage lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Im Internet existieren zahlreiche Vergleiche, Studien und Selbstversuche zum Thema, welche je nach Annahmen und Ausgangslage zu unterschiedlichen Schlüssen kommen. Manche favorisieren eindeutig Neuwagen, da diese sparsamer sind und messbar weniger Co2 ausstossen. Zusätzlich ist bei diesen die neueste Technik verbaut und sie sind daher um einiges komfortabler ausgestattet als Oldtimer, auch sicherheitstechnisch.

Andere führen die Co2-Emissionen ins Feld, welche bereits bei der Produktion anfallen. Diese sind beispielsweise bei Elektrofahrzeugen nachvollziehbar höher als bei Benzinautos, da für die Herstellung der Batterie viel Energie aufgewendet werden muss.

VW rechnete zum Beispiel vor, dass der eGolf erst ab 200'000 gefahrenen Kilometern nachhaltiger als ein herkömmlicher Verbrenner sei. Dies aufgrund der hohen Produktionsemissionen. Auch werden für die Herstellung der Batterien seltene Materialien und giftige Substanzen benötigt, ein Höllencocktail für die Umwelt. Schliesslich ist ein Elektroauto nur so sauber wie die Energie, die es "tankt". In der Schweiz beispielsweise ist der Strom tendenziell ökologischer als in Deutschland, wo ein erheblicher Anteil der Elektrizität nachwievor von Braunkohlekraftwerken stammt.

Die Betriebsdauer der Fahrzeuge ist zudem ein entscheidender Faktor bei der Nachhaltigkeit. Wird beispielsweise ein VW Käfer von 1951 bis heute gefahren, beträgt der gesamte C02-Ausstoss inklusive Produktion etwa 122 Tonnen. Wurden im gleichen Zeitraum sechs Neuwagen verschiedener Marken gefahren, kann die CO2-Summe mit 173 Tonnen klar höher ausfallen. Und genau hier liegt die Krux der Fragestellung. Spricht man von der persönlichen Ökobilanz eines einzelnen Fahrzeughalters oder will man das grössere Bild analysieren? Auch gibt es nicht DEN Oldtimer, wir sprechen hier von einer extrem heterogenen Masse mit unterschiedlichsten Verbrauchswerten und Abgasqualitäten.

Oldtimer verfügen meist über wenig Technik. Im Vergleich zu modernen Autos bestehen sie aus weniger Komponenten und sind bei Defekten einfacher zu reparieren. Bei modernen Autos können oft keine individuellen Einzelteile ersetzt werden, sondern es ganze Module aus-/eingebaut werden. Hier wird die negative Seite des Fortschritts sichtbar, zumal zurecht angezweifelt werden kann, ob auch moderne Fahrzeuge mit ihrer Komplexität noch locker 30 oder 40 Jahre auf unseren Strassen fahren können. Hingegen ist nicht abzustreiten, dass moderne Fahrzeuge punkto Sicherheit enorme Fortschritte gemacht haben, beispielsweise bei der Beleuchtung, den Airbags, den Bremsen oder den vielen Assistenzsystemen. Damit können gegebenenfalls Unfälle verhindert werden, was sich ebenfalls ressourcenschonend auswirken kann.

Ist das Fahren eines Oldtimers nun also ökologischer als der Kauf eines Neuwagens? Diese Frage muss am Schluss doch jeder für sich selbst beantworten und die Antwort hängt von eigenen Annahmen und persönlichen Sichtweisen ab. Das Abwägen von Sicherheit, Verbrauch und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen gewichtet halt jeder anders. Aber a priori umweltschädigend ist sicherlich auch der Oldtimerfahrer nicht, vielleicht ist seine Klimabilanz sogar deutlich besser als jene des Teslafahrers, der an der Ampel neben ihm steht.

Neueste Kommentare

 
 
he******:
19.05.2020 (16:03)
Ein großes Grundproblem des nachhaltigen Wirtschaftens ist die Wegwerfwirtschaft, die zum Ziel hat, ein Produkt mit möglichst großer Häufigkeit erneut zu verkaufen. Die langfristige Nutzung eines Produktes ist immer nachhaltiger, als dessen häufige Ersetzung. Das gilt natürlich auch für Fahrzeuge. Gleichzeitig ist außerdem ein leichtes kleines Fahrzeug heute wie vor 30, 50, 70 Jahren sparsamer und deshalb nachhaltiger. Die Kombination aus beidem ist dann aber leider nicht der Brezelkäfer, sondern die Ente mit ihrem etwa halbsogroßen Verbrauch. In der Oldtimerszene sind allerdings die PS Protze wesentlich häufiger vertreten, als die Brot und Butter Fraktion. Diese sind heute wie damals als Spritfresser nicht wirklich nachhaltig und werden es auch nie werden. Wer allerdings nun seinen SUV einmottet, um ab jetzt mit dem Opel Diplomat aus der Sammlung zur Arbeit zu fahren, verhält sich wohl allenfalls in Nuancen nachhaltiger. Er wird aber mehr Spaß dabei haben. Genauso viel Spaß, wie der R4 Fahrer, dessen Sport es seit Jahrzehnten ist, den immer selben Wagen konstant mit unter 6 l/100km und zuweilen auch mal unter 5 zu bekommen. Und ihm gehört natürllich die Nachhaltigkeitsmedaille. Wem sonst, das sollte jedem klar sein.
no******:
19.05.2020 (11:29)
Die Rechnung geht m.Mg.n. in jedem Falle zugunsten des Oldtimers auf, denn selbst wenn der Besitzer üblicherweise auch ein "modernes" Fahrzeug - vornehmlich für den Winterbetrieb - hat, fährt er damit in Summe weniger, wenn er z.B. sommers mit dem Oldie unterwegs ist, wodurch sich automatisch auch die Lebenszeit des modernen Autos verlängert; statt alle 7 Jahre zu wechseln, braucht er vielleicht nur alle 14 Jahre ein neues Auto.
Dem Bericht ergänzen möchte ich die Gedanken zu a) Herkunft der Batterierohstoffe, b) unter welchen Bedingungen sie abgebaut werden, c) was nach Gebrauch der Batterie passiert = Entsorgung. Das sind nicht in Tonne, Liter oder Gramm berechenbare Parameter aber sehr wohl von größtem Einfluß auf unsere Umwelt
Antwort von sa******
19.05.2020 (13:22)
Man darf aber auch mal die Kirche im Dorf lassen. Tesla bezieht Kobalt aus Kanada, nicht aus dem Kongo, und dort sind die Bedingungen wohl besser als in Afrika. "Nach Gebrauch"? Nun, die Batterien werden ja nicht einfach kaputt gefahren und weggeschmissen. Wenn sie noch 90% Ladekapazität haben, werden sie umgenutzt und dienen als Energiespeicher für Solaranlagen (z.B. in Wohnhäusern). Aber in den USA laufen ja schon viele Tesla mit mehreren hunderttausen KM/Meilen und haben noch die erste Batterie drin.

Ich bin kein Freund von Tesla, ich fahre selber Oldtimer, und ich denke nicht, dass E-Mobilität der Weisheit letzter Schluss ist.

Was ich aber nicht verstehen kann, wie hüben und drüben in Stammtischpolemik gezetert wird - das bringt keine der beiden Seiten auch nur einen Schritt weiter.
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