Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Einloggen und mehr sehen: Login
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Archivierte Einträge:

Mamma, Mamma, schau mal, der Papa hat unser Auto platt gemacht!

Daniel Reinhard - 03.12.2019

Persönliches Archiv
Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

Sie haben Benutzername und Passwort?
Dann melden Sie sich an (Login).

Noch kein Benutzername?
Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

Mercedes-Benz 190E nach Tuning - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Die Tuning-Messe in Essen ist für den Oldtimer-Liebhaber ja doch eher etwas ganz Spezielles. Denn normalerweise pocht man doch gerade beim historischen Automobil auf Originalität. Alles, selbst das kleinste Detail sollte aus seiner Zeit stammen, möglichst ohne Neuteile bis hin zu Lack und Leder.

Dann wird man plötzlich mit Sachen konfrontiert, wo man sich sehr schnell fragt, was das denn jetzt soll.

Mercedes-Benz 190 SL nach Tuning - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Das absolute Extrembeispiel auf der aktuell stattfindenden Essen Motor Show ist ein schwarzer Mercedes-Benz 190 SL, ein wahrer Klassiker, formschön und perfekt bis ins letzte Detail und jetzt liegt er da, platt am Boden. Weit weg von seiner Originalität, wirkt er wie der Teppich auf dem Teppich. Ästhetisch wirkt das überhaupt nicht mehr mit dem gewöhnungsbedürftigen extremen negativen Sturz an der Hinterachse. Man kann nur schwer hoffen, dass die ganzen Originalteile noch vorhanden sind um einen Rückbau möglich zu machen. Ob es nun gefällt oder nicht, muss man doch klar sagen, dass die Verarbeitungs-Qualität der Tuning-Objekte in keiner Art und Weise kritisiert werden können. Selbst beim 190 SL passen die ganzen Spaltmasse besser wie beim Original.

Audi 100 LS nach Tuning - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Ein weiteres Fahrzeug welches im Originalzustand viel besser daherkommt wie derartig abgesackt, ist der Audi 100 LS. Was man beim Ami noch irgendwie akzeptiert, ist dann doch beim Europäer irgendwie fehl am Platz. Man sagt in der Szene, dass die bodennahe Trimmlage, für eine verbesserte Aerodynamik und die wiederum für einen geringeren Kraftstoffverbrauch sorgen soll. Ausserdem sollen die verkürzten Federwege für ein optimiertes Fahrverhalten in Grenzsituationen sorgen.

VW Golf II GTI nach Tuning - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Tuning, vom englischen "to tune" für Abstimmen, kommt vom Rennsport wo man Strassen-Autos mit PS-stärkeren Motoren und verbesserten Fahrwerken zu schnelleren Rundenzeiten verhalf. Alles was man veränderte sollte schlussendlich die Zeiten verbessern. Die dadurch entstandene Optik fand aber auch beim nicht Rennfahrer Gefallen und so kamen doch diverse Ableitungen von der Rennstrecke zurück auf die Strasse.

Bereits 1953 stellte die Firma "Kamei" den ersten Front-Spoiler, damals noch "Tiefensteuer" genannt, für den VW Käfer vor, um ab 100 km/h mehr Anpressdruck auf die Vorderachse des extrem hecklastigen Fahrzeuges zu bekommen.
Der grosse Boom vom Tuning begann dann in den Siebzigerjahren. So gab es damals auch die vielen Extrem-Umbauten wie von Gemballa am Porsche oder auch am Ferrari. Damit begann die Zeit des "Showtunings". Nicht mehr die Verbesserte Fahrdynamik war gefragt, sondern viel mehr die auffällige Optik. Die sogenannten "GFK-Bomber" erzielten immer grössere Beliebtheit und brachten es sogar im Film "Manta, Manta" bis auf die Kinoleinwand.

Opel Manta aus "Manta Manta" - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Ab Ende der Neunzigerjahre ging der Trend wieder zurück zu viel dezenteren Umbauten. Meist auch zu reinen Werksumbauten wie AMG von Mercedes, M-Edition bei BMW, oder Abt bei Audi.  

VW Käfer nach Tuning - Motor Show Essen (© Daniel Reinhard)

Nicht so auf der Tuningmesse, wo sich die Hobby-Szene des Tunings trifft und absolut perfekte Umbauten jenseits von Gut und Böse präsentiert. Nur wirklich selten sieht man ein Auto dieser Art schlussendlich auf der Strasse, aber mit der heutigen Gesetzesgrundlage ist es auch nur extrem schwer, oder mehr noch ganz unmöglich, eine Zulassung für ein derart getuntes Fahrzeug zu bekommen.

Daher fragt man sich schon auch, wozu so viel Geld in eine derartige Veredelung eines Autos, welches nie und nimmer einen Verwendungszweck erfüllen kann, gesteckt wird. Die Präsentation an der Essen Motor Show (30.11. - 8.12.2019) ist schlussendlich auch nur von sehr kurzer Dauer.

Tags: 

Keine Kommentare

 
Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  •  

    Weitere Blog-Einträge:

    SC76_Sujet_1