Ein Borgward zweimal in Le Mans

Bruno von Rotz
20.06.2019

Borgward 1500 von 1953 im Museum Art & Cars in Singen im Juni 2019

Sie gehören nicht zu den Sternstunden in der Borgward-Geschichte, die 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1953. Drei Rennwagen liess Carl F. W. Borgward in jenem Jahr auf der Basis des Hansa 1500 aufbauen, mit Kammheck und auf 90 PS leistungsgesteigertem Motor. Doch das Abenteuer begann bereits unglücklich, als der erste der drei Wagen (Nummer 43 mit den Fahrern Schaufele und Brudes) bereits bei der Anreise verstarb.

Zwei Borgward nahmen das Rennen auf, Startnummer 42 (Hans-Hugo Hartmann, Adolf Brudes) kam gerade einmal 29 Runden weit und blieb dann ohne Benzin stehen. Besser erging es dem Wagen Nummer 41 mit den französischen Fahrern Jacques Poch und Edmond Mouche. Erst in der letzten Stunde mussten sie aufgeben, als der Motor überhitzte. So sahen auch sie das Ziel nicht. Einen weiteren Start von Borgward in Le Mans gab es nicht.

Während die beiden früher ausgeschiedenen Coupés verschollen sind, hat der Wagen von Poch/Mouche überlebt. Er tauchte lackiert in Schweden wieder auf, gefahren von Monika Borgward, die eine Liebelei mit dem schwedischen Generalimporteur hatte. Irgendwann hatte das Pärchen dann einen Unfall und der Borgward 1500 war ein Schrotthaufen, der in der Folge für bescheidenste Summen mehrmals den Besitzer wechselte, bis ihn Lars-Erik Larsson, ein echter Borgward-Enthusiast, für wenig Geld kaufen konnte.

Larsson richtete den Wagen schliesslich wieder so her, wie er einst in Le Mans gefahren war. Und er hatte das Ziel, den Wagen nochmals in Le Mans fahren zu lassen, genauer gesagt an der Le Mans Classic und zusammen mit seinen beiden Söhnen.

Damit dies Tatsache wurde, musste nicht nur das Auto fit gemacht werden, sondern auch die Familie Larsson auf die Rennfahrerei vorbereitet werden. Dies gelang und 2018 war es dann soweit, der Borgward stand am Start in Le Mans. Vater Larsson strebte einen Sieg an. Doch ganz so schnell waren die drei Schweden dann doch nicht.

Borgward 1500 von 1953 an der Le Mans Classic 2018 (© Daniel Reinhard)

Sie wurden dann 31. in ihrem Plateau, respektive Fünfte in ihrer Klasse. Kein schlechtes Ergebnis für die Renn-Novizen und endlich eine Zielankunft in Le Mans für den Borgward!

Der Borgward 1500 RS steht übrigens aktuell im Mac, dem Museum Art & Cars in Singen in Süddeutschland. Wer ihn also einmal von Nahem betrachten möchte, hat da Gelegenheit dazu.

Ein Besuch im Mac lohnt sich am nächsten Wochenende sowieso, denn dann wird das Mac 2, ein eindrücklicher zweiter Bau eingeweiht. Zu sehen gibt es unter anderem Autos von Bizzarrini und Monteverdi!

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