Lamborghini Miura vom Autofriedhof?

Bruno von Rotz
18.01.2019

Halle mit den Autos von Ruggieri, im Vordergrund der Lamborghini Miura (© Adam Encheres)

Es gibt sie noch, die unwahrscheinlichen Geschichten, die trotzdem wahr sind. Kaum jemand würde noch hoffen, einen Lamborghini Miura auf einem Autofriedhof zu finden, aber die Versteigerung von Adam Encheres zeigt, dass es derartige “Naturwunder” doch noch gibt.

Tatsächlich kaufte Henry Ruggieri eine ziemlich vielseitige Sammlung zusammen, die er aber nicht fuhr, sondern einfach irgendwo auf seinen Landbesitztümern lagerte. Dort wurden sie überwuchert und immobil. Ruggieri entfernte jeweils ein essentielles Teil, um sicherzustellen, dass die Autos nicht gestohlen wurden.

So wurden die Autos vorgefunden (© Adam Encheres)

Nun ist der Sammler verstorben und die über 80 Autos sollen samt vielen Fahrzeugteilen verkauft werden. Dazu musste sie das Auktionshaus Adam Encheres zuerst einmal aus ihrem Naturgefängnis befreien, in eine Halle befördern und dokumentieren. Es zeigte sich, dass die Autos natürlich erheblich gelitten haben in ihrer letzten Lagerstätte.

Der Lamborghini Miura von 1968 (© Adam Encheres)

Der Lamborghini Miura von 1968 etwa, den Ruggieri im Jahr 1996 kaufte, weist erhebliche Roststellen auf und wird einer aufwändigen Komplettrestaurierung bedürfen, soll er wieder auf der Strasse fahren. EUR 400’000 bis 600’000 haben die Spezialisten als Schätzwert eingetragen.

Panhard & Levassor X 69 (© Adam Encheres)

Die Vielfalt in den Fahrzeugen ist enorm, vom Renault 4 CV, über eine Lancia Flaminia Berline, ein Simca Coupé de Ville, einen Lincoln Continental, einen Panhard & Levasor Type X 69, bis zum Hotchkiss Typ J.A.G. Grégoire oder Jaguar E-Type Serie 1 kommt alles vor. Auch modernere Fahrzeuge sind dabei, etwa ein VW Golf, ein Renault 9 GTL oder ein Talbot Tagora. Alleine schon das Betrachten der verfallenen Klassiker ist interessant, sieht man doch nur selten einen Graham oder einen Rolland Pilain …

Anschauen kann man sich das Angebot, das ab dem 20. Januar 2019 versteigert wird, auf der Website von Adam Encheres .

Archivierte Einträge:

von ar******
22.01.2019 (11:55)
Antworten
Es ist die Tragik der Sammlungsluxusgüter, dass die Menschen, die diese Dinge wirklich lieben, sie sich oft nicht (mehr) leisten können. Viele von denen, die sie sich leisten können aber nur Anhäufer statt Gralshüter sind. Dabei ist es egal, ob wir über Oldtimer, Kunst, Uhren, Alkoholika, historische Waffen, o.ä. sprechen.
von ph******
22.01.2019 (11:30)
Antworten
Das ist jedem persönlich gegeben und die Hintergründe sind meistens enorm spannend...ich jedenfalls liebe solche Geschichten von vergessenen Schätzen...hochglanzpolierte Oldtimer gibt es immer mehr und meiner Meinung nach mehr als genug...obwohl ich selber 3 alte (unresturierte) Schätzchen beherberge und auch fahre, üben Oldtimerveranstaltungen mit Ausnahme von Goodwood jedenfalls keinen Reiz mehr auf mich aus...
..da stöbere ich lieber an verwunschenen Orten herum wie z.B. auf dem Autofriedhof in Schweden...
Antwort von hinti.org
22.01.2019 (17:05)
Punkto Desinteresse an perfekt neu aufgebauten, hochglanzpolierten Oldtimern gebe ich Ihnen recht - wenn kaum mehr etwas an Originalsubstanz vorhanden ist verliert ein Klassiker seinen Reiz.
Autos aber, die derart vernachlässigt wurden, sodass sie nicht mehr fahrbar sind, haben für mich höchstens noch den Alteisenwert in CHF/kg mal Leergewicht...
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