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Autonom fahrende Autos werden den Oldtimer verdrängen

Bruno von Rotz - 15.04.2018

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Oldtimer versus autonom fahrendes Auto (Renault EZ Go, © Renault Communications)

Natürlich gibt es Zweifler und Skeptiker, die nicht daran glauben, dass dereinst autonom fahrende Autos auf unseren Strassen dominieren werden. Zu gross scheinen technische und regulatorische Probleme zu sein, selbst eine Akzeptanzkrise aus Sicht Konsument wäre denkbar.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber gross, dass sich das fahrerlose Fahrzeug durchsetzen wird, denn die Vorteile, die man ihm zuschreibt sind einfach zu gross: Bessere Ausnutzung des Verkehrsraums, Individualmobilität für alle (auch Kinder, Grosseltern), Fortbewegungseffizienz, Sicherheit (weniger Tote und Verletzte im Strassenverkehr), Ökologie, usw. Die Liste der Vorzüge wird auch politische Gegner hinter dem selbstfahrenden Automobil vereinigen, für eine bessere Zukunft. Die technischen Hürden sind sowieso lösbar, bereits heute legen Versuchsfahrzeuge ja schon hunderte von Kilometern problemlos autonom zurück, auch wenn noch nicht alle Schwachstellen ausgeräumt sind.

Eigentlich ist einzig der Zeitpunkt, wann sich das komplett autonom fortbewegende Auto durchsetzen wird, ist noch strittig. Hier beginnt aber gleichzeitig auch das Problem für uns Traditionalisten, die noch gerne selber am Lenkrad drehen und auch alte Autos, die längst moderne Sicherheitsanforderungen nicht mehr erfüllen, im normalen Strassenverkehr bewegen wollen. Um dem modernen selbstfahrenden Fahrzeug das Leben zu erleichtern, werden Behörden Strassen, Verkehrssignalisation, ja selbst die anderen Verkehrsteilnehmer so anpassen, dass eine optimale Konnektivität gegeben ist und sich das autonom fortbewegte Auto auf möglichst eindeutigen Umgebungsinformationen verlassen kann.

Im interessanten Buch “Autonomous Driving”, das die Professoren Herrmann, Brenner und Stadler (siehe Buchbesprechung ) kürzlich veröffentlicht haben, empfehlen die Autoren sogar, dass der Umstieg von herkömmlichen Fahrzeugen auf die autonomen fahrenden Individualverkehrsmittel sogar durch die Gesetzgebung gefördert werden sollte. In einer Stufe vorher regen sie eine Trennung von herkömmlichem und autonom fahrenden Verkehr an, denn Mischbetrieb ist für alle Beteiligte heikel.

Ein Oldtimerfahrer kann sich im Jahr 2035 kaum mehr in den stetigen Fluss selbstfahrender Fahrzeuge eingliedern, würde gleichzeitig aber auch die Effizienz des autonomen Fahrstroms substantiell senken, wenn er es täte. Die optimierte Ausnutzung des Verkehrsraums kann erst erfolgen, wenn alle Fahrzeuge miteinander sprechen und auf möglichst wenig nicht einkalkulierte Eventualitäten reagieren können müssen. Ein altes Auto, das weder am “Funkverkehr” zwischen den im Verkehr mitfahrenden Wagen beteiligt ist, noch die zu jenem Zeitpunkt vielleicht gar nicht mehr visuell sichtbaren Verkehrssteuerungsinformationen lesen kann, wird unweigerlich verdrängt.

Wann dieser Umbruch stattfinden wird, ist wie bereits erwähnt, unklar. 15 bis 20 Jahre haben wir bis dahin sicher, aber selbst wenn es 25 oder 30 Jahre sind, werden wir bereits deutlich früher die Auswirkungen der Innovation bereits in der Gegenwart zu spüren bekommen. Gewisse Strassen werden für Oldtimer gesperrt werden. Dies ist noch nicht einmal eine neue Entwicklung, denn bereits heute dürfen sehr alte Autos, die nicht über Vierradbremsen verfügen, ja nicht mehr auf der Autobahn fahren, selbst wenn sie die geforderten 80 km/h erreichen könnten.

Es wird immer weniger mögliche Käufer und Nutzer der Oldtimer geben, was sich wohl wiederum auf den Wert der Fahrzeuge auswirken wird. Sollte die Beliebtheit alter Autos wirklich zurückgeben, wird sich auch die Dienstleistungsindustrie darum herum wieder verkleinern, was das Aufrechterhalten der Verkehrstauglichkeit der Fahrzeuge wieder erschwert.

Im Prinzip ist denkbar, dass sich die ganze Oldtimer-Bewegung wieder auf das Mass reduziert, wie wir es auch in den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hatten, als alte Autos das Steckenpferd weniger begeisterter Enthusiasten waren, die entweder mechanisch sehr begabt oder begütert genug waren, um sich ein derart exotisches Hobby leisten zu können. Vielleicht gibt es dereinst nur noch einige wenige gesperrte Strassen, auf denen historische Verkehrsmittel geduldet sind. Sie werden durch autonom fahrende Zugfahrzeuge auf Anhängern dorthin transportiert, um dann ein paar Stunden nostalgischen Autofahrens zu ermöglichen, gegen entsprechende Gebühren natürlich.

Neueste Kommentare

 
 
bu******:
23.04.2018 (21:55)
Abwarten - Benzin trinken...
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