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Ein ganz besonders sagenumwobenes Dreirad

Bruno von Rotz - 12.10.2017

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Davis Dreirad Prototyp von 1947 - angeboten auf Hemmings

Es ist eine der unglücklich ausgegangenen Geschichten, die immer wieder passieren. Ein initiativer junger Mann, in diesem Fall Gary Davis, will ein Auto bauen. Als Basis für seine Entwicklungen kommt er in den Besitz eines Wagens, der 1938 von Frank Kurtis für den Millionär Joel Thorne als Prototyp gebaut wurde, ein Dreirad mit radikal moderner Formgebung.

1946 gründet Davis die “Davis Motor Car Company” in Van Nuys (Kalifornien) und beginnt Ingenieure einzustellen mit dem Versprechen, ihnen dereinst doppelt soviel zu bezahlen pro Monat, wenn die Produktion erst läuft. In einer riesigen Halle, die vorher dem Bau von Flugzeugen diente, nistet man sich ein. Das kleine Startup beginnt die Leute zu interessieren, 1947 kann ein erster Prototyp präsentiert werden, rückwirkend nennt man ihn Davis “Baby”. Es handelt sich um ein dreirädriges Coupé mit Viertakt-Vierzylinder-Motor, 47 PS, Dreiganggetriebe, Hinterradantrieb und Platz für vier Personen. Man werde schon bald die Produktion starten mit zunächst gefertigten 50 Autos pro Tag, steigend auf einen Ausstoss von 1000 Autos pro Tag.

Davis Dreirad in der Werbung um 1948

In der an Neuheiten nicht unbedingt reichhaltigen Nachkriegszeit stösst Gary Davis Pioniertat auf viel Interesse, Investoren vertrauen ihm Geld an, rund 300 Händler unterzeichnen Franchise-Verträge. Tatsächlich muss dieser Wagen geradezu magischen Anziehungskraft gehabt haben, wenn man ihn mit vielen "Neuheiten" der späten Vierzigerjahre vergleicht, die ja eigentlich nur aufgpeppte Vorkriegsmodelle waren.

Auch die Automobil Revue berichtet über die Neuerscheinung, nimmt die technischen Daten 1949 sogar in den AR-Katalog auf. “Der Davis-Dreiradwagen wurde von amerikanischen Fachleuten, die ihn prüften, erstaunlicherweise als sehr strassensicher beschrieben. Europa bleibt vorläufig noch kritisch eingestellt”, schreibt die Automobil Revue über den ungewöhnlichen Wagen, bei dem alle vier Passagiere vorne sitzen. 185 km/h werden einer rund 630 kg schweren 60-PS-Variante angedichtet, und dies bei einem Verbrauch von nur 5 bis 6 Litern pro 100 km.

Weitere Prototypen unterschiedlicher Ausführung werden gebaut, aber mehr als zwei Dutzend Autos entstehen nicht, bis die ersten Klagen wegen unbezahlter Löhne und nicht eingehaltener Versprechen eingereicht werden. Davis geht das Geld viel zu früh aus und er muss sich vor Gericht rechtfertigen, wird schliesslich für zwei Jahre eingebuchtet. Derweil versucht eine Gruppe von Franchise-Nehmern die Produktion mithilfe von Reliant in England doch noch zu starten, doch auch dieser Versuch schlägt fehl. So zumindest ist es auf in der Website des Davis Registers zu lesen. 

Übrig bleiben ein paar wenige Davis-Dreirad-Prototypen inklusive dem ersten Wagen namens “Baby”. Und genau dieser (siehe Bild oben) ist jetzt auf Hemmings zum Verkauf angeboten worden. Er sei nicht billig, der Prototyp mit Aluminium-Karosserie und Hercules-Vierzylinder-Motor, hiess es im Inserat, aber schliesslich wurden ja nur 13 gebaut. Immerhin soll "Baby" noch zu 98 Prozent komplett und damit eine gute Basis für eine Restaurierung sein. Man kann sich den damals revolutionären Wagen jedenfalls gut in Pebble Beach oder Amelia Island vorstellen, aber auch in Schwetzingen oder im Park der Villa d’Este. Allerdings, wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hat Pech, denn gemäss Hemmings ist der Wagen bereits verkauft.

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