50’000 km im Autobianchi - wie es damals war

Bruno von Rotz
20.10.2016

Autobianchi A112 von 1971

Es war 1972 im Frühling als die Zeitschrift Auto Motor und Sport im Heft 8/1972 die Erkenntnisse nach dem Dauertest eines Autobianchi A112 publizierte.

Der kleine Flitzer war gelb lackiert gewesen und hatte in nur gerade 14 Monaten eine Distanz zurückgelegt, für die “normale” Autofahrer drei bis vier Jahre benötigten. Der Frontmotor-Mini wurde von der Redaktion geliebt, denn die Liste guter Eigenschaften geriet lang und beinhaltet auch ausgezeichnetes Handling, unproblematische Fahreigenschaften, viel Praxisnutzen und attraktives Aussen- sowie Innendesign.

Überrascht reagiert man aber heutzutage auf die lange Liste von Störungen, die immerhin über 30 Punkte umfasst. Da waren lose Kunststoffverkleidungen, Dröhngeräusche oder eine klappernde Heckklappe noch die geringsten Übel. Schlimmer waren kochendes Kühlwasser (defekter Thermostat), ausgefallenes Abblendlicht, undichter Auspuff, Kurzschluss in der Elektrik, undichter Ventildeckel, defekte Tachowelle, kratzender zweiter Gang (Synchronisation) und dergleichen. Immerhin aber blieb der Autobianchi nie dauerhaft stehen.

Probleme mit dem Autobianchi A1120 über 50'000 km

Dafür aber hatte sein Karosseriekleid schon früh mit Rost zu kämpfen. Schon nach kurzer Zeit blätterte die Lackschicht um das Heckklappenschloss ab und auch an den Radläufen bildete sich wegen der mangelhaften Lackierung schon früh Rost. Auch an anderen Stellen zeigte sich der “Rostteufel” und dies bereits im ersten Betriebsjahr. Da konnte man für ein langes Leben des Quermotor-Fronttieblers keine gute Prognose stellen.

Obschon einiges auf Garantie erledigt werden konnte, mussten für Wartung und Reparaturen innerhalb der ersten 50’000 km 1726 DM ausgegeben werden, immerhin rund ein Viertel des Neupreises des Autos von 6199 DM (!). Auf den Kilometer gerechnet kostete der A112 damit mehr als ein Fiat 128, ein Simca 1100 GLS oder gar ein Mercedes-Benz 230.

Als Testverbrauch notierten die Stuttgarter 8,4 Liter Superbenzin pro 100 km, dazu verschlang der kleine Motor noch 0,34 Liter Öl pro 1000 km.

Es war damals also kein überaus günstiges Vergnügen, einen Autobianchi A112 zu fahren, aber ein Vergnügen war es allemal, denn schliesslich bot der fahraktive Kleinwagen viel Spass hinter dem Lenkrad und gute Fahrleistungen (0-100 km/h in 17,4 Sekunden, 138,4 km/h Spitze am Ende des Dauertests).

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