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Ein Schweizer Volkswagen namens Monteverdi

Bruno von Rotz - 16.11.2014

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Monteverdi Sahara 1979

Im Jahr 1979, also vor 35 Jahren Seiten, setzte Peter Monteverdi zum grossen Wurf an. Und er verkündete dies wie üblich mit einer Pressemitteilung, die hier vollumfänglich wiedergegeben sei:

Wird der Monteverdi  zum schweizerischen Volkswagen?

Als im Jahre 1966 Peter Monteverdi sein erstes hochelegantes high speed-Coupé schuf,   war die einschlägige Presse begeistert. «Endlich», jubelte man, «wieder ein Schweizer Personenwage!»
Die Fans standen Schlange, aber ein «Volkswagen» war das nicht. Das rasante Modell mit der schnittigen Linie,   in  100-%-iger Handarbeit hergestellt, konnte sich nur leisten, wer seine Schäflein im Trockenen hatte.
Auch seine viel bewunderten Nachfolger, die Limousinen und Cabriolets der darauffolgenden Jahre, gehören zum Vornehmsten in der Geschichte des Automobilbaus. Und das hat sich denn auch bis heute nicht geändert, obschon seit 1975 auch die Monteverdis in Serie produziert werden.

Der erste Monteverdi-Geländewagen Safari, der seit 1976 vor allem über die Strassen des Auslands rollt, verleugnet seine Herkunft nicht: sein Design und die  luxuriöse Ausstattung war und blieb Klasse bei  aller Robustheit und trotz geländegängigem Vierradantrieb.

Monteverdi Safari 1980

Letzten Sommer kam das Gelände-Fahrzeug Sahara (Bild oben)  hinzu, das nach Monteverdis Ansicht nicht mehr als Luxus zu bezeichnen ist.

Im Genfer Automobil Salon ist es vom 1. bis  11. März (1979) erstmals ausgestellt. Wer will, kann sich davon überzeugen, dass auch dieser berg- und wüstentüchtige Menschen- und Lasten-Transporter es punkto Komfort mit den meisten hochgelobten Limousinen durchaus aufnimmt.

Aber Peter Monteverdi hat es sich  in den  Kopf gesetzt, 1979 zum Jahr der Überraschungen zu machen. Für ein grosses schweizerisches Konsortium, das sich entschlossen hat, Geländepersonenwagen in Militär- und Zivilausführung zu produzieren, schuf er den Monteverdi Military 230 M - und er zeigt  ihn der Welt erstmals, ebenfalls am diesjährigen Automobilsalon.

Monteverdi Military 230 M 1980

Ist das nun der schweizerische Volkswagen? Er wäre es bestimmt, wenn die Schweiz so aussähe, wie mancher Fremde  sich das Land aus der Ferne vorstellt: gebirgig, rauh und holprig durch und durch. Dann nämlich würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fast jeder Schweizer sich für einen Monteverdi-Geländewagen entscheiden. Dies umsomehr, als Monteverdi nach wie vor die einzigen Schweizer Personenwagen baut. Und weil sie zudem gar nicht so teuer sind, wie man vielleicht mit Seitenblick auf den harten Franken glauben könnte.”

Wie wir heute wissen, entwickelte sich die Geschichte nicht so rosig wie angekündigt. Der Monteverdi Sahara schaffte es nie in die Grossserienfertigung, vom Monteverdi Safari, dem wir einen umfangreichen Bericht gewidmet haben, wurden aber immerhin wohl über 1000 Fahrzeuge hergestellt. Mit dem Monteverdi Military 230 M und dessen Frontlenker-Bruder bestand Monteverdi aber immerhin alle Prüfungen der Schweizer Armee und erhielt den Auftrag, ihn zu bauen. Doch da seine Kapazitäten nicht ausreichten, übergab der die Produktion und die Rechte an Saurer und diese stellte kurz darauf die Personenwagenproduktion ein. Damit war das Ende des Schweizerischen Volkswagen, der natürlich immer ein teurer Spass geblieben wäre, besiegelt und Schweizer Soldaten fuhren dann unter anderem Puch G statt Monteverdi.

 

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