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Wie ein “Scheunenfund” in Paris verblüffte

Bruno von Rotz
06.02.2014

Mercedes 600 Pullmann Landaulet 1971 (© Daniel Reinhard)

Sein Besitzer hatte ihm wenig Pflege angedeihen lassen. Der gestern Abend bei RM versteigerte Mercedes Benz 600 Pullmann Landaulet mit sechs Türen aus dem Jahr 1971 sah erbärmlich aus. Jedenfalls, bevor dieser Motor wieder drehen und sich die Limousine mit angebrachter Eleganz bewegen würde, dürfte noch einiges an Arbeit in den angebotenen 600-er fliessen.

Motor des Mercedes 600 Pullmann Landaulet 1971 bei RM (© Daniel Reinhard)

So wunderte sich wohl der eine oder andere im Zelt von RM, ob der Schätzpreis von Euro 80’000 bis 120’000 nicht doch ein wenig hochgegriffen sei. Erklärt wurde die selbstsichere Erwartungshaltung mit dem Raritätencharakter der Limousine, denn von dem angebotenen Modell sollen nur 26 Stück gebaut worden sein. Und der Wagen wurde offensichtlich 1971 mit dem Besten vom Besten bestellt, was Auto-Unterhaltungselektronik-Hersteller zu bieten hatten, also mit einem Sony-Fernseher mit sagenhaften 23 Zentimetern Bilddiagonale und einem Becker Grand Prix Radio mit nicht weniger als acht Lautsprechern sowie einer Telefonanlage. Unter vorgehaltener Hand wurde zudem gesagt, dass dieser Wagen einem bekannten afrikanischen Staatsoberhaupt gehört haben solle.

Fond des Mercedes 600 Pullmann Landaulet 1971 bei RM (© Daniel Reinhard)

Auktionator Marc Girardo jedenfalls vermeldete ein breites Interesse - es warteten auch diverse Telefonbieter auf ihre Chance - und er schlug Euro 80’000 als erstes Gebot für den Mercedes vor, also einen Betrag auf Ebene des unteren Schätzpreises. Und die Gebote kamen schnell. 80’000, 100’000, 120’000, 140’000 Euro und so weiter wurden in kurzer Folge von verschieidenen Seiten geboten. Keiner der Bieter wollte nachgeben.

Cockpit des Mercedes 600 Pullmann Landaulet 1971 bei RM (© Daniel Reinhard)

Am Schluss, nach einer wahrlich beeindruckenden Bieterschlacht, fiel der Hammer bei sagenhaften Euro 480’000, mitunter also dem rund Fünffachen des Schätzpreises. Und damit kaufte sich der Meistbietende gerade einmal eine unfahrbare Restaurierungsbasis, die bis zur Fertigstellung weitere Hundertausende verschlingen dürfte, von der Kommission (12%) und allfälligen Zoll-/Steuerabgaben ganz zu schweigen.

Aber es war halt schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben ....

 

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