Sonderschau 50 Jahre Toyota in der Schweiz - eine Erfolgsgeschichte dank Modellvielfalt

Erstellt am 9. März 2017
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
43
Archiv Emil Frey AG 
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Als in den Sechzigerjahren die britischen Automobilhersteller Schwächen zeigten, sah Autoimporteur Emil Frey die Chance, mit einem japanischen Fahrzeughersteller in die Nische vorzustossen.


Toyota 2000 GT (1969) - zusammen mit einem Toyota Corona von 1965 - im Hintergrund Walter und Emil Frey - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Erstmals hatte Emil Frey im Jahr 1964 Kontakt mit Toyota gehabt und zwar anlässlich einer Reise nach Südafrika. Überraschend für Frey war vor allem die hohe Flexibilität des japanischen Autoherstellers, der innert drei Wochen ein neues Getriebe für Südafrika anbieten konnte, nachdem es sich gezeigt hatte, dass die Dreigangversionen sich im gebirgigen Umland der Städte nicht bewährten. Solch schnelle Reaktionen war sich Frey nicht gewohnt, die britischen Autobauer nahmen sich für derartige Marktbedürfnisse schon einmal zwei Jahre Zeit.


Toyota Corona (1965) - noch rechtsgelenkt - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Kurzerhand wurde ein rechtsgelenkter Toyota Corona 1500 in die Schweiz importiert, der Test mit dem Auto erfüllte alle Hoffnungen, letzte Zweifel wurden ausgeräumt.

Importvertrag am 4. Oktober 1966 unterschrieben

Emil Frey reise zusammen mit seinem Sohn Walter, um sich die Fabriken anzusehen. Die rationellen Arbeitsabläufe, die Sorgfalt und das Qualitätsbewusstsein bei der Fertigung und generell der Fleiss der Arbeiter überzeugte die beiden Schweizer restlos, ein Importvertrag wurde unterzeichnet, die Toyota AG Schweiz gegründet.

Bereits kurz danach konnten die ersten Coronas und Corollas der Presse vorgestellt werden.


Frühe Personenwagen von Toyota, wie sie ab 1967 in die Schweiz eingeführt wurden - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

10 Leute arbeiteten anfänglich in einer gemieteten Garage in Urdorf und verkauften in den ersten sieben Wochen nach der Premiere am Genfer Autosalon 107 Autos. Bis Ende 1967 waren es 550 Toyotas, der Marktanteil stieg stetig an. Für die Garagen waren die Personenwagen von Toyota Segen und Risiko gleichzeitig. Sie liefen so gut, dass sie kaum je einen Mechaniker benötigten, aber sie verkauften sich gut. Bald wollten die Garagen Zweitmarken führen, um mehr Arbeit für ihr Personal zu generieren.

Importzentrum in Safenwil

Natürlich kämpfte man schon bald mit Platzmangel, daher wurde entschieden, in Safenwil ein eigenes Importzentrum mit 14’000 Quadratmeter Bauland und Parkplätzen für 3000 Autos zu errichten. Zur Eröffnung wurde Toyota-Präsident Eiji Toyoda eingeflogen. 1972 konnten bereits 22’680 Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden.

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Rezession und Gegenangriff

1973 schlittere die Schweiz in eine Rezession, die die ganze Autobranche traf. Toyota aber litt mehr als die anderen, weil wegen der jungen Geschichte noch wenig Ersatzbedarf bestand und weil die Konkurrenz mit harten Bandagen gegen die stetig gefährlicheren Japaner antrat. So galten Toyota als Occasionen als nahezu unverkäuflich und in der Presse kursierten die widersprüchlichsten Gerüchte.


Auch Gelände- und Nutzfahrzeuge gehören seit früh zum Toyota-Programm - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Doch Emil und Walter Frey konterten geschickt, begannen auch Geländewagen und Nutzfahrzeuge zu importieren und gingen gestärkt aus der Krise hervor. Geholfen dabei hatte ihnen auch der mutige Schachzug, auf Neuwagen ab Januar 1976 eine Garantie von drei Jahren zu geben.

Erfolgsgeschichte bis heute

1992 konnte in der Schweiz der 500’000. Toyota ausgeliefert werden, soviele Autos hatte noch nie eine Marke in der Schweiz verkauft. Die Japaner zeigten auch immer wieder interessante Produktinnovationen, etwa den RAV4, den MR2 mit Mittelmotor oder den Prius im Jahr 1997, der ab 2000 auch in der Schweiz fuhr.


Toyota Prius I (2000) - 1997 eine Sensation als erster in grosser Serie hergestellter Hybrid-Elektro-Personenwagen - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Und im Jahr 2017 kann nun bereits das 50. Jubiläum des Toyota-Imports gefeiert werden. Und man tut dies mit einer Sonderausstellung im Emil Frey Classics Center. Gezeigt werden über 20 Autos, die einen guten Überblick über das Leistungsspektrum Toyotas der Vergangenheit zeigen.

Die Anfänge

Gezeigt werden natürlich vor allem die frühen Toyota-Personenwagen, die in die Schweiz importiert wurden, also die Modelle Corolla, Corona und Crown.


Frühe Toyota Corolla und Sprinter, wie sie ab 1967 in die Schweiz eingeführt wurden - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Sie zeigen, wie die Autos aus Japan vor 50 Jahren aussahen und was man damals für rund 8000 bis 12000 Franken kaufen konnte.

Die Sportlichen

Die Herzen höher schlagen lassen natürlich die Sportwagen der Marke Toyota. Der 2000 GT wurde ja nicht zuletzt als Cabriolet im James-Bond-Film “You only live twice” bekannt, zu kaufen gab es den Supersportwagen, der mit Yamaha-Hilfe entwickelt wurde, allerdings nur als Coupé. Zwei drei Preisklassen tiefer bot Toyota den Sports 800 an, einen Bonsai-Sportwagen, der allerdings nie offiziell in die Schweiz importiert wurde.


Toyota 2000 GT (1969) - der japanische Supersportwagen der Sechzigerjahre - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Zum Erfolg bei den sportlichen Autos setzte Toyota mit dem Modell Celica an, das in Safenwil als Strassen- und als Rennversion gezeigt wird.


Toyota Celica ST (1972) - die japanische Antwort auf die Pony-Cars - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Später kamen dann noch der Mittelmotorsportwagen MR2 und die Supra-Modellen, die nicht zuletzt mit ihren Auftritten in “The Fast and the Furious” auch bei jüngeren Generationen sehr beliebt wurden.


Toyota Supra Twin-Turbo (1997) - mit gigantischem Heckflügel - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Den Supra Twin Turbo sollte man sich auf jeden Fall anschauen, schliesslich wurden damals nur 200 Exemplare importiert.

Die Vielseitigen

Neben den Personenwagen, die anfänglich immer in Standardbauweise (Motor vorne, Antrieb hinten) daherkamen, später dann mit Frontantrieb und Frontmotor angeboten wurden, baute Toyota schon früh auch Geländewagen und Nutzfahrzeuge.


Toyota Land Cruiser Hardtop (1973) - zusammen mit dem Prius I - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Einige Beispiele dafür stehen auch in Safenwil, so etwa ein rarer Corona Pick-Up und ein Land Cruiser der frühen Siebzigerjahre.

Die Innovativen

Heute kennt man Toyota (Werbung: “Nichts ist ummöglich, Toyota!”) vor allem auch wegen des Modells Prius, das die Hybrid-Technik in der Grossserie brachte.


Der Prius war Wegbegleiter für die Hybrid-Technologie, die frühen Corolla und Sprinter für den japanischen Erfolg in der Schweiz - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Die ersten Modelle wurden Ende des alten Jahrtausends importiert, heute sehen die frühen Prius schon fast etwas ulkig aus.

Nicht nur Autos

Wer nach Safenwil fährt, sollte sich nicht nur die Autos, sondern auch die damaligen Werbesujets, die Prospekte und die ausgestellten Autoradios genauer anschauen. Wann hat man denn schon einmal die Farbmuster für den Toyota 2000 GT gesehen, der in Rot, Weiss und Silber erhältlich war?


Musikgenuss im Auto - Autoradios von damals in der Vitrine - 50 Jahre Toyota Schweiz Sonderschau
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Auch die Videos von damals sollte man sich gönnen, es steckt soviel Fahrkulturgeschichte in der fünfzigjährigen Importtradition.

Die Ausstellung im Emil Frey Classics Zentrum in Safenwil ist noch bis zum 30. Juni 2017 geöffnet. Der Besuch lässt sich gut mit einer kleinen Ausfahrt verbinden, auch Führungen werden angeboten.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Emil Frey Classics Zentrums .

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