Italienisches Rennflair am Berg - Vernasca Silver Flag 2014

Erstellt am 28. Juni 2014
, Leselänge 3min
Text:
Stephan Traber
Fotos:
Stephan Traber 
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Vom 20. - 22. Juni wurde in der italienischen Provinz Piacenza auf der ehemaligen Bergrennstrecke von Castell' Arquato nach Vernasca das 19. «Vernasca Silver Flag» ausgetragen. Die Veranstaltung fusst auf einer spannende Tradition, wurde doch auf der gleichen Strecke zwischen 1953 und 1972 echte Bergrennen ausgetragen.


Blick auf Vernasca - Eindrücke vom Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Seit einigen Jahren findet nun ein Oldtimeranlass statt, welcher mit hochkarätigen Fahrzeugen und einer fantastischen Atmosphäre glänzt. In zwei Tagen konnten bei sehr heissen Temperaturen drei Läufe (ohne Zeitmessung) absolviert werden.

Beliebt auch bei den Ausländern

Dass die Veranstaltung auch bei Schweizern, Deutschen und Österreichern sehr beliebt ist zeigt ein Blick in die Startliste. Von den 220 aufgeführten Fahrzeugen stammten fast 40 aus der Schweiz ein weiteres Dutzend aus Deutschland und eine Handvoll aus Österreich, neben Nennungen aus Frankreich, den Niederlande und einem grossen Kontingent Engländern.

Im Zeichen von Lancia

Das diesjährige «Vernasca Silver Flag» stand im Zeichen von Lancia. Unter dem Motto: «Lancia, dalla Lambda alla LC2» gingen 58 Wagen der italienischen Traditionsmarke auf die Strecke.


Lancia in der Ortsdurchfahrt von Lugagnano - Eindrücke vom Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Neben vielen Fulvia, Aurelia und Delta sorgten sieben Stratos und mehrere 037 für Rallye-Atmosphäre.

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Ein Hauch von Targa Florio

Man ist in Italien und nichts wird überstürzt. So erfolgte der Start zum 1. Lauf erst am Samstag um 11.00 Uhr.

Ausgangspunkt ist das wunderschöne, historische Städtchen Castell’ Arquato. Im 30 Sekunden Rhythmus wurden die Wagen auf die Strecke geschickt. Die ersten vier Kilometer sind flach und ohne nennenswerte Kurven. Der Belag hat schon bessere Zeiten gesehen und einige heimtückische Buckel erfordern volle Konzentration.

Auf diesem Streckenabschnitt dürften die schnellsten Fahrzeuge wohl über 200 km/h erreicht haben. Dies trotz einiger Schikanen und den schon erwähnten Bodenwellen.

Am Dorfeingang von Lugagnano bremste ein Kreisel die Piloten bevor sie im Zentrum nach einer spektakulären 90 Grad Linkskurve weiter zum Dorfausgang donnerten. Alles ganz dicht vorbei an Zuschauern, welche in einer Gartenwirtschaft und am Strassenrand das Geschehen hautnah verfolgen konnten.


Alfa Romeo Giulia TZ1 (1965) - am Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Ein Hauch von Targa Florio lag in der Luft! Nach einem weiteren Kreisel windet sich die Strasse auf den folgenden vier Kilometern in unzähligen Kurven hinauf nach Vernasca. Dabei sind 300 Höhenmeter zu überwinden.

Neben der Dorfdurchfahrt von Lugagnano ist dieser Streckenabschnitt sicher das Herzstück der 8,5 km langen Strecke.

Am späteren Nachmittag konnten die Fahrer zum 2. Lauf antreten, der dritte Lauf folgte dann am Sonntag.

Prominente Fahrer am Start


Matra MS11 V12 (1969) - am Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Gleich zwei sehr bekannte ehemalige Rennfahrer gingen am 19. «Vernasca Silver Flag» an den Start. Zum einen Henri Pescarolo, seines Zeichens vierfacher Le-Mans-Sieger. Mit 33 Starts ist er absoluter Teilnahme-Rekordhalter in Le Mans und aus der Sarthe nicht mehr wegzudenken. Neben seinen Langstreckenrennen bestritt er auch mehrere Formel-1-Einsätze und leitete mit «Pescarolo Sport» auch ein eigenes Rennteam. Am Silver Flag 2014 trat er mit einem herrlichen Matra MS11 12-Zylinder-Monoposto an.

Kaum weniger legendär dürfte Sandro Munari sein, der zwischen 1972 und 1977 die Rallye Monte Carlo gleich viermal gewann. In Vernasca pilotierte Munari natürlich einen Lancia Stratos.

Hochinteressantes Fahrzeugfeld

Dem Publikum wurde wirklich einiges geboten. Neben dem breit besetztem Lancia-Feld traten auch einige rare Alfa-Romeo-Sportwagen an, darunter ein Alfa Romeo 2000 Sportiva von 1954 und die berühmte Giulia TZ in den Varianten TZ1 und TZ2.


Alfa Romeo 2000 Sportiva (1954) - am Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Auch schöne Engländer waren zu bewundern und natürlich die ialienischen Exoten von Ermini, Osca, oder Abarth. 220 Fahrzeuge, eine grosse Vielfalt, den Zuschauern wurde sicher nicht langweilig, vor allem wenn die sportlich bewegten Rennwagen auf drei Rädern um die Kurve in Lugagnano drifteten. 


Lancia Flavia Zagato Corsa (1965) - am Bergrennen Vernasca Silver Flag 2014
Copyright / Fotograf: Stephan Traber

Kulinarisches Wohlfühlprogramm

Mit Italien verbindet man nicht nur sportliche Autos, sondern natürlich auch gutes Essen. Der Magen wird am Bergennen Vernasca Silver Flag besonders belohnt.

Mit der Entrichtung des Startgeldes (Euro 500) sicherten sich Piloten und Begleiter ein kulinarisches Wohlfühlprogramm mit zwei Mittagessen, einer Weindegustation und als Höhepunkt das grosse Gala Dinner am Samstagabend im Schlosshof des Castell' Arquato.
In gediegenem Rahmen konnten so ausgiebig Benzingespräche geführt und Kontakte geknüpft werden.

Wer das 19. «Vernasca Silver Flag» verpasst hat sollte sich rechtzeitig über die 20. Austragung informieren. Ein verlängertes Wochenende in der Emilia Romagna lohnt sich für Oldtimerfans und kulinarische Geniesser.

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