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Bild (1/8): Bentley Speed Six (1929) - Best of Show - Classic-Gala Schwetzingen 2016 (© Classic-Gala, 2016)
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    Classic Gala Schwetzingen 2016 - Exotisches und Elegantes im Schlosspark

    9. September 2016
    Text:
    Martin Schröder
    Fotos:
    Martin Schröder 
    (21)
    Classic-Gala 
    (11)
    Archiv Pielmann 
    (3)
    Archiv Aust 
    (1)
     
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    „Pebble Beach kommt nach Deutschland und die Juroren werden von dort gleich mit eingeflogen“ – so oder ähnlich wurde der 1. European Concours d’Elegance in Schwetzingen angekündigt.

    Das war im Jahr 2001, und Johannes Hübner war bereits dabei. In der Tat war das Teilnehmerfeld dem US-Vorbild nicht unähnlich und versammelte automobile Schätze und Kunstwerke vom Talbot Teardrop über Lancia D 50 bis zum letzten gebauten  - und echten - Blitzen Benz vor der Kulisse des Schwetzinger Schlosses.

    Blick in den Park von Schwetzingen - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Classic-Gala

    Der Concours wurde noch zwei weitere Jahre unter der Regie des Briten Bob Gathercole durchgeführt, um dann über den Veranstalter AvD an Johannes Hübner überzugehen und in diesem Jahr vom 2. bis 4. September 2016 als Classic Gala die 12. Auflage zu erleben.

    War anfangs Pebble Beach das große Vorbild, so hat es Johannes Hübner geschafft, das Teilnehmerfeld zu einem Querschnitt durch die Automobilgeschichte zu entwickeln, der in diesem Jahr vom Benz 1893 bis zum Isdera Autobahn Kurier von 2006 reichte.

    Der Autor dieser Zeilen war beim ersten Mal 2001 dabei und bei der Auflage 2016. Bei jedem Concours und in jedem Jahr stellt sich für den Automobilhistoriker die Frage nach dem bedeutendsten Exponat. Die ließ sich 2001 mit dem einzigen existierenden und weitgehend unrestaurierten Blitzen Benz leicht beantworten – das Exemplar im Mercedes-Museum wurde in den 30er Jahren aus Teilen montiert.

    Der "Kleine Grade" als automobilgeschichtlicher Meilenstein

    Wie war es 2016? Nun, da war es ebenfalls sehr einfach. Denn mit dem „Kleinen Grade“, dazu noch in Sportausführung und mit Avus-Teilnahme, war ein Stück Automobilgeschichte präsent, von dem der Autor bisher nur das Exemplar im Deutschen Technischen Museum Berlin kannte und das es verdient hat, hier einer Würdigung des Konstrukteurs Hans Grade  und einer näheren Betrachtung seiner Konstruktion unterzogen zu werden.

    Grade Rennwagen (1921) - erhielt den Ehrenpreis der Jury - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Classic-Gala

    Hans Grade (* 17. Mai 1879  † 22. Oktober 1946) unternahm am 28. Oktober  1908 seinen ersten Flug in Magdeburg, der zwar nur über 100 m ging und mit einer Bruchlandung endete, ihm  aber in die Gruppe der Flugpioniere einreihte. Grade blieb der Flugzeugentwicklung treu und war insofern ein wichtiger Teil der deutschen Luftwaffe im 1. Weltkrieg.

    Nach Kriegsende und auf Grund des Versailler Vertrags durften für viele Jahre in Deutschland keine Flugzeuge hergestellt werden. Für Automobile allerdings galt dies nicht. Sehen wir uns die Autos der frühen 20er Jahre an, so waren diese groß, schwer und teuer. Was fehlte, war ein kleiner, leichter und erschwinglicher Wagen.

    Und den hatte Hans Grade mit seiner Konstruktion im Sinn. Zwar wissen wir  nicht, wie Grade auf die Idee mit der Bodenwanne als erste selbsttragende Karosserie und auf den Reibradantrieb kam, anzunehmen ist aber, dass ihm die Vorteile des geringen Gewichts, vulgo des Leichtbaus, aus der Fliegerei bekannt waren.

    Sehen wir uns die Umsetzung der Grade‘schen Ideen etwas genauer an. Denn ein optisch unübersehbares und akustisch unüberhörbares Exemplarwar unter den Teilnehmern, stolz präsentiert von R. Aust aus Borkheide, dem ehemaligen Bork, wo die Fahrzeuge in einer kleinen Fabrik hergestellt wurden.

    Die Karosserieform ist klar vom Flugzeugbau abgeleitet. Die Besonderheit ist die Bodenwanne aus Stahlblech, die das Fahrwerk trägt und bis zu der Naht unter dem Auspuff reicht. Mit einer kräftigen Vernietung ist die Federaufnahme angebracht, die sämtliche Beschleunigungs-, Brems- und Seitenkräfte auf den Wagenkörper übertragen muss.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - und er funktioniert, gut zu sehen die Bodenwanne mit der genieteten Verankerung der vorderen Blattfeder - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Die Tropfenform der Bodenwanne ergibt neben der Gewichtsreduzierung gegenüber dem damals üblichen Leiterrahmen zusätzliche Steifigkeit und einen aerodynamischen Vorteil durch die geschlossene Unterseite. Die Räder sind aus demselben Grund  als Scheiben ausgebildet.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - Reibradgetriebe - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Die zweite geniale Idee Hans Grades ist das Reibradgetriebe, das zum einen gegenüber dem Schaltgetriebe Gewicht spart, vor allem aber auch Kosten. Denn den Zeitläuften entsprechend hatte Grade einen erschwinglichen Kleinwagen im Sinn und hat auf alle nicht der motorisierten Fortbewegung dienlichen Bauteile verzichtet, so außer dem herkömmlichen Getriebe auch auf ein Differenzial. Beim einer Spurbreit vom 1000 mm konnte man den Nachteil des leicht durchdrehenden Innenrades bei Kurvenfahrt in Kauf nehmen. Der Antrieb erfolgt mittels Kette auf die starre Hinterachse.

    Die durch das Cockpit geführte Kardanwelle ist mit dem quer zur Fahrtrichtung stehenden Schwungrad starr verbunden, d.h. solange der Motor läuft, dreht sich die Schwungscheibe. Senkrecht zur Schwungscheibe steht das Reibrad, das mittels einer Feder gegen das Schwungrad gepresst wird. Im Cockpit befindet sich links der „Schalthebel“ der das Reibrad auf der Schwungscheibe verstellt, vom Zentrum, Leerlauf, nach außen in den großen Gang. Die Reibradwelle wirkt auf das außerhalb der Karosserie befindliche Zahnrad, von wo die starre Hinterachse mittels Kette angetrieben wird. Vorteile: einfach und billig in der Herstellung und geringes Gewicht.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - Zweizylindermotor mit Blechummantelung zur Luftführung, rechts das Zahnrad mit der vierreihigen Kette zu den Seilzügen für die Lenkung - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Kommen wir zum Motor, so finden wir im Frontteil einen luftgekühlten 2-Zylinder Zweitaktmotor von 859 ccm und einer Leistung von 16PS, in der Sportausführung 20 PS. Auch hier wieder preiswerte Herstellung sowie Gewichtseinsparung durch Luftkühlung. Die Luft wird durch die vorderen Schlitze angesaugt und durch die seitlichen wieder ins Freie geführt. Gestartet wird der Motor manuell durch einen auf der Kardanwelle sitzenden Schwunghebel.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - senkrecht vor dem Fahrer sitzendes Lenkrad - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Interessant und ebenfalls vom Flugzeugbau abgeleitet ist die Lenkung mittels Kette und Drahtseilen.

    Das senkrecht vor dem Fahrer angebrachte Lenkrad wirkt auf eine horizontale Welle, auf der im Motorraum ein Zahnrad sitzt, das die Lenkbewegungen über eine vierreihige Kette auf die Seilzüge zur Vorderachse überträgt. Das Fahrwerk besteht aus starrer Vorder-und Hinterachse, an Blattfedern geführt, die Fußbremse wirkt auf die Hinterräder, eine zweite auf die Welle des Reibrades.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - mit Tachometer - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Das Armaturenbrett ist ebenso spartanisch wie das ganze Auto und enthält neben dem Typenschild das Bosch Zündschloss mit Lichtschalter und einen Tachometer der Berliner Firma Deuta. Das Typenschild nennt als Hersteller die Grade Automobilwerke AG in Bork (heute Borkheide), die Fahrgestellnummer 428, kann auch 1428 sein, da leicht beschädigt, von der Motornummer ist nur die letzte Stelle als 8 erkennbar.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - Das Typenschild enthält die wichtigen technisch Daten - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Das Gewicht des fahrfertigen Wagens beträgt lediglich 400kg, die Zuladung ist mit 200kg, die Motorleistung mit 16 PS angegeben. Laut Seher-Thoss „Die Deutsche Automobil Industrie“ betrug sie in der Sportausführung 20 PS.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - Heckansicht - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Betrachten wir den Wagen einmal im Vergleich mit seinem unmittelbaren Konkurrenten, dem Hanomag 2/10 PS, besser bekannt als Kommissbrot, so erkennen wir als Gemeinsamkeiten den  minimalistischen Zweisitzer, Hubraum unter einem Liter, den manuellen Anlasser und die starre Hinterachse. Hat der Grade einen Zweitakt Frontmotor, so weist der Hanomag einen Viertakt Heckmotor auf.

    Der Hauptunterschied allerdings ist in der Kapitalausstattung der beiden AGs zu sehen. War die Hannoversche Maschinenbau AG 1925 bei der Umstellung auf Goldmark mit 14,5 Mio kapiltalisiert, so wies die Grade AG gerade einmal 0,246 Mio aus, was letztlich auch zum Aus für Grade geführt haben dürfte.

    Auch konnte Hanomag auf Grund der frühen Umstellung auf Fließbandarbeit wesentlich billiger produzieren als die weitegehend im Manufakturbetrieb arbeitenden Grade-Werke. Und das schlug sich sowohl im Verkaufspreis als auch in den Stückzahlen nieder. Laut Seherr-Thoss wurde das Komissbrot für 1850 Reichsmark, der Grade für 2500 angeboten.

    Gebaut wurde der Grade von 1921 bis 1925 in 1500 bis 2000 Exemplaren – die Angaben schwanken.

    Der „Kleine Grade“ wurde in der Fachpresse ausführlich und durchaus positiv dargestellt, so z.B. 1923  im Heft 29/30 der Fachzeitschrift „Der Motorwagen“ von Paul Kahn, Ingenieur und Fabrikbesitzer, der neben einer technischen Beschreibung eine störungsfreie Fahrt von Berlin nach Karlsruhe – natürlich über Landstraßen – hervorhebt.

    Beide Firmen Grade und Hanomag beteiligten an Sportveranstaltungen, seien es Zuverlässigkeits- oder Geländefahrten …

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - bei einer Winterfahrt, im Hintergrund der „Sportfotograf“
    © Copyright / Fotograf: Archiv Pielmann

    … seien es Rundstreckenrennen wie 1925 auf der Avus, von wo das folgende Foto stammt.

    Grade Rennwagen "der kleine Grade" (1921) - "win on Sunday, sell on Monday" - drei Grade in Sportausführung auf der Avus
    © Copyright / Fotograf: Archiv Aust

    Der Reibradantrieb ist in seiner praktischen Anwendung selbstverständlich auf kleine Motoren und Leistungen im unteren Bereich beschränkt, so dass es nicht verwundert, dass er sich in der Folgezeit mit steigenden Motorleistungen nicht durchgesetzt hat.

    Warum die brillante Idee der selbsttragenden Karosserie in Vergessenheit geriet, bis sie Opel in leicht abgeänderter Form mit dem Opel Olympia 1936 zur Serienreife brachte, ist ein bis heute ungeklärtes Geheimnis der Automobilgeschichte, ähnlich dem von Porsche seit 1934 eingebauten Mittelmotor, bei dem es noch länger gedauert hat, bis er von John Cooper im Jahr 1959 in einen Formel 1-Wagen eingebaut wurde.

    Man könnte sagen: Gut Ding will Weile haben.

    Natürlich auch eine Schönheitskonkurrenz

    Ob dem geradezu exotischen Grade, der manchen Technik-Fan zum Grübeln brachte, soll aber der Concours d’Elégance, der auch 2016 mit schönen und interessanten Autos glänzte, nicht vergessen werden. Schliesslich gewann der Grade dabei den Ehrenpreis der Jury.

    Bentley Speed Six (1929) - gewann natürlich auch seine Klasse FIVA C 1919-1930 - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Classic-Gala

    Als “Best of Show” wurde ein Bentley Speed von 1929 gewählt. Knapp geschlagen wurden der Mercedes-Benz Nürburg 500 von 1931 der Brüder Winet aus der Schweiz und der Studebaker Lark VIII von 1960.

    Mercedes-Benz 500 Nürburg (1931) - Sieger der Klasse FIVA-Klasse D (1931-1945) mit Schweizer Geschichte
    © Copyright / Fotograf: Classic-Gala

    Die Kategoriensieger hiessen:

    • FIVA-Klasse A (bis 1904)
      Oldsmobile Curved Dash von 1903
    • FIVA-Klasse B (1905-1918)
      Rochet Schneider 25 CV
    • FIVA-Klasse C (1919-1930)
      Bentley Speed 6 von 1929
    • FIVA-Klasse D (1931-1945)
      Mercedes-Benz 500 Nürburg von 1931
    • FIVA-Klasse E (1946-1960)
      Mercedes-Benz 300 S Roadster von 1953
    • FIVA-Klasse F (1961-1970)
      Iso A3C von 1965
    • FIVA-Klasse G (1971-1990)
      Rolls-Royce Silver Shadow II von 1978
    • Klasse H - best original
      Studebaker Lark VIII von 1960
    • Klasse I - Ehrenmarke Pierce Arrow
      Pierce Arrow 836 Coupé von 1936
    • Klasse O - beste Eigenrestaurierung
      Mercedes-Benz 170 V von 1937
    • Star of Classic-Gala Schwetzingen
      Rolls-Royce Phantom VI Cabriolet Frua 1973
    • Grosser Preis des Publikums
      De Dion Bouton Grand Prix von 1908

    Daneben gab es noch unzählige weitere Preise und Auszeichnungen, die auf der Website der Classic-Gala alle aufgeführt sind.

    Rolls-Royce Phantom VI Cabriolet Frua (1973) - Einzelstück - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Classic-Gala

    Bei den Kleinwagen, die auch 2016 für viel Entzückung sorgten, gewann ein Gutbrod von 1955, gefolgt vom BMW 600 mit Wohnwagen und einem NSU Fiat Belvedere von 1958.

    BMW 600 (1959) - mit Wohnanhänger - Teil der Kleinwagenschau - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Den Preis für den besten Originalzustand gewann aber eine Studebaker Lark VIII Limousine von 1960, die beweist, dass gute Pflege eine Garantie für die Zukunft sein kann.

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    Viele Attraktionen und etwas Regen

    Etwas Regen mussten die rund 18’500 Zuschauer an der 12. Classic-Gala erdulden, aber sie wurden mit herrlichen Autos und einigen Überraschungen entschädigt, etwa dem vom Besitzer selbst restaurierten Moretti Sportiva mit Heckmotor, den Juror Peter Kaus einst in seiner Rosso-Bianco-Collection hatte.

    Ein Defilée von 20 Jaguar zelebrierte die Meilensteine der britischen Edelmarke und mehr als 30 exklusive Rolls Royce der Baujahre zwischen 1929 und 2010 zeigten die Vielfalt der Geschwistermarken Rolls Royce und Bentley auf. Mit einer weiteren Sonderschau würdigte die Mercedes-Benz-I.G. das 60-jährige Jubiläum des exklusiven Typs 220 S und SE als Ponton Coupé und Cabriolet.

    Ein Mercury von 1951 war ein Star des 4. USCCC, dem einzigen internationalen Wettbewerb für originalgetreue US-Fahrzeuge in Deutschland. Ein Ford A Coupé von 1930 siegte im Concours unter den 50 Teilnehmern knapp vor einem 57er Cadillac Eldorado Biarritz mit Edelstahldach, der aber „Best of Fifties“ wurde. Bestes Vorkriegsauto wurde ein Packard 8-120 Convertible von 1935 vor dem beeindruckenden Stanley Steamer Dampfwagen von 1919.

    Iso A3C (1965) - Kategoriensieger in der FIVA-Klasse F 1961-1970 - Classic-Gala Schwetzingen 2016
    © Copyright / Fotograf: Martin Schröder

    Die Zukunft der Classic-Gala ist durch mehrjährige Vereinbarungen mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) und der Württembergischen Versicherung, sowie anderen namhaften Partnern gesichert – schon jetzt planen die Veranstalter die 13. Ausgabe am 1. bis 3. September 2013, für die schon wieder viele renommierte Teilnehmer aus ganz Europa zugesagt haben sollen.

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    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ar******:
    15.09.2016 (13:28)
    Es ist doch immer wieder schön auf Zwischengas von Autos und ihren Konstrukteuren zu lesen, von denen ich trotz vierzigjähriger Oldtimerbegeisterung noch nie gehört habe. Ach tut das gut, auch mal was anderes zu lesen als immer nur über Porsche, Ferrari und Mercedes. Chapeau lieber Herr Schröder, Chapeau!
    an******:
    14.09.2016 (09:14)
    Hallo,
    ich habe gerade die Kapitel über Grade gelesen. Er ist ziemlich fehlerhaft.

    1. Hans Grade war der erste Deutsche der mit seinem selbstgebauten Flugzeug flog. Er war sehr erfolgreich. Er gewann 1909 den Lanz Preis der Lüfte in Höhe von mehreren Tausend Mark, weil er eine bestimmte Strecke als erster Deutscher geflogen ist. Von diesem Preisgeld baute er seinen Flugplatz und Fabrik in Bork/Mark. Da er nur leichte Flugzeuge baute, war seine Firma im ersten Weltkrieg nur Reparaturwerkstatt. Nach dem Krieg entwickelte er seinen Wagen.

    2. Reibradantrieb war keine Neuheit durch Grade. Der Maurer Union aus Nürnberg hatte bereits um 1904 Reibradantrieb. In England und den USA war es ein verbreiteter Antrieb. In den USA gab es auch große Autos mit diesem Antrieb (Metz).

    3. Der Grade war sehr einfach gebaut und hatte nur etwa ein Viertel so viele Teile wie ein konventionelles Auto. In dem Artikel wird geschrieben, dass der Hanomag und der Grade direkte Konkurrenten waren. Da die Produktion des Grade endete als die Produktion des Hanomag began, kann das nicht der Fall gewesen sein.
    Für mich ist der Grade ein wegweisendes Fahrzeug, das ich immer schon sehr bewundert habe.

    4. Es gibt übrigens mehr als nur zwei Graders. Mir sind vier bekannt, wobei der, der in Schwetzingen stand, soweit ich weiß, nur aus Teilen von verschiedenen Grades zusammengebaut wurde. Die Räder stammen glaube ich von einem anderen Fahrzeug. Sie sind zu klein..

    Eine ausführlichere Geschichte des Grade kann man in dem Buch Luxus & Leistung Festschrift für Michael Graf Wolff Metternich nachlesen. Zu beziehen über die AHG (Automobilhistorische Gesellschaft)
    Antwort von martinschroeder
    14.09.2016 (09:18)
    Hallo,
    die Fluggeschichte von Grade habe ich absichtlich weggelassen, um möglichst schnell auf das Auto zu sprechen zu kommen. Der Vergleich Grade/Hanomag stammt aus Seherr-Thoss. Dass der Reibradantrieb eine Erfindung von Grade gewesen sei, steht nirgends. Dass es vier Exemplare geben soll, wurde in Schwetzingen ebenfalls kolportiert, von mir aber nicht zitiert, da ich nur zwei kenne. Der Besitzer berichtete ebenfalls, dass der Wagen aus ausgelagerten Teilen zusammengebaut wurde, hatte dafür aber keine Dokumente.
    Beste Grüße, Autor Martin Schröder
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