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Wartburg, die wenig bekannte Fast-S-Klasse aus dem Osten (Buchbesprechung)

Erstellt am 13. April 2015
, Leselänge 3min
Text:
Werner Bartholai
Fotos:
Motorbuch Verlag (Repro Bruno von Rotz) 
7

1896 wurden die “Fahrzeugfabrik Eisenach” gegründet, 1927 wurden sie von BMW übernommen, nach dem zweiten Weltkrieg verstaatlicht und in “Automobilwerk Eisenach” (AWe) umbenannt. Der DDR-Betrieb produzierte unter schwierigsten Bedingungen die einzigen nennenswerten ostdeutschen Alternativen zu den berühmten “Trabant”.

Von 1956 bis 1965 waren dies die Modelle Wartburg 311, 313 und 1000, ab 1965 kamen 312, 353 und der 1,3 dazu, bis die Produktion nach der Wiedervereinigung im Jahr 1991 aufgegeben wurde. Den Fahrzeugen ab 1965 gilt der nun vorliegende zweite Band, den Frank Rönicke für den Motorbuch-Verlag verfasst hat.

Von einem Kenner der Materie

Rönicke ist sozusagen mit dem Wartburg, dem ostdeutschen Äquivalent der westlichen S-Klasse, aufgewachsen. Im Vorwort schreibt. Bereits sein Vater fuhr unter anderem Wartburg und auch der Autor bestellte zum 18. Geburtstag einen Wartburg, auf den er damals rund neun Jahre  hätte warten müssen, wäre er nicht vorher nach Westdeutschland abgehauen und dort Audi 100 gefahren ...

Eine Typen-Chronologie

Im vorliegenden Buch erklärt Rönicke die Typenabfolge, deren Hintergründe und die kontinuierlich vorgenommenen Veränderungen. Dies beginnt beim Typ 312, der im Prinzip ein im Chassisbereich erneuerter 313 war.

Buch "Wartburg" - der Wartburg 312
Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Bruno von Rotz)

Diesem folgte der 353, der mit neuer Karosserie deutlich moderner wirkte und gleichzeitig kostengünstiger hergestellt werden konnte. Ihm war ein langes Leben beschieden, genauso wie dem verwendeten Dreizylinder-Zweitaktmotor mit rund 50 PS.

Buch "Wartburg" - der Wartburg 353
Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Bruno von Rotz)

Erst im Typ Wartburg 1.3 wurde 1988 ein Viertaktmotor eingebaut, mit Schützenhilfe von Volkswagen. Immerhin wurde der Motor in Ostdeutschland gebaut, wenn man für die Entwicklung und Teile der Produktionsanlagen schon auf westliche Hilfe hatte zurückgreifen müssen.

Besonderheiten

Im Buch gezeigt werden nicht nur die “normalen” Wartburg-Varianten, sondern auch spezielle Versionen, z.B. der Pickup oder der Jagdwagen. Und es werden auch die “vergebenen Chancen” aufgezählt, so etwa P-100 mit Zweitakt-Mittelmotor oder der Sport-Roadster 313/2 mit Unterflur-Heckmotor. Auch ein Wankelmotor hätte beinahe in den Bug des Wartburg gefunden, doch auch hier: Ohne Spesen nichts gewesen. Die Geschichte der Fehlleistungen ist lange.

Und der Motorsport

Ein eigenes Kapitel widmet Rönicke dem dem Motorsport, denn Wartburg konnte sich da sogar auf internationalem Parkett behaupten, wie der dritte Rang bei der 36. Rallye Monte Carlo in der Klasse bis 1000 cm3 bewies.

Buch "Wartburg" - Wartburg im Rennsport
Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Bruno von Rotz)

Abgerundet wird das Buch mit einem Kapitel zum Oldtimer-/Youngtimer-Status der Trabant-Typen ab 1965 sowie einem kurzen Statistikteil mit technischen Daten und Produktionszahlen.

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Viele zeitgenössische Bilder und Dokumente

Was das Buch neben den sorgfältig recherchierten und informativen Texten ausmacht, sind die vielen zeitgenössischen Abbildungen und Fotos, die die verschiedenen Modelle illustrieren und sie auch in den damaligen Kontext rücken. Schon das Durchblättern des mit Euro 12.95 sehr günstigen Buches macht Spass, das sorgfältige Lesen und Betrachten erfreut noch viel mehr.

Buch "Wartburg" - Wartburg Tourist 1.3
Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Bruno von Rotz)

Selbst wenn man weder einen Wartburg kaufen will, noch je einen besessen hat, sind die beiden Bücher von Rönicke eine wertvolle Bereicherung jeder Auto-Bibliothek und auch nicht primär am Automobil interessierte Historiker dürften im neuen Werk interessante Fakten und Einblicke finden.

Bibliografische Angaben

  • Titel: Wartburg (1965-1991)
  • Autor: Frank Rönicke
  • Sprache: Deutsch
  • Verlag: Motorbuch, 1. Auflage (28. Januar 2015)
  • Umfang: 96 Seiten, 127 Farbbilder, 21 Schwarzweiss-Abbildungen
  • Format: Gebunden, 23,7 x 22,6 x 1,2 cm
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3613037513
  • ISBN-13: 978-3-613-03751-9
  • Preis: Euro 12.95 / CHF 18.20
  • Bestellen: Wartburg (Schrader-Typen-Chronik) , beim Motorbuch-Verlag oder im gut assortierten Buchhandel

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