Eine andere Sicht auf Le Mans (Buchbesprechung)

Erstellt am 11. Juni 2016
, Leselänge 3min
Text:
Balz Schreier
Fotos:
Delius Klasing (Repro Balz Schreier) 
15
Delius Klasing 
1

Die 24 Stunden von Le Mans - aus Sicht vieler Experten das prestigeträchtigste Autorennen weltweit. Fast jährlich findet dieses seit 1923 statt, ein Ort wo der berühmte Le-Mans-Start erfunden wurde, die Tribüne, wo Dan Gurney 1967 das heute in der Formel 1 so zelebrierte Champagner-Spritzen erstmals ausübte, ein Magnet für Fahrzeughersteller aus aller Welt um neuste Technologien dort auszutesten, technische Innovationen treffen auf siegesorientierte Rennfahrerhelden...

Le Mans - ein Kultfilm

Steve McQueen setzte dem Mythos Le Mans mit seinem Film ein einzigartiges Denkmal, denn er produzierte authentisch wirkendes Filmmaterial mit noch nie dagewesener Akribie und immensem Aufwand, es wurde auf etliche Details geachtet und man scheute keine Kosten, um echte Car-to-Car Aufnahmen zu drehen (also Aufnahmen, bei denen die Kamera auf dem einen Auto montiert war und andere Fahrzeuge während der Fahrt von hinten oder von vorne filmte!). 


Bild aus dem Buch «Unser Le Mans»
Copyright / Fotograf: Delius Klasing (Repro Balz Schreier)

Der Film erzählt von der Rivalität zwischen Porsche und Ferrari im Jahr 1971 und vom Zweikampf der beiden Rennfahrer Michael Delaney (auf Porsche 917, gespielt von Steve McQueen) und Erich Stahler (auf Ferrari 512S, dargestellt durch Siggi Rauch).


Bild aus dem Buch «Unser Le Mans»
Copyright / Fotograf: Delius Klasing (Repro Balz Schreier)

Geschichten, die im Film nicht erzählt wurden

Über den Film ist natürlich bereits Vieles veröffentlicht worden. Aber im Buch darf man an einem ausführlichen Gespräch mit Siggi Rauch, einem namhaften deutschen Schauspieler, teilhaben und erhält so persönliche, bisher unveröffentlichte Einblicke in das damalige Entstehen des Films.


Bild aus dem Buch «Unser Le Mans»
Copyright / Fotograf: Delius Klasing (Repro Balz Schreier)

Überhaupt muss an dieser Stelle gesagt werden, dass das Buch in keinster Weise den Film in alle Himmel lobt, denn kritische Worte von unterschiedlichsten Teilnehmern sind keine Einzelheit. So wird man nochmals daran erinnert, dass der ursprüngliche Regisseur John Sturges während den Dreharbeiten seinen Job aufgrund von Unstimmigkeiten mit Steve McQueen aufgab und kurzerhand Leo Katzin den Film fertig drehte. 

Private Erinnerungen

Von den Begegnungen der beiden Schauspieler erzählen exklusive, bislang unveröffentlichte Dokumente wie die Briefe von Steve an Siggi und private Fotos aus den Alben der Familien. Das Buch fasst also all die privaten Dokumente, Fotos und Erinnerungen zusammen und dies in einem süchtig machenden Schreibstil. Oft werden die Geschichten in Form eines Interviews erzählt, Unterhaltung ist garantiert!


Bild aus dem Buch «Unser Le Mans»
Copyright / Fotograf: Delius Klasing (Repro Balz Schreier)

Rennfahrer als Schauspieler

Auch die Rennfahrer packen aus und offenbaren die schwierigen Umstände der Dreharbeiten, so auch David Piper, der aufgrund eines Unfalls während des Filmemachens den Verlust eines Unterschenkels erlitt. Erinnerungen von Adriano Cimarosti (damaliger Journalist und Statist) und den Film-Fahrern und Le Mans Rennfahrern Richard Attwood, Jürgen Barth, Derek Bell, Herbert Linge und David Piper liest man am besten im Buch nach. 

Mehr als nur ein Buch über den Film

Dieses Buch beschreibt zwar äusserst interessant die Entstehung des Films und überzeugt durch die vielschichtigen Einsichten mehrerer Zeitzeugen, geht aber deutlich darüber hinaus, nur ein Buch über den Film zu sein. Nebst einer Analyse über das Rennen an und für sich melden sich etliche damalige Rennfahrer zu Wort und beschreiben das Rennen im Jahr vor dem Film. Es war kein Jahr wie viele andere in der Historie von Le Mans, 1970 war das Jahr, als Porsche den ersten Gesamtsieg holte! Dass Hans Herrmann und Richard Attwood, jene Rennfahrer, die 1970 den Porsche 917 aufs Podest fuhren, im Buch persönlich zu Wort kommen, gibt dem Buch einen besonderen Wert. 

Eine Runde Le Mans in verschiedenen Rennwagen

Dass das Buch auch eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen vermag, zeigt das Kapitel, in dem Rennfahrer eine Runde Le Mans beschreiben. So dürfen wir die Besonderheiten des Porsche 917 in den Worten von Hans Herrmann erfahren und diese unmittelbar mit jenen von Marc Webber vergleichen, der eine Runde im aktuellen Porsche 919 beschreibt.


Bild aus dem Buch «Unser Le Mans»
Copyright / Fotograf: Delius Klasing (Repro Balz Schreier)

Bibliografische Angaben

  • Titel: Unser Le Mans (der Film, die Freundschaft, die Fakten)
  • Autor / Herausgeber: Hans Hamer
  • Verlag: Delius Klasing
  • Sprache: Deutsch
  • Format:  218 x 287mm, 25mm dick, gebunden
  • Umfang: 208 Seiten, 66 Farb-, 66 s/w-Bilder 
  • Preis: € 29,90
  • ISBN-10: 3667104626
  • ISBN-13: 978-3667104625
  • Bestellen: Online bei amazon.de (ohne Versandkosten und zollfrei) oder bei Delius Klasing

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von sw******
18.06.2016 (21:25)
Antworten
Der Film wurde erst 1970 gedreht, ein Porsche 908 fuhr als Kamerawagen im Rennen 1970 mit und belegte immerhin den neunten Platz (ein Foto finden Sie in AR 28/1970 auf Seite 51). Die Dreharbeiten zogen sich bis November 1970 hin, wie AR-Sportredaktor Cimarosti in seiner Reportage in AR 52/1970 (ab Seite 45) berichtete. Ein Datum der Uraufführung habe ich nicht gefunden, aber Kinostart war in den USA im Sommer 1971, in Deutschland im Herbst 1971.
von al******
18.06.2016 (15:22)
Antworten
Diesen Film "Le Mans" habe ich bereits 1969 in einem Kino in Diez/Lahn
gesehen. (ich war damals dort bei der Bundeswehr).
Der Film hatte mich dermaßen beeindruckt.
Angeblich war aber die Uraufführung (lt. AUTO-BILD.de) erst 1970.
Können Sie mir da weiterhelfen ?
Danke im voraus.
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