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Bild (1/8): Coverbild - Eindrücke zum neuen Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer» (© Ben Bernschneider, 2016)
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    Return of an American Summer (Buchbesprechung)

    19. Dezember 2016
    Text:
    Balz Schreier
    Fotos:
    Ben Bernschneider 
    (30)
    Ben Bernschneider / Zwischengas Repro 
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    In der Regel stellen wir auf zwischengas.com Bücher und Filme vor, bei denen es primär um Oldtimer, Youngtimer oder historischen Motorsport geht. Hier machen wir mal eine Ausnahme, eigentlich nur eine halbe Ausnahme, denn immerhin geht es ”nebenbei” auch um alte Autos, manchmal...

    Alle drei Bücher von Ben Bernschneider: #DIAMONDTIMES (2014), «Tales of an American Summer» (2015) und «Return of an American Summer» (2016)
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider / Zwischengas Repro

    So richtig die Achtzigerjahre

    Irgendwann im Jahr 2014 stolperte ich während einer Recherche zum Autoklassiker DeLorean DMC-12 über Fotos, bei denen ich dachte, die seien in den 80er Jahren geschossen worden: die Farben waren leicht vergilbt, das Schwarz war lediglich ein laues Dunkelgrau, Mädels in typischer 80er-Jahre-Mode posierten um den DeLorean und das Auto gefiel mir sowieso seit dem Filmklassiker «Back to the Future».

    DeLorean DMC-12 (1981) in der Nebenrolle im ersten Buch von Ben Bernschneider: #DIAMONDTIMES
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Hinzu kam noch diese zumindest für mich attraktive lässige fotografische Umsetzung, die Fotos schienen nicht perfekt komponiert, eher so aus der Hüfte geschossen, das Auto mal hier abgeschnitten oder sonst irgendwie leicht verschoben. Heute weiss ich, dass dies kein Zufall ist, sondern Absicht des Fotografen und er heisst Ben Bernschneider und kommt aus Hamburg.

    Unterwegs mit dem Fotografen und Autor - Eindrücke zum neuen Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Von Brasilien nach Hamburg

    Ben Bernschneider ist ein Kind der 80er Jahre, auf sein Alter angesprochen sagte er mir: «1986 war ich zehn Jahre alt und lebte in Brasilien. Ich hatte nur Mädchen und Filme im Kopf. Damals rannten meine Freunde und ich direkt nach der Schule ins Kino und schauten The Goonies und Zurück in die Zukunft, wir träumten von den Hauptdarstellerinnen, Casio-Uhren, DeLoreans und selbstschnürenden Nikes.» Heute lebt Ben im Hamburg, in seiner Fotografie blitzt aber seine Faszination über jene popkulturelle Dekade immer wieder durch, «irgendwie konserviere ich mir so diese Zeit» fügt er hinzu.

    Ferrari 365 GTC/4 (1972) in der Nebenrolle im zweiten Buch von Ben Bernschneider: «Tales of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Das erste Buch im Jahr 2014

    Aus dieser Nostalgie entstand 2014 das erste kleine Buch namens ”#Diamondtimes”. Die Bilder sind zur Hälfte analog, zur Hälfte digital. Geschossen wurde mit einer Yashica T4, Leica Mini 3, Nikon EM, Nikon AE, Nikon Df, Nikon D800, Canon 5D Mark II oder einem iPhone. 2015 begab sich Ben erneut auf eine Reise, hielt hunderte Momente auf seinen Kameras fest und tippte Texte auf seiner Schreibmaschine, das Ergebnis durften die Fans und jene, die es gerade entdeckten, als «Tales of an American Summer» geniessen. Am 1. Dezember 2016 erschien nun das dritte Buch: «The Return of an American Summer».

    Nissan 300ZX (1983) in der Nebenrolle im neusten Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Vintage aber doch modern

    Ich erinnere mich noch zu gut daran, dass Ben anfangs 2016 auf Facebook einen Aufruf machte, man solle ihm doch abgelaufene analoge Filme per Post schicken: «Die analogen Bilder haben durch die abgelaufenen Filme teilweise Farbstiche, die Scans sind manchmal unsauber und nichts ist farblich auf einander abgestimmt, halt so wie ich es schön finde», meinte er dazu. Sein Briefkasten war wohl schnell überlaufen, nur kurz nach seinem Aufruf hatte er sich über die enorme Unterstützung bedankt.

    Das Resultat sieht man nun im dritten Band: die Bilder sind zum Teil wirklich sehr verwaschen, wirken richtig alt oder rauh, aber das machen seine Fotos genau aus: «Fussel und Haare auf Dias, die beim Projezieren schön waren, wie das Knacken auf Vinyl, sollten bleiben und nicht rausgestempelt werden. Auch der Text wurde hier und da ein bisschen ungewohnt verschoben. Stolpersteine.»

    Citroen SM (1970) in der Nebenrolle im neusten Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Die Fotos scheinen erst beim dritten Band so geworden zu sein, wie er sich das ursprünglich vorstellte: «Rohe, raue, ranzige Schnappschüsse. Nur drei kamen aus einer digitalen Kamera. Düster in ihrer Helligkeit. Und ich hoffe doch, dass es irgendjemand hasst. Dann bin ich auf dem richtigen Weg.»

    Beispiel aus dem neusten Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider / Zwischengas Repro

    Die fotografierten Sujets (hauptsächlich posierende Frauen irgendwo im sommerlichen Amerika) sind so zwar nicht wirklich scharf abgebildet, wirken aber trotzdem sehr reizvoll, authentisch und ein bisschen geheimnisvoll, als hätte man einen alten Negativfilm eines damaligen Popstars gefunden.

    Porsche 911 (1975) in der Nebenrolle im neusten Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Nicht immer nur hinter der Linse

    Normalerweise agieren Fotografen im Hintergrund, schliesslich stehen sie ja hinter und nicht vor der Linse. Ben Bernschneider gelingt aber ein sehr guter Mix von beidem, aber nicht, in dem er sich selber fotografieren würde sondern weil er zeitnah von seiner Reise und seinen Gedanken über soziale Netzwerke und seinem eigenen Blog berichtet: «ca. 45 Filme sind in den ersten 8 Tagen verballert worden. Allein, um in der Regenzeit mal den Himmel in den beiden Miami-Farben Pink und Türkis zu erwischen, habe ich etliche Filme verfeuert. Ich bin sehr gespannt, was die exotischen, abgelaufenen Filme alles hergeben.» Auf ein paar wenigen Fotos ist er aber dann doch auch zu sehen, die wurden wohl von seiner treuen Begleiterin, seiner Frau, geschossen.

    Unterwegs mit dem Fotografen und Autor - Eindrücke zum neuen Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Selbst als alle Daten zum Druck übermittelt waren, durften Interessierte das Entstehen des Werks beobachten. Ben gab Eindrücke in die Druckerei und zeigte auf seinen ”Social Channels” wie das Buch noch ungeschnitten aus den Maschinen kam.

    Über die sozialen Mediakanäle von Ben Bernschneider ist man stets im Bild, wie weit sein Buchprojekt schon fortgeschritten ist - Eindrücke zum neuen Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Traumautos?

    Natürlich fragte ich mich, ob ein Fotograf mit einem offenbar durchgängigen Interesse an alten Autos auch selber solche fahren würde, also im echten Leben: «Ich fahre den Smart meiner Frau. Aber ich hatte einen Manta A, in gelb mit schwarzem Vinyldach. Top-Karre!» erwiderte er auf meine Frage und verriet gleichzeitig, was er aber wirklich gerne fahren würde: «Einen 72 Chevrolet Caprice. Würde ansonsten auch einen Chevy Monte Carlo nehmen. Traum.»

    Ob er seinen Traumwagen je fahren wird, werden wir vielleicht in einem seiner kommenden Bücher erfahren...

    Beispiel aus dem neusten Buch von Ben Bernschneider: «Return of an American Summer»
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider / Zwischengas Repro

    Fazit

    Zugegeben, das Buch gilt nicht als Auto-Buch, aber es zeigt trotzdem deutlich, wie Autos als Objekt in einem Foto den Betrachter in eine Zeit zurückkatapultieren können, vor allem wenn das Foto dann auch noch mit Geräten aus jener Zeit geschossen wurde. Es ist ein Buch für wilde Foto-Fans, die das Unperfekte lieben, die zu Hause wohl eher eine Vinylplatte auflegen statt Musik via Spotify streamen. Es ist ein Buch, das einen regelrecht auf die bunte Reise ins heisse Amerika mitnimmt und für einen kurzen Moment die Moderne vergessen lässt.

    DeLorean DMC-12 (1981) in der Nebenrolle im ersten Buch von Ben Bernschneider: #DIAMONDTIMES
    © Copyright / Fotograf: Ben Bernschneider

    Bibliografie

    • Titel: Return of an american summer
    • Fotograf: Ben Bernschneider
    • Autor: Ben Bernschneider
    • Deutsch
    • 240 Seiten
    • Buch kaufen im offiziellen Shop: shop.benbernschneider.com

    Weitere Bücher

    Wer das nächste Buch von Ben Bernschneider nicht verpassen will, abonniert am besten seinen Newsletter oder beobachtet Bens Aktivitäten auf seinem Crowdfunding-Profil von indiegogo .

     

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