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    Neues Buch: Les Suisses au Mans 2010

    11. Dezember 2010
    Text:
    Balz Schreier
    Fotos:
    Balz Schreier 
    (18)
     
    18 Fotogalerie

    Zwischengas wird ab jetzt regelmässig Bücher vorstellen: neu erschienene sowie auch alte, die aber interessant für die Zwischengas Benutzer sein könnten und wir deshalb vorstellen möchten.

    Den Auftakt dieser Serie widmen wir einem Buch, das letzte Woche am 2. Dezember 2010 offiziell erschienen ist und an der Buchvernissage in Romanel-sur-Lausanne von den Autoren persönlich vorgestellt wurde. Die Präsentation fand in der Speedy Garage statt, welche 1970 gegründet wurde und heute von Alexandre Pesci geleitet wird. Unter den eingeladenen Gästen entdeckte man hin und wieder bekannte Gesichter, wie zum Beispiel Marcel Fässler, der dieses Jahr in Le Mans mit dem Audi R15 TDI plus auf den 2. Gesamtrang fuhr (siehe Fotos in der Fotogalerie links).

    Vielen Schweizern ist bekannt, dass seit dem tragischen Unfall in Le Mans 1955 der Rundstreckensport in der Schweiz verboten ist. Trotzdem ist die Schweiz im internationalen Rennsport ziemlich gut vertreten: nicht nur in der Formel 1 mit Sebastien Buemi und dem Schweizer Team von Peter Sauber sondern besonders auch beim 24 Stunden Rennen von Le Mans.

    Viele Schweizer wissen wahrscheinlich nicht, wie stark die Schweiz beim wohl wichtigsten und grössten Langstreckenrennen engagiert ist: Dieses Jahr gehörten 5 von 56 Rennwagen zu einem Schweizer Team (Matech Competition, Rebellion Racing und Race Performance AG), 10 Fahrer waren Schweizer (z.b. Marcel Fässler, Harold Primat oder das komplett weibliche Schweizer Rennteam mit Natacha Gachnang, Cyndie Allemann und Rahel Frey).

    So eine hohe Schweizer Beteiligung ist aber nicht nur auf die vergangenen Jahre beschränkt: wirft man einen Blick auf die Startlisten von Le Mans ab 1923, ist die Schweiz (mit ein paar ganz wenigen Lücken) jedes Jahr vertreten:

    • Beim ersten 24 Stunden Rennen von Le Mans, 1923, fuhr der Schweizer Edouard Probst mit einem Berliet VH auf den 20. Platz
    • Die grösste Lücke der Schweizer Absenz war von 1924 bis 1935
    • Abgesehen von 5 Rennen in den 50er Jahren waren in jedem Jahr Schweizer involviert.
    • Zu den wichtigsten Schweizer Rennteams gehören Scuderia Filipinetti (1963 - 1972), Hart Ski Racing (für welches auch Jo 'Seppi' Siffert fuhr), Claude Haldi Team (1970 - 1984), Wicky Racing (1968 - 1975), der Porsche Club Romand (1971 - 1977), das Team von Peter Sauber (1977 - 1991), Brun Motorsport von Walter Brun (1983 - 1991), Haberthur Racing (1994 - 2000) und das immer noch aktive Speedy Racing Team Sebah (jetzt allerdings als Rebellion Racing am Start).

    Es erstaunt deshalb nicht, dass sich eine Gruppe von Autoren, Le Mans Enthusiasten und geschichtlich Interessierten zusammenschloss, um ein Buch über "Die Schweizer in Le Mans" zu schreiben: Das soeben veröffentlichte Buch (Les Suisses Au Mans 2010) gehört zu einer Serie und ist der fünfte Teil davon (Tome 5).

    Abgesehen von den ersten beiden Bänden (Tome 1 und 2) teilen sich die Bücher jeweils in zwei grosse Kapitel: das erste konzentriert sich auf das aktuelle Jahr und beschreibt in einer ungeheuerlichen Genauigkeit das Schweizer Engagement beim 24 Stunden Rennen von Le Mans während sich das zweite der Vergangenheit widmet!

    Historische Artikel und Fotos

    Am interessantesten ist natürlich der zweite Teil des Buchs, der über 20 historische Artikel und Fotos enthält:

    • Ein Highlight ist gewiss der Artikel über Charles Vögele, geschrieben von Axel Béguin (unter anderem bekannt als Autor der Zeitschrift "Powerslide"). 1960 fuhr Charles Vögele zum ersten und letzten Mal in Le Mans: Mit einem Lola Mark II und Coventry Climax 1.2 Liter Motor schied er leider nach 148 Runden vorzeitig aus. 
    • Ebenso interessant dürfte das Kapitel über "verschwundene Fotos" sein, wo Raritäten in Archiven aufgestöbert wurden und hier erstmals wieder zu sehen sind. 
    • Unterhaltsam ist auch die Zusammenfassung von "Frauen in Le Mans" wo auf acht Seiten alle Rennfahrerinnen von 1930 bis 2010 vorgestellt werden, beginnend mit Odette Siko und Marguerite Mareuse im Jahre 1930, welche als Zweierteam mit einem Bugatti Type 40 auf dem Gesamtrang 7 erfolgreich ins Ziel kamen! 

    Das Buch führt einen sehr angenehm durch die Dekaden von Schweizer Renngeschichten in Le Mans. Leider ist das Buch nur in französischer Sprache erschienen. Jean-Marie Wyder könnte sich aber sehr gut vorstellen, dass die künftigen Bände auch in Deutsch oder zweisprachig erscheinen.

    Für Liebhaber von alten Fotos oder für Le Mans Fans wie ich, ist dieses Buch ein absolutes Muss im Büchergestell!

    Buch Informationen

    • Titel: Les Suisses Au Mans 2010 (Tome 5) 
    • Autoren: Jean-Marie Wyder, Christian Borel, Mario Luini, Gérard Vallat, Benoît Wyder 
    • Vorwort von Alexandre Pesci (Team Leiter Rebellion Racing, ehemals Speedy Racing Team Sebah) 
    • Verlag: www.turbopress.ch 
    • ISBN 978-2-8399-0777-4 
    • Erschienen am 2. Dezember 2010 
    • Bestellen kann man das Buch direkt bei Turbopress

     

    Alle 18 Bilder zu diesem Artikel

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    Quelle:

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