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JM2017: Zwischengas Jahresmagazin 2017
 
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    Die kaum bekannte Geschichte der schwäbischen Autofabrik Steiger (Buchbesprechung)

    29. Juni 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Michael Schick (Repro Zwischengas) 
    (11)
     
    11 Fotogalerie

    Im Jahr 1921 fand in Königswinter eine vom ADAC organisierte Sternfahrt statt. Als Sieger durfte sich Alfred Noll feiern lassen, mit seinem Steiger hatte er die 650 Kilometer in 10,5 Stunden zurückgelegt, also mit einem Schnitt von rund 62 km/h. Beeindruckend.

    Das Auto, dass Noll vermutlich fuhr, war ein Steiger 11/55 Sport. Dieser Wagen wies einen Vierzylindermotor auf, dessen hängende Ventile über eine obenliegende Nockenwelle, angetrieben durch eine Königswelle, gesteuert wurden. 55 PS bei 3300 Umdrehungen waren anfangs der Zwanzigerjahre durchaus eine Ansage. Vier Vorwärtsgänge und eine 12-Volt-Stromanlage wiesen ebenfalls auf die Fortschrittlichkeit der Konstruktion hin. Erkennbar war der Steiger u.a. an seinem spitz zulaufenden Kühler.

    Sportliche Varianten - Buch "Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren"
    © Copyright / Fotograf: Michael Schick (Repro Zwischengas)

    Der Einsatz und Erfolg bei der Königswinter Sternfahrt war keine Eintagsfliege, Steiger Fahrzeuge galten als ernstzunehmende Strassen- und Rennwagen, die auch an der Targa Florio, beim Klausenrennen oder auf der Solitude für Aufsehen sorgten.

    Ersonnen waren die Autos von Paul Henze, dem Konstrukteur, und Walter Steiger, einem Schweizer Unternehmer, worden. Sie gehörten zu den besten und fortschrittlichsten Deutschlands. Kein Wunder, wurden sie auch “schwäbische Bugattis” genannt. Doch es blieb schliesslich bei rund 1200 Wagen, die von 1919 bis 1926 im oberschwäbischen Burgrieden entstanden.

    Ein Puzzlespiel

    Wer sich mit der Geschichte einer Automarike, die seit über 100 Jahren nicht mehr existiert und insgesamt weniger Autos gebaut hat, als Porsche heute in zwei Tagen produziert, der benötigt viel Hingabe und ein archäologisches Talent. Michael Schick, der Autor des Buchs “Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren”, welches nun bereits in einer zweiten, ergänzten Auflage erschienen ist, verfügt offenbar über beides.

    Herstellung - Buch "Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren"
    © Copyright / Fotograf: Michael Schick (Repro Zwischengas)

    Nur so ist der Umfang und der Detailgrad der Aufzeichnungen zu erklären. Es dürfte kaum ein Bild eines Steigers geben, das nicht bereits durch die Hände Schicks gegangen ist.

    Kein Coffeetable-Buch

    Trotz der vielen Bilder, es sind über 600, ist der 390 Seiten schwere Wälzer, ein Buch zum sorglos durchblättern. Man muss sich schon darauf einlassen, die geschichtliche Entwicklung ergründen, die Technik verstehen und sich in die Helden von damals hineindenken wollen. Dann bereitet dieses Werk fast unendlichen Genuss, ein Interesse für Vorkriegs-Automobilistik vorausgesetzt.

    Dann erfährt man aber auch erstaunliche Sachen, wie z.B. dass auf die optische Präsentation des Motors genauso viel Gewicht gelegt wurde wie auf seine akustischen Qualitäten, also kaum anders als heute!

    Vor allem Originaldokumente

    Aus historischer Sicht bestechend ist, dass Schick sich fast ausschliesslich an Originaldokumente - Fotos, Prospekte, technische Beschreibungen, Test- und Rennberichte - hält in seinem Buch und weitgehend auf neuzeitliche Fotos verzichtet.

    Ein Testbericht - Buch "Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren"
    © Copyright / Fotograf: Michael Schick (Repro Zwischengas)

    Über den Rand hinausgeschaut

    Dass Schick seine Abhandlung nicht einfach mit dem Ende von Steiger beendet, ist ebenfalls eine Stärke des Buchs. Walter Steiger übernahm nämlich Mitte der Zwanzigerjahre die Mehrheit an der Schweizer Autofirma Martini, weshalb unter dieser Marke dann im Prinzip auch wieder ein Steiger herausgebracht wurde. Allerdings sollte auch dieses Engagement nicht ewig währen.

    Von Maschinen und Menschen

    Michael Schick vergisst ob der eindrücklichen und erfolgreichen Motoren und Fahrzeuge auch die Menschen dahinter nicht. Nicht nur listet er alle bekannten Mitarbeiter der Firma Steiger auf, mit vielen hatte er auch persönlichen Kontakt, dokumentierte ihren Werdegang und alles, was sie ihm über die Marke Steiger erzählen konnten.

    Werbung und Marketing - Buch "Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren"
    © Copyright / Fotograf: Michael Schick (Repro Zwischengas)

    Natürlich erhielten auch die noch überlebenden Steiger-Fahrzeuge ihren Platz im Buch, hier dürfen es dann auch einmal Farbabbildungen sein im insgesamt etwas konservativ, fast wissenschaftsorientierten Layout.

    Preisgünstig

    Die Autos waren teuer, das Buch dazu ist günstig. EUR 49 verlangt Schick für sein 392-seitiges Werk mit 632 Abbildungen, dies dürfte kaum die Kosten und sicherlich nicht die Aufwände decken. Es ist kein Wunder, dass die erste Auflage ausverkauft war und Ausgaben davon auf Online-Plattformen für teures Geld den Besitzer wechselten. Aber jetzt kann man sich ja die neue erweiterte Auflage direkt beim Autor bestellen und man sollte vermutlich nicht allzu lange zögern.

    Wer weitere Informationen zu Steiger sucht, der sollte auch die eigens eingerichtete Website beachten.

    Einband - Buch "Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren"
    © Copyright / Fotograf: Michael Schick (Repro Zwischengas)

    Bibliografische Angaben

    • Titel: Steiger - Die Geschichte einer schwäbischen Autofabrik in den 20er Jahren
    • Autor: Michael Schick
    • Sprache: Deutsch
    • Verlag: Eigenverlag
    • Auflage: 2. erweiterte Auflage 2017
    • Format: Gebunden, 21,6 x 30,5 cm
    • Umfang: 392 Seiten, 632 (vorwiegend schwarzweisse) AbbildungenISBN: 978-3-00-055314-1
    • Preis: EUR 49.00 (ohne Versand)
    • Kaufen: Direkt beim Autor

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