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  • 70 Jahre Porsche - aus einer amerikanischen Perspektive (Buchbesprechung)

    Erstellt am 19. Februar 2018
    Text:
    Holger Merten
    Fotos:
    Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas) 
    (14)
    Motorbuch Verlag 
    (1)
     
    15 Fotogalerie

    Zugegeben, ich liebe es, wie angelsächsische Autoren über Autos schreiben. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Verfassern, die eher nüchtern und technisch berichten, gelingt es den Kollegen einem Automobil oder einer Marke mit Pathos zu begegnen.

    Gerade zum Lesen einer originalsprachlichen Ausgabe neige ich dazu, mich mit Whisky und Zigarre zurückziehen zu wollen und mich im Herrenzimmer in einem gut gemachten und hervorragend geschriebenen Buch zu verlieren. Selbst in der deutschen Übersetzung bleibt meist noch genügend Pathos übrig. Das wirkt zwar manchmal ein wenig verstörend beim Lesen, aber das rechne ich der Übersetzung sogar noch an.

    Umschlag innen - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Also ab ins Herrenzimmer mit Randy Leffingwells „Porsche - Es gibt nichts vergleichbares“, das pünktlich zum 70 Jahre Sportwagen Jubiläum auf deutsch erschienen ist.

    US-Autor und eine deutsche Automarke

    „Ja, schon wieder ein Buch über Porsche.“, oder „Ist da nicht schon alles zu geschrieben?“. Randy Leffingwell, Fotograf und Autor aus den USA fand seine Faszination für die Marke einen Beitrag wert.

    Die Porsche-SUVs - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Dabei sind über 250 Seiten zur Geschichte von Porsche entstanden, reich bebildert und – obwohl es um Sportwagen geht – finden auch Cayenne und Macan ihre Abschnitte im Buch. Mich interessierte allerdings mehr, wie ein Amerikaner die Porsche Geschichte erzählt. Und ob er etwas Neues beizutragen hat. Davon unten mehr.

    Ein interessantes Format

    Auf den ersten Blick ist da Querformat des Buches hervorzuheben. Es erlaubt einfach einen eleganteren Umgang mit den Bildern, bei denen grössere Formate möglich sind, ohne im Falz zu verschwinden. Zudem lassen sich grosse Formate auf einer Seite abbilden.

    Der Typ 356 - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Mit der Einteilung des Buches in zweieinhalb Spalten ist das Buch in der Kombination aus Bildern und Texten stringent “gelayoutet" ohne langweilig zu wirken. Im Gegenteil, die Gestaltung nutzt alle Variationsmöglichkeiten des Grundlayouts aus. So entsteht ein in sich gut gegliedertes Werk, dass durch seinen gestalterischen Reichtum immer wieder aufs Neue frisch wirkt.

    Rennwagen - Porsche 904 GTS und 909 - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Dank der aufwändigen Bildauswahl entdeckt der Leser hier viele zumeist unbekannte Bilder aus dem Porsche-Archiv, die das Blättern im Buch so reizvoll machen. Neue Aufnahmen stammen von Michael Furman. So lässt sich auf fast jeder Seite ein neues Bild oder ein Dokument aus dem Archiv zu entdecken, dass selbst Kenner der Marke zumeist noch nicht gesehen haben werden.

    Die Gliederung

    Porsche Geschichte ist eigentlich leicht erzählt. 356, 911, Transaxle, dann noch Boxter, Cayman, Cayenne, Panamera, Macan und Motorsport, das war’s im Groben.

    Interessant wird es erst, wenn diese Vorstellung durch das Herausarbeiten einer neuen Interpretation neue Sichtweisen möglich macht, neue Erkenntnisse bringt, oder eine neue Beurteilung möglich macht. Dieser Ansatz ist im Buch spürbar.

    Die Frontmotor-Vierzylinder-Porsche - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Leffingwell rattert nicht einfach die Binsenweisheiten zu Porsche runter. Er ergeht sich eher in eine Interpretation des jeweiligen historischen Kontexts. Bedauerlicherweise gliedert er das Buch dazu in 36 Kapitel. Angesichts der Seitenzahl bleiben da manchmal nur wenige Seiten und noch weniger Text, um den jeweiligen Ansatz der Interpretation auch in der Tiefe zu verfolgen.

    Im Grunde wird der Grundgedanke des jeweiligen Kapitels in einem Lead angedacht, um dann im Text wieder von dort zu einer chronologischen Erzählung zu wechseln. Die zu feingliedrige Kapiteleinteilung macht es über das ganze Buch gesehen  schwierig, den im Vorwort gepriesenen Kult um die Marke Porsche besser auf einer Ebene zu verstehen. Zumindest aber gelingt es dem Autor, die Wurzeln um den Kult aufzuspüren und darzustellen. Und das sowohl in den Texten als auch in den Bildern.

    Deutsch-amerikanische Freundschaft

    Im Vorwort bedankt sich der Autor explizit beim Porsche Archiv und seinen Mitarbeitern für die grosszügige Unterstützung. Schon allein anhand des Bildmaterials zweifelt niemand diese Unterstützung an. Hier hat sich wirklich jemand Arbeit gemacht. Und preist diese Arbeit auch indirekt als Gütesiegel für den Inhalt an. „Jedes Buch ist nur so gut wie die Recherche“, schreibt Leffingwell als ersten Satz in sein Buch. Einverstanden!

    Die Anfänge von Porsche und die Rolle der Schweiz - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Allerdings zweifeln wir diese Recherche schon auf der Folgeseite an. Da wird nämlich die Gründungsgeschichte um die Porsche Sportwagen mit den Schweizer Financiers Rupprecht von Senger und Bernhard Blank auf der einen Seite und Dr. Anton Piëch, Ferry Porsches Schwager, auf der anderen Seite auf 1950 in Zürich datiert. Das wäre als Anschubfinanzierung für den Bau der ersten Porsche in Gmünd etwa zwei Jahre zu spät, da waren die ersten Fahrzeuge mit Schweizer Hilfe nicht nur schon gebaut, sondern auch schon 1949 in Genf präsentiert. Dass Rupprecht von Senger bei Leffingwell Richard genannt wird, tut dem ersten Eindruck zu den Recherchefähigkeiten keinen Gefallen. Bei allem angelsächsischen Pathos tritt Dr. Anton Piëch bei dieser Begegnung auch noch etwas hinterwäldlerisch auf und trägt „ein mittelgrünes Anzugsjackett im Militärstil mit einer einzelnen Schulterklappe“. Hier scheint dem Autor einfach die Phantasie eines Nachkriegsösterreichs durchgegangen sein. Oder er hat ein Bild, dass  Anton Piëch mit Lodenjanker am ersten Gmünd Coupé zeigt, inspirierend in seine Geschichte „einfliessen“ lassen.

    Wie auch immer, so pathetisch sich die Einleitung liesst, umso mehr sträuben sich dem Leser in Kenntnis der Historie schon auf den ersten Seiten die Haare. Als es bei den schwachen Porsche 914 Absatzzahlen auch um die Politik geht, verweist der Autor auf die tragischen Ereignisse der Olympischen Spielen in München 1972. So unkommentiert wie dieser Verweis das 914-Kapitel beendet, offenbaren sich hier auch die Schwächen der Übersetzung: Das Motto der Spiele wird wohl aus dem englischen Original als „die glücklichen Spiele“ ins Deutsche übersetzt. Zeitgenossen oder Wikipedia Leser wissen, dass es ja die „fröhlichen oder heiteren Spiele“ werden sollten. Mag pedantisch klingen, überführt aber die Schwäche der Übersetzungsleistung und des Lektorats.

    Apropos Lektorat, immer wieder tut sich der Eindruck auf, dass stehende Begriffe aus dem automobilen Vokabular weder bei der Übersetzerin noch beim Lektor bekannt sind. Da schlittert ein 356er in der Bildunterschrift statt zu driften. Und auch Fakten werden eher vage be- oder umschrieben: Da wird aus dem Audi-Werk in Neckarsulm eine VW-Fabrik und den Golf haben die VW-Mannen „hinter dem Rücken von Porsche“ entwickelt. Hallo? Wie bitte? Ist das ein Porsche Buch? Muss VW etwa Porsche um Entwicklungsfreigabe bitten?

    Lange Rede, kurzer Sinn. Als ehrlicher Rezensent muss man feststellen, dass wohl einige Fakten zur Porsche Geschichte vom Autor bewusst oder unbewusst im Original nicht korrekt wiedergegeben wurden. Entweder, um die englischsprachigen Leser nicht zu sehr zu verwirren oder weil es Leffingwell nicht ganz durchdrungen hat. Aber dass sich weder Übersetzung noch das Lektorat  für die deutsche Fassung darum bemüht haben, diese Fakten wieder geradezurücken, betrachte ich als das grösste Manko des Buches.

    Fazit  

    Randy Leffingwell hat einen fleissigen Beitrag zur Porsche Geschichte abgeliefert. Das Buch überzeugt durch seine Gestaltung und die zahlreichen, meist ungesehenen Bildbeiträge. Zwar wird der Ansatz erkennbar, eine Erklärung des Kults um die Marke Porsche zu leisten, dieser muss sich dann aber dem einfachen chronologischen Erzählstrang in den Einzelkapiteln beugen. Bedauerlich, dass die Übersetzung wenig Nähe zum automobilen Vokabular mitbringt. Immer wieder stolpert man über Be- oder Umschreibungen, die einfach vage formuliert klingen, weil man sich in Unkenntnis um eine konkrete Formulierung zu drücken scheint. Dass so etwas im Lektorat durchgeht, ist schade, insbesondere, weil sich der Lektor in der Porsche-Geschichte doch auszukennen scheint.

    Ausblick in die elektrische Zukunft - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Kenner der Marke werden in diesem Buch keine wirklich neuen Erkenntnisse finden. Und vermeintlich Neues ist eher mit Vorsicht zu geniessen, zu oft entdeckt man beschriebene Situationen, die mit den Fakten nicht übereinstimmen oder so schwammig formuliert sind, dass man da so ziemlich alles rein interpretieren kann.

    Bei den Bildern sieht es dagegen schon besser aus. Wer seinen Reichtum an Porsche Bildern erweitern möchte, kommt nicht zu kurz. Deshalb kann das Buch als als attraktives Coffee-Table-Book zum Blättern und Lesen einladen. Kurzweilig ist es für EUR 49,90 auf jeden Fall und auch der Pathos kommt nicht zu kurz. Und wegen der Mankos im Text hat man ja immer noch den Whisky und die Zigarre. 

    Einband/Umschlag - Buch "Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares"
    © Copyright / Fotograf: Motorbuch Verlag (Repro Zwischengas)

    Bibliografische Angaben

    • Titel: Porsche 70 Jahre - Es gibt nichts Vergleichbares
    • Autor: Randy Leffingwell
    • Sprache: Deutsch
    • Verlag: Motorbuch
    • Auflage: 1. Auflage 2018 
    • Format:  Gebunden, 248 x 305 mm 
    • Umfang: 256 Seiten, 128 s/w Abbildungen und 220 Farbbilder 
    • ISBN: 978-3-613-040-31-1
    • Preis: EUR 49,90
    • Kaufen/bestellen: Online bei amazon.de , online beim Motorbuch Verlag oder in der gut assortierten Buchhandlung

    Alle 15 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ne******:
    20.02.2018 (15:06)
    Angesichts der vier Zeilen, die dem Auftrag von Cisitalia und dessen Bedeutung für das Zustandekommen des Typs 356 gewidmet sind, ist die Rezension als mllde zu bezeichnen. Auch ist zu fragen, warum das Porsche-Archiv seltene Foto für ein schlecht oder gar nicht auf Primärquellen zurückgreifendes Buch zur Verfügung stellt.
    ka******:
    20.02.2018 (07:57)
    Moin moin,
    der Kommentator beklagt das mangelnde Lektorat des Buches.
    Ein kompetentes Lektorat hätte auch dem Verfasser der Rezension geholfen, grobe Grammatikfehler bzw. Rechtschreibfehler zu vermeiden, bspw. vor und nach der Zwischenüberschrift Die Gliederung.
    Luftgekühlte Grüße
    Karl g.
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