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Bild (1/4): MBM Sport (1960) - nur fliegen ist schöner (© Daniel Reinhard, 2012)
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    MBM Sport 1960 - Monteverdis erster Sportwagenwurf für die Sechzigerjahre

    Erstellt am 24. April 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Ein Fahrzeug, zwei Getriebe. Dies gab es nicht allzu oft. Doch genauso baute Peter Monteverdi den MBM Sport 100 im Jahr 1960 auf, als einen auf niedriges Gewicht getrimmter offener Sportwagen mit OSCA-Doppelnockenwellen-Motor, einem Vierganggetriebe vorne und einem Fünfganggetriebe hinten. Nur das vordere Getriebe diente zum Gangwechsel während des Fahrens, während mit dem anderen die Endübersetzung fünfstufig variiert werden konnte. Ein genialer Wurf oder ein Irrweg?

    MBM Sport (1960) - der Kopf ist dem Fahrtwind voll ausgesetzt
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Der Einzige seiner Art

    Mit dem Formel Junior Rennwagen hatte Peter Monteverdi Ende der Fünfzigerjahre viel Erfahrung im Bau von motorsportlich orientierten Fahrgestellen gewonnen. Da lag es nahe, diese Expertise auch für den Bau eines Sportwagens einzusetzen. Ob man bei der Wahl der Komponenten strategisch vorging oder einfach Restenverwertung machte, lässt sich heute nicht mehr eruieren. Jedenfalls kamen ein nadelgelagerter OSCA-Motor von 1,1 Liter Hubraum mit zwei obenliegenden Nockenwellen samt angeflanschtem Vierganggetriebe und eine Lotus-Fünfganggetriebe, sowie diverse weitere Lotus-Teile, die vermutlich aus dem von Charles Vögele erstandenen Lotus 12 stammten, zum Einsatz.

    Als tragende Basis für den Sportwagen wurde eine leichtgewichtige Rohrrahmenkonstruktion zusammengeschweisst, der Basler Karosseriebauer Peter Häner “dängelte” eine nach Ideen von Peter Monteverdi geformte Barchetta-Karosserie aus dünnem Aluminiumblech. Fertig war der Sportwagen, der je nach Angaben zwischen 425 und 450 kg auf die Waage brachte, was mit 100 OSCA-PS eigentlich für guten Vortrieb sorgen musste.

    MBM Sport wurde der Wagen genannt. Peter Monteverdi dachte wohl bereits an eine Serienfertigung, zumindest druckte er Verkaufsprospekte und stellte den Wagen auch an der Londoner Rennwagen-Show im Dezember 1961 auf. Doch der Wagen blieb ein Einzelstück und im Vergleich zur aufrüstenden Konkurrenz, z.B. dem Lotus 23 mit Mittelmotor, wirkte er schon bald etwas altmodisch.

    Frontmittelmotor-Bauweise

    Dabei hatte Peter Monteverdi, der einige Jahre später mit eleganten Luxussportwagen für Furore sorgen sollte, interessante Ideen verwirklicht.

    MBM Sport 100 (1960) - Chassis mit 1100 ccm OSCA-Motor
    © Archiv Automobil Revue

    Der Motor ruhte hinter der Vorderachse, vier Dunlop-Scheibenbremsen sorgten für artgerechte Verzögerung, alle Räder waren - wie beim Spender-Fahrzeug Lotus 12 - einzeln aufgehängt, hinten verschob man sogar die Scheibenbremsen im Hinblick auf minimale gefederte Masse ins Zentrum. Die “Wobbly”-Räder bestanden aus Elektron, einer leichtgewichtigen Magnesium-Legierung. Und der “Trick” mit den aus dem Cockpit - im Stand - zu wechselnden Endübersetzungen hatte auch etwas für sich.

    Vom Rennwagen zum Strassensportwagen

    Trotz der guten Anlagen kam es vorerst nicht zu Renneinsätzen. Die Ecurie Hoba (für Hopf-Basel), unter der der Wagen hätte antreten sollen, wurde nach einem schweren Rennunfall Monteverdis Ende 1961 aufgelöst.

    Peter Monteverdi pries den Renner nun als Strassensportwagen (Roadster!) an und erwähnte in der Verkaufsliteratur sogar ein Verdeck und ein Reserverad. 29’000 Franken sollte der Wagen kosten, 50% mehr als ein Porsche 356 Super 90 oder etwas teurer als ein Jaguar E-Type. 

    Im Frühjahr 1962 wurde das Einzelstück mit grosser Frontscheibe - aber ohne Scheibenwischer! - zum Verkauf annonciert und kam schliesslich in den Besitz von Kurt Huber.

    Wenig Rennsport-Einsätze

    Der neue Eigner meldete den Sportwagen 1965 zu zwei Bergrennen an, wie aus verschiedenen Ausgaben der Automobil Revue zu entnehmen war.

    Bei der Teilnahme beim 2. Nationalen Bergrennen Rochefort-La Tourne vom 4. Juli 1965 erreichte Kurt Huber auf dem MBM Sport den zweiten Platz in der Kategorie Sportwagen von 1’000 bis 1’150 cm3, allerdings mit 25 Sekunden Abstand und zeitenmässig knapp auf Lotus-Elan-Niveau.

    Schlechter erging es ihm beim 16. Nationalen Bergrennen Mitholz-Kandersteg bei ständig wechselnden Wetterverhältnissen. Er wurde zwar Vierter in der Klasse Sportwagen (1’000 bis 1’300 cm3), musste sich aber von der Konkurrenz in Lola-, Lotus- und Elva-Fahrzeugen deutlich distanzieren lassen und erreichte Zeiten auf dem Niveau kleiner GT-Wagen.

    MBM Sport von 1960 bei einem Bergrennen Mitte der Sechzigerjahre

    Ob es weitere Rennteilnahmen gab, ist nicht dokumentiert. Gut möglich, dass Kurt Huber den Wagen noch auf der Strasse einsetzte, oder gleich abstellte.

    Vergammelt und neu aufgebaut

    Es sollten viele Jahre vergehen, bis der Wagen in einer Scheune wieder auftauchte. 1978 übernahm ein Rennwagen-Connaisseur das, was vom MBM Sport übriggeblieben war. Zwar liessen sich die meisten Teile wieder auftreiben, die Aluminium-Karosserie aber hatte unreparierbare Schäden davongetragen, sowohl Linienführung als auch die Ausformung der Karosserieextremitäten liessen sich nur noch erahnen. 

    Von 1982 bis 1992 wurde der Wagen ohne Rücksicht auf die Kosten vollständig neu aufgebaut, wobei die Arbeit erfahrenen Spezialisten im Raum Schweiz/Liechtenstein (Urban Fässler, Max Heidegger, Meyer, Hofmann) übertragen wurde.

    Restauriertes Rohrrahmenchassis des MBM Sport von 1960

    Das Ergebnis war ein makelloser neuwertiger Rennwagen, der sich nur in wenigen Punkten vom ursprünglich gebauten Fahrzeug unterschied. So wurden zum Beispiel die Blinker vorne in die verschalten Hauptlichter integriert und der Überrollbügel wurde breiter ausgelegt - Veränderungen, die sicher auch Peter Monteverdi gutgeheissen hätte.

    Neu aufgebaute Aluminium-Karosserie des MBM Sport von 1960

    Seither wurde der Wagen der Öffentlichkeit nur sporadisch vorgeführt, so unter anderem beim Bergrennen von Altbüron im Jahr 2004.

    MBM Sport von 1960 auf einer aktuellen Abbildung des Jahres 2012 - atemberaubend

    Freuden für das Auge

    Stramm und mit kurzen Überhängen steht er da, der MBM Sport mit Chassis-Nummer MBM-SP-100 und besticht durchaus mit seiner eleganten und zweckmässigen Form. Während die Front Erinnerungen an Ferrari Testarossa und AC Cobra weckt, zeigt sich das Heck eigenständig. Die grossen Leichtmetall-Räder und die beidseitig angebrachten Ornamente geben dem MBM ein individuelles Aussehen, die rechtsseitig ausatmende Auspuffanlage weist auf die Rennsport-Gene hin.

    Im Innern empfangen einen kleine Sportsitze, ein hübsches Holzlenkrad und eine rennsport-typisch karge Ausstattung.

    Am Lenkrad des MBM Sport

    Man sitzt aufrecht im MBM, fast wie im Vorkriegssportwagen - kein Vergleich zum Lotus 23 oder anderen Rennwagen aus der Zeit, wo eine fast liegende Position eingenommen wird. Die Pedalerie ist gut erreichbar, der Schalthebel für das unsynchronisierte Vierganggetriebe liegt günstig zur Hand. Rechts davon ragt der Hebel für die Handbremse empor.

    Der Motor wird nach dem Einschalten der Zündung via Fiat-Topolino-Schlüssel durch einen Zugknopf in Gang gebracht. Die Kupplung greift sauber, der einzelnen Gänge folgen dem normalen H-Schema.

    Ohne Brille geht’s nicht

    Der Rennsportwagen fährt sich gut, der OSCA-Motor gibt sich gesittet, benötigt aber Drehzahlen, um wirklich zu glänzen. Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten wütet ein Windsturm durch das Cockpit, das Tragen einer Rennbrille kann nur empfohlen werden.

    Der Gangwechsel erfolgt weitgehend problemlos, wenn man sich mit dem Getriebe einmal angefreundet hat. Die Umschaltung der Gesamtübersetzung erfolgt bei stehendem Fahrzeug in kürzester Zeit direkt am hinteren Getriebe, womit die Endgeschwindigkeit zwischen rund 80 und gut 180 km/h variiert werden kann. Die Bremsen ohne Servounterstützung greifen erbarmungslos zu. Der Wagen sitzt satt aber nicht überhart auf der Strasse. 

    Ungefilterte Musik für die Ohren

    Stets gut hörbar bleiben die Geräusche des Doppelnockenwellen-Motors, für einen Rennwagen ist der Lärmpegel aber mehr als akzeptabel. Selbst zufällige Passanten scheint der Anblick des hübschen roten Sportwagens zu erfreuen, kaum einer meckert über die deutliche Aussprache. Wissen, um was es sich da handelt, tut kaum jemand, wie sollte er oder sie auch. Auch ein Blick auf das Markenemblem mit deutlich sichtbarem “MBM” hilft den meisten nicht weiter.

    Wir aber kennen den MBM Sport jetzt und wir sind froh und dankbar, dass dieser einmalige Wagen überleben durfte.

    Der einmalige rote MBM-Sportwagen wurde uns für diesen Bericht dankenswerterweise von der Oldtimer Galerie zur Verfügung gestellt.

    Technische Angaben

    • Karosserie
      Zweisitzige Sportwagen-Karosserie aus Aluminium
    • Motor
      OSCA, 1’110 cm3, vier Zylinder in Reihe, zwei obenliegende Nockenwellen, 100 PS bei 7’500 U/Min, Marelli-Zündanlage, Ölinhalt 5 Liter
    • Getriebe/Übersetzung
      OSCA Vierganggetriebe, Mittelschaltung
Gesamtübersetzung kann vom Fahrersitz aus fünfstufig über ein separates Getriebe an der Hinterachse eingestellt werden
    • Chassis
      Rohrrahmen-Chassis, unabhängig aufgehängte Räder vorne und hinten, Bereifung 155x15 Dunlop (auf Leichtmetallrädern), Bremsanlage Dunlop-Scheibenbremsen ringsum, hinten innenliegend
    • Dimensionen
      Gewicht 425 kg (inklusive Wasser und Öl, ohne Benzin), Benzintank 100 Liter, Benzinverbrauch 15-22 Liter, je nach Rennen

    Obige Angaben wurden 1960 notiert, die Werte änderten sich für das folgende Jahr und können im Zwischengas-Archiv (technische Daten MBM Sport 1962) eingesehen werden.

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