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Bild (1/1): Lotus 25 (1963) - ausgestellt im Tinguely Museum in Basel -  Donation Niki de Saint Phalle - im Hintergrund zu sehen „Die fünf Witwen“ von Eva Aeppli ca. 1972 (© Christian Baur, Basel, 2011)
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  • Der Lotus 25 (1962-1965) - Jim Clarks Massanzug

    Erstellt am 8. September 2012
    Text:
    Daniel Reinhard
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Archiv Daniel Reinhard 
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    Christian Baur, Basel 
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    Jim Clark`s Massanzug kam nicht von Hugo Boss, sondern von Colin Chapman. Ein Nadelstreif in grün-gelb, mit rotem Innenfutter.

    Colin Chapman und Mike Costin

    Die „Geheimakte 25“ wurde von Chapman bei einem Abendessen mit Designer Mike Costin gestartet. Auf einer Serviette sollen die ersten Skizzen des neuen und überaus revolutionären Rennwagens entstanden sein. Dieses Auto hat den bis anhin als „non plus ultra“ geltenden Gitterrohrrahmen durch eine revolutionäre Schalenbauweise abgelöst. Unter extremster Geheimhaltung wurde das Auto aufgebaut.

    Selbst Jim Clark, als Chauffeur des neuen Renners vorgesehen, wurde sehr spät, sogar erst nach seiner neuen Vertragsunterzeichnung mit der „Akte 25“ bekannt gemacht. Der Lotus wurde wie ein Cocon um Clark`s Körper gebaut. Grössere wie auch kleinere Piloten hatten absolut keine Chance das Auto fahren zu können, daher wurde der 25er auch nie zu einem „Kundenfahrzeug“.

    Vorbote des Monocoque

    Hatten Cooper und Porsche noch die Nase vorn, als der Motor von vorne in die Mitte des Autos wanderte, so übernahm ab 1961 Lotus die Führung mit der kompromisslosen Wahl extremer Lösungen zur Erzielung geringeren Gewichts, besserer Fahreigenschaften und kleinerer Stirnfläche (kaum grösser wie der Motor).

    Die neue Schalenbauweise, nur der Motor befand sich noch in einem Hilfsrahmen, war der Vorbote vom Monocoque und kam aus dem Flugzeugbau. Diese Bauart war massiv steifer als ein Rohrrahmen. Dank dieser Festigkeit konnten weichere Federn gefahren werden. Um die Fahrzeughöhe tief zu halten wurde der Fahrer praktisch ins Auto gelegt. Eine komplett neue Sitz-, besser Liegeposition erschwerte einerseits das Fahren, da die Scheitelpunkte nur schwer einzusehen waren, aber die hervorragenden Fahreigenschaften des Lotus stellte andererseits alle anderen Konstruktionen sofort in den Schatten.

    Ein Trend wird gesetzt

    Die Konkurrenz folgte dem neuen Trend aus England sofort. Einzig Enzo Ferrari war noch anderer Meinung und verkündete lauthals: “Der Rennfahrer sitzt aufrecht im Wagen, ich weigere mich, meine Piloten in Liegebetten herumzujagen!“ Noch während Ferrari der Presse diese Worte entgegenwarf, entstanden aber auch bereits auf den Zeichenbrettern von Maranello diese verhassten Liegestühle.

    Debüt in Zandvoort

    Am 18.Mai 1962 debutierte der neue 25er, zum Entsetzen aller Lotus-Privatkunden, auf dem Dünenkurs von Zandvoort in Holland. Als privater Lotus-Fahrer mit dem 24er Kundenwagen fühlte man sich sofort um jeden Erfolg betrogen. Mit dem absolut unerprobten Fahrzeug fuhr Clark die 3. schnellste Trainingszeit, lag im Rennen 11 Runden lang vorn, ehe er mit Kupplungsschaden aufgeben musste.

    Aber Teamkollege Trevor Tayler holte den 2. Platz und damit war die Sensation komplett. Um den Weltmeistertitel von 1962 duellierten sich Jim Clark im Lotus und Graham Hill im BRM. Hill besass das zuverlässigere Auto und holte schlussendlich im letzten Saisonrennen, in East London (Südafrika), dank eines weiteren Ausfalles des Schotten, den Titel.

    Weltmeistertitel 1963

    1963 bekam man bei Lotus die Probleme in den Griff, alle Kinderkrankheiten waren auskuriert und so stand dem ersten Titel für Lotus und Clark nichts und niemand mehr im Wege. Mit 7 Siegen bei 10 Rennen bewies Clark nicht nur sein hervorragendes Fahrtalent, sondern unterstrich damit auch die Ueberlegenheit seines trendigen „Anzuges“.

    Produktionsstatistik

    Vom Lotus 25 wurden insgesamt 7 Stück gebaut.

    • 25-R1
      Unfall von Trevor Taylor mit Maurice Trintignant`s Lotus 24 beim GP Frankreich 1962
    • 25-R2
      Unfall von Trevor Taylor beim GP Mediterranea 1963
    • 25-R3
      Coventry Climax V8 Team Lotus 1962, Reg Parnell Racing 1964 mit BRM V8, später kam ein 2,7l Climax ins Auto, später wieder der BRM V8.
      1966 crashte das Auto beim GP Mexiko und verschwand bis heute von der Bildfläche.
    • 25-R4
      Coventry Climax V8 Team Lotus 1962, Reg Parnell Racing 1964 angetrieben von einem BRM V8 Motor.
      Der vom Monaco-Unfall neu aufgebaute R4 wurde beim GP Belgien in Spa beim Unfall von Attwood an einem Telegraphenmasten in 2 Teile geteilt und verbrannte vollständig. Attwood kam wie ein Wunder, nur leicht verletzt, mit dem Schrecken davon.
    • 25-R5
      Trevor Taylor zerstörte das Auto im Training zum GP Belgien 1963
    • 25-R6
      Coventry Climax V8 Team Lotus 1963, 1966 bei Jo Bonnier, im Laufe des Jahres zu MGM.
      Spätere Besitzer Jo Siffert und Jean Tinguely, steht heute im Tinguely Museum in Basel.
    • 25-R7
      Coventry Climax V8 Team Lotus 1963, Reg Parnell Racing 1964 mit BRM V8, später mit dem 2,7l Climax unterwegs.
      1965 kam er zu John Campbell-Jones,
      1966 wird er wieder mit dem Climax V8 ausgerüstet und an MGM ausgeliehen.
      1967 von Parnell neu aufgebaut und mit einem 1,6l Cosworth FVA als Parnell F2 unterwegs.
      1967 kommt das Auto zu Lotus zurück und wird modifiziert und mit dem 3,0 BRM V12 bestückt. Kam so aber nie zu einem Renneinsatz. 1969 kauft Tom Wheatcroft den R7 im von Lotus zurück gebauten Urzustand für die Wheatcroft Grand Prix Collection.

    Vom Rennwagen zum Kunstwerk

    Der 25-R6 wurde von Jo Siffert, nach einer Notdürftigen Reparatur von Vögele`s (nicht Carlo Vögele) Unfall beim Bergrennen in St. Antoni (FR) an Jean Tinguely „verkauft“. Mit dem wohl schlechtesten Motor und ohne Getriebe-Innenleben stand das Auto dann jahrelang als „Skulptur“ im Wohnzimmer des Künstlers und blieb ihm auch über seinen Tod hinaus treu. Denn der vor kurzem, von Urban Fässler (Hinwil), perfekt restaurierte R6 ist jederzeit im Tinguely-Museum in Basel zu bewundern. 

    Unser „Fotomodell“ gewann mit Andy Middlehurst am Steuer den „Grand Prix de Monaco historique 2012!“
    Vielen Dank an Clive Chapman (Classic Team Lotus), Sohn von Colin Chapman, für seine Hilfe bei diesem Fahrzeugbericht.

    Technische Daten des Lotus 25

    • Konstrukteursteam:
      Colin Chapman, Frank Costin und Len Terry
    • Chassis:
      Aluminium Monocoque
    • Motor:
      Climax FWMV V8, 1495 ccm, 200 PS bei 9800 U/min
    • Getriebe:
      ZF, 5 Gang
    • Länge: 3553 mm
    • Breite: 1548 mm
    • Höhe:   787 mm
    • Radstand: 2310 mm
    • Spur vorn: 1320 mm
    • Spur hinten: 1345 mm
    • Reifen: Dunlop
    • Gewicht: 451 kg

    Erfolgsstatistik/Palamares

    14 Siege, 17 Pole Positionen und 13 schnellste Rennrunden bei 49 Rennen

    • 1962
      GP Belgien am 17. Juni Jim Clark
      GP England am 20. Juli Jim Clark
      GP USA am  7. Oktober Jim Clark
    • 1963 Weltmeister
      GP Belgien am 9. Juni Jim Clark
      GP Holland am 23. Juni Jim Clark
      GP Frankreich am 30. Juni Jim Clark
      GP England am 20. Juli Jim Clark
      GP Italien am 8. September Jim Clark
      GP Mexiko am 27. Oktober Jim Clark
      GP Süd Afrika am 28. Dezember Jim Clark
    • 1964
      GP Holland am 24. Mai Jim Clark
      GP Belgien am 14. Juni Jim Clark
      GP England am 11. Juli Jim Clark
    • 1965
      GP Frankreich am 27. Juni Jim Clark.
      Der Lotus 25 kam im Jahr 1965 noch für 2 Rennen (Frankreich und Italien) zum Werkseinsatz, da der 33er noch immer mit diversen Problemen zu kämpfen hatte.

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    ···
     
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