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Chevrolet Corvette Grand Sport - Duntovs Cobra-Schreck

Erstellt am 9. Mai 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
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Archiv 
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Seit ihrem erfolgreichen Rennstart im Jahre 1962 waren die AC Cobra der Massstab im amerikanischen Rennsport. Die Chevrolet Corvette hatten wegen eines Mehrgewichts von rund 450 kg kaum eine Chance. Zora Arkus-Duntov sann auf Abhilfe.

Mit der Produktion von mindestens 100 Fahrzeugen wollte er den FIA-Regulierungen genügen und einen GT auf die Räder stellen, der sogar die Prototypen, deren Hubraum auf 3 Liter beschränkt war, schlagen konnte. Duntov rechnete aus, dass das Fahrzeug dazu maximal 820 kg schwer, 600 PS stark und rund herum mit Scheibenbremsen ausgerüstet sein müsse.

Der Wagen sollte wie die normale Corvette C2 aussehen, was aerodynamische Nachteile gegenüber den Prototypen bedeutete.

Wegen der Anti-Renn-Politik von GM, die auf General Motor Präsident Red Curtice und das Jahr 1957 zurückging, konnten die Vorbereitungen nur im Geheimen ablaufen und es standen wohl auch nicht genug Mittel zur Verfügung.

Fünf originale Corvette Grand Sport

Fünf Fahrzeuge wurden insgesamt hergestellt, mit gut 860 kg wurde die Gewichtsvorgabe nicht ganz erreicht. Motorenseitig wurde mit unterschiedlich grossen Hubräumen gefahren, während der Entwicklung wechselte man von Einspritzung auf Weber-Vergaser für die Gemischaufbereitung. Für das Chassis wurde ein Aluminium-Rohrrahmen gewählt, die Karosserie bestand aus gegenüber der Serie erleichterten Kunststoffteilen, die Form entsprach weitgehend der Serie, wies aber zugunsten der Aerodynamik etwas geringere Dimensionen auf.

Der Einzug in Le Mans 1963 scheiterte nicht nur, weil man die erforderlichen 100 Autos nicht produziert hatte, obschon man dies in den FIA-Submissionen behauptet hatte, sondern auch weil die GM-Oberen ihr Veto gegen diesen Einsatz einreichten.

Einige Erfolge auf den Rennstrecken

Am 27. April 1963 fand der erste Renneinsatz auf dem Virginia International Raceway statt, der unter Ed Lowther mit dem vierten Platz endete (Chassis-Nummer GS-004).  Der erste Sieg resultierte in Watkins Glen am 25. August 1963. Dick Thompson konnte das Rennen für sich entscheiden (Chassis-Nummer GS-004). Weitere Siege resultierten mit Ben Moore auf dem Reading Regional Airport am 11. Oktober 1964 (Chassis-Nummer GS-005) und am 29. November 1954 bei zwei Rennen im Rahmen der Nassau Tourist Trophy (Chassis-Nummer GS-005), beide eingefahren durch Roger Penske. Weitere bekannte Fahrer der Grand Sport waren unter anderem Jim Hall, Delmo Johnson, John Cannon, AJ Foyt, Jack Saunders und George Wintersteen.

Gegenüber den Cobras vermochten sich die Grand Sports gut zu wehren, aber in der Prototypenklasse gegen Chaparral, Porsche RS-60 oder Maserati Tipo 61 Birdcage war es  schwierig sich durchzusetzen.

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Überaus wertvoll

Die fünf originalen Grand Sports sind heute gesuchte Sammler-Stücke und wechseln nur selten die Hand. Chassis GS-002 wurde bei der RM Auction in Phoenix, Arizona im Jahre 2009 angeboten, fand aber trotz Geboten bis 4,9 Millionen USD keinen neuen Besitzer. Das letzte bekannte Zusammentreffen aller fünf Orignal-Grand-Sports fand im Jahre 2003 in Florida statt.

Grand Sport Continuation

Die Chevrolet Corvette Grand Sport, die im Rahmen der NHGT-Rennen der Hockenheim Historics 2011 für Furore sorgte, ist eine sogenannter “Continuation”. Gemäss den alten Spezifikationen wurde von der holländischen Firma Tachyon ein sehr detailgetreuer Nachbau geschaffen, der Chassis-Nummer 010 trägt und weitestgehend den damaligen Spezifikationen entspricht. Es wurden keine Mühen gescheut, viele Teile, so zum Beispiel die Bremsen, wurden regelrecht nachkonstruiert, mit CAD-Hilfe und tiefschürfenden Recherchen.

Das Auto erhielt denn auch einen FIA-HTP, der als Modell “Corvette Grand Sport” und als Hubraum 6’178 ccm nennt. Das Fahrzeug entspricht der Periode F und der FIA-Klasse GTP2.

Mit ihrem tollen Sound und spektakulären Drifts eroberte die europäische Grand Sport die Herzen der Zuschauer im Sturm.

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