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BMW-Klassiker schlägt moderne Rennwagen - Klassensieg für M1 beim 1. VLN-Rennen auf den Nürburgring

Erstellt am 4. April 2014
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Reinhard und Peter Heinrich
Fotos:
Daniel Reinhard 
8

Man kann es kaum glauben, aber es ist kein Aprilscherz. Vater und Sohn Heinrich aus Aachen holten sich beim 1. VLN- Rennen der neuen Saison auf dem Nürburgring den Klassensieg mit einem BMW M1.

Die Heinrichs besitzen eine ganze Reihe von historischen BMW`s und so reifte bei der Betrachtung der Fahrzeuge die Idee, ob es nicht möglich wäre, einen mit „simpler“ Technik ausgestatteten BMW M1 in der hochmodernen VLN und in der Gruppe der historischen Rennwagen einzusetzen. Ein paar Gespräche mit Verantwortlichen des Reglements und eine bejahende Begeisterung von vielen Seiten und das Projekt ging in die Phase eins.

Geschichte und Gegenwart vereinigt

Die Parameter waren schnell festgelegt, es sollte ein fabrikneuer BMW M1 auf einem vorhandenen Chassis aufgebaut werden, mit modernsten Komponenten der Sicherheitsausstattung und mit Technik-Features der Neuzeit. Unter Einbehaltung des Reglements kam nur ein noch käuflich zu erwerbender Original-Motor aus dem BMW M-Regal in Betracht. 

Ohne Partner unmöglich

Mit einer Präsentationsmappe unter dem Arm ging es noch im Jahr 2008 zu Industriepartnern, um mit der Idee vorstellig zu werden und um Technik-Partner zu finden. Bei Bilstein rann AH-Racing sofort offene Türen ein. Dirk Spohr sagte direkt zu bei dem Projekt mit an Bord zu sein und ein Bilstein-Fahrwerk zu entwickeln. Auch bei TRW wuchs die Motivation eine Bremsanlage für die schwierige Nordschleife zu bauen und BBS freute sich als Partner und Felgenlieferant das Projekt unterstützen zu können.

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Aufrüsten und Einkleiden

Anfang 2009 packte Peter Heinrich ein vorhandenes BMW M1-Gitterrohrrahmen-Chassis in den Hänger und lies zuerst einen dem Stand der Technik entsprechenden Käfig einschweißen. Da Formen und Werkzeuge der bayrischen Rennikone M1 noch vorhanden sind, waren keine großen Anpassungen des komplizierten Rennkäfigs nötig, sondern nur eine im engen Innenraum diffizile Schweißarbeit.

Der neu aufgebaute AH-Racing-M1 muss in allen Punkten, Aufhängungen und Profilen absolut dem Original von 1979 entsprechen, sollte doch im Gegensatz zur legendären Procar-Zeit ein deutliches und modernes Signal setzten: Der komplette Rohrrahmen, innen, unten und im Motorraum wurde alpinweiss lackiert.

Die aufwändigen Innereien

Während der Karosserie-Aufbau weiter voran ging, stellten die beiden Heinrichs in der zweiten Hälfte 2009 ihren historischen Procar-M1 als Testträger zur Verfügung, um die neu entwickelten Bauteile zu testen. Bilstein sendete einen ihrer Top-Fahrwerksingenieure in Richtung Aachen, um die Aufhängungspunkte und die Parameter der Radaufhängungen zu vermessen und um ein nordschleifentaugliches Fahrwerk zu konstruieren. Die Firma TRW adaptierte eine gigantische Rennbremse an die Radträger. Diese Teile wurden in den letzten VLN-Läufen am Nürburgring bereits auf Funktion getestet und die Fans merkten bekamen zum ersten Mal den als „Fan-Projekt“ getauften Gruppe H-AH-Racing BMW M1 zu Gesicht.

Die Motor-Neukonstruktion ging im Oktober 2009 ebenfalls in die Testphase, hatte aber anfänglich einige Probleme bautechnischer Art, die gelöst werden mussten. Da der Original-Motor anno 1979 mit einer mechanischen Kugelfischer-Einspritung arbeitete und der 2010er Rennmotor ein elektronisches Einspritzsystem mit Airbox verlangt, galt es ein Platzproblem zu lösen.

Motoren-Spezialist Uli Gerent aus Lage nahm sich dem Motor an und seit im Winter 2009-2010 viel Arbeit in das Sechszylinder-Triebwerk gesteckt.

Der Wagen wurde zwischenzeitlich komplett lackiert und der rennaffine Designer Gerd Weitzel entwarf ein Design, das sich an den legendären drei Farben der Motorsport GmbH anlehnt und bei den Fans an der Nordschleife für Entzücken sorgte - vor allem bei den älteren Fans, die sich an die Legende BMW M1 noch erinnern können.

Schliesslich wurde der Wagen verkabelt und montiert, das Renn-ABS verbaut und mit digitalen Datenauszeichnungssystem ausgestattet. Auch ein H.A.N.S.-System und ein elektrisches Feuerlöschsystem bekam der M1 spendiert, um schliesslich dann am 30. März 2014 erstmals am Nürburgring an den Start zu gehen. Natürlich waren alle am Projekt beteiligten Leute sehr gespannt auf das Abschneiden, mit dem Klassensieg aber wurden alle Erwartungen übertroffen.

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Erfolgreicher Einsatz im ersten Rennen

Am 29. März 2014 lief alles wie geplant und die Heinrichs errangen auf Anhieb den wohl nicht erwarteten Klassensieg. Jetzt muss das Ergebnis natürlich etwas relativiert werden, denn schliesslich bestand die Klasse aus nur zwei Fahrzeugen. Doch wer die Resultate genauer analysiert, erkennt, dass man vor der Leistung des rund 35 jährigen BMW M1 doch den Hut ziehen muss. In der Gesamtrangliste erreichte der M1 mit 25 absolvierten Runden den 36. Platz von 116. gewerteten Teilnehmern. Und von den Rundenzeiten (schnellste Runde in 8:43) liess der Oldie eine ganze Reihe moderner Spitzensportwagen der Kategorie Porsche 911 GT3 oder Aston Martin V12 hinter sich. Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von co******
08.04.2014 (12:57)
Antworten
Nichts gegen das Projeket oder den Erfolg, aber der Tiel "BMW Klassiker schlägt moderne Rennwagen" lässt anderes vermuten. Ein alter "Deckel" auf einem komplett modernen Unterbau hat eigentlich mit Klassiker nicht viel zu tun, zumindest nicht in der Form wie es der Titel vermuten lässt. Und der Klassensieg bei nur einem Konkurenten, da stehen die Chancen ja schon mal nicht so schlecht :)
Trotzdem schön wenn ein solches Fahrzeug seine Kreise auf der Rennstrecke zieht.
von co******
08.04.2014 (07:48)
Antworten
Ein 30 Jahre alter Klassiker.........
Was an diesem Fahrzeug ist denn noch 30 Jahre alt?
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