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Peter Gethin - der Mann mit der 71

Erstellt am 19. Dezember 2011
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Reinhard
Fotos:
Daniel Reinhard 
7

Er starb im Alter von 71, er gewann 1971 seinen einzigen GP und das mit nur knappen 71 cm Vorsprung!

Beginnen wir aber von vorne: Sein Name war Peter Gethin, geboren wurde er am 21. Februar 1940 in Ewell bei Epsom. Am 5. Dezember 2011 verstarb er nach langer schwerer Krankheit in Goodwood.

Sohn eines Jockeys, aber kein Interesse an lebenden Pferden

Als Sohn eines Jockeys hatte er von Anfang an geringes Interesse an Pferden, umso mehr aber an Pferdestärken. Nach einer Kfz-Ausbildung, und der Absolvierung der Rennfahrerschule in Brands-Hatch gewann er die britische F5000-Meisterschaft 1969 und 1970.

Lückenbüsser

Als Teameigner und Fahrer Bruce McLaren bei Testfahrten in Goodwood tödlich verunglückte, holte man kurzerhand Peter Gethin in das McLaren-Team, wo er in Zandvoort 1970 sein F1-Debut gab.

Infolge mässiger Erfolge verliess Gethin den McLaren-Rennstall nach dem GP Deutschland im Jahre 1971 bereits wieder. Kurz darauf wurde er aber von BRM engagiert, da man dort Jo Sifferts Teamkollegen Pedro Rodriguez am Norisring verloren hatte. BRM gewann mit Siffert den nächstfolgenden GP von Oesterreich in Zeltweg, der neue Teamkollege holte sich nur einen schwachen zehnten Platz.

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Sensationeller Sieg in Monza

Dafür folgte die absolute Sensation am 5. September 1971 in Monza. Vom elften Startplatz weg siegte Peter Gethin im damals schnellsten GP mit nur einer Hundertstel-Sekunde Vorsprung auf Ronnie Peterson und selbst der fünftplazierte Howden Ganley erreichte das Ziel nur 0,61 Sekunden später.

Es gibt einige Rennfahrer mit nur einem GP Sieg, doch die meisten sind schnell vergessen. Nicht aber Gethin. Sein Sieg in Monza hielt den einen Rekord über 32 Jahre und den andern sogar heute noch. Genau 32 Jahre lang war das Rennen in Monza mit einem Schnitt von 242,616 km/h das Schnellste F1-Rennen überhaupt, erst 2003 wurde dieser Rekord gebrochen und zwar wiederum in Monza. Inzwischen hatte sich der Rundkurs allerdings erheblich verändert und war nun mit drei Schikanen bespickt. Michael Schumacher fuhr 2003 einem Schnitt von 247,585 km/h.

Bis heute gab es nie eine knappere Entscheidung eines F1-Rennens als beim GP Monza von 1971, einzig der Zieleinlauf in Zeltweg 1982, mit 0,05 sec zwischen de Angelis und Rosberg, kam annähernd an Monza heran.

Die Stelle, an der der GP Monza entschieden wurde

Bei einem Fototermin in Monza an einem nebligen Novembertag im Jahre 2000 deutete Peter Gethin plötzlich auf eine Stelle eingangs der Parabolica, der Zielkurve des Monza-Rundkurses: „That`s the point where I won the race“!

Beim Blick auf die schnelle Rennstrecke wurden seine Erinnerungen geweckt und er begann, trotz Drängen seiner Lebenspartnerin, endlich zur Shopping-Tour nach Mailand aufzubrechen, vom damaligen Sieg und seiner Taktik zu erzählen.

Tatsächlich war das alte Monza ohne die Schikanen eine ganz spezielle Rennstrecke und das Rennen eine reine Windschattenschlacht. Derjenige, der als erster in die letzte Kurve die Parabolica einbog, hatte das Rennen bereits verloren. Die beiden Führenden im Jahre 1971 - Ronnie Peterson und François Cevert - kontrollierten sich gegenseitig auf der Anfahrt zur Parabolica Peter Gethin nutzte als Dritter die Gunst der Stunde und bremste mit seinem BRM P160 die knapp vor ihm liegenden aus, durchfuhr die Kurve auf der letzten Rille und konnte dabei, auch dank seines im Vergleich zu den Ford-V8-Motoren kräftigeren Zwölfzylinders, den sich wieder stetig verkürzenden Vorsprung bis zum Zielstrich retten. Die Sensation war komplett!

Keke Rosberg wurde 1982 mit nur einem Sieg Weltmeister und Gethin gewann ohne eine komplette Führungsrunde einen GP. In seiner gesamten F1-Karriere gingen nur insgesamt drei Führungsrunden auf seinem Konto.

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Auch nach dem Rücktritt geschäftig

Nach seinem Rücktritt als aktiver Rennfahrer 1974 blieb er als Teammanager bei Toleman dem Rennsport treu. Später gründete er noch ein Formel-3000-Team und führte in England eine eigene Rennfahrerschule.

Seinen Lebensabend verbrachte er in seinem Haus in Goodwood.

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