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    Erinnerungen an den Filmpionier, Rennfahrer und Bonvivant Graf Alexander Kolowrat

    21. April 2016
    Text:
    Dr. Jiri W. Pollak
    Fotos:
    Unternehmensarchiv Skoda Auto 
    (7)
     
    7 Fotogalerie

    Vor 130 Jahren wurde der Filmpionier, Rennfahrer und Bonvivant Graf Alexander Kolowrat geboren. Genauer gesagt am 29. Januar 1886, in Glen Ridge, New Jersey, Vereinigte Staaten. Sein ganzer Name lautete: Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowsky, besser bekannt war er aber als Graf Sascha Kolowrat oder Graf Kilowatt, wie man ihn wegen seiner Energie auch nannte.

    Graf Kolowrat - wie er wegen seiner Energie auch genannt wurde
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Leidenschaft für Essen und schnelle Autos

    Sascha verfiel noch lange vor seinem 18 Lebensjahr den motorisierten Fahrädern. Sein Vater verbot ihm zwar die Teilnahme an Rennen, doch Sascha startete weiter unter einem Pseudonym. Später gewann er sogar mehrere Rennen.

    Damit er von den Rennen wegkam und die väterlichen Grossgüter später verwalten konnte, wurde er in die Schweiz geschickt. Sein Aufenthalt nahm aber nicht den geplanten Verlauf, auch wenn das zu Hause niemand merkte. Dazu liess Sascha eigenhändig geschrieben Postkarten aus der Schweiz schicken, während er an Rennen teilnahm…

    Hauptberuflich war er Filmpionier - Filmproduzent und Begründer der österreichischen Filmindustrie. Zu seinen Hobbys zählten gutes Essen und schnelle Autos.

    Für jeden Spass zu haben

    Der junge Graf Kolowrat war für jeden Spass zu haben – an der „Bosnienfahrt“ fuhr er auf einem tschechischen Laurin und Klement Wagen, L & K Typ FC, mit einem stilischen Tarbusch (Fes) auf dem Kopf und siegte! (1908)

    Laurin und Klement Typ FC (1908)
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Einer der grössten Siege errang er mit einem zivilen L&K, weil sein schwerer Rennwagen FCS per Bahn zu spät geliefert wurde. Über Nacht demontierte er die Karosserie seines Laurin und Klement Typs F und gewann auf dem Rolling-Chassis das Bergrennen von Gaillon 1909 in Frankreich.

    Laurin und Klement Typ F (1909)
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Da die damalige Rennvorschriften nur ein Maximalgewicht der Besatzung von 120 kg erlaubten, nahm der vollleibige Kolowrat seinen jüngeren und um einiges leichteren Bruder mit.

    Kolowrat mit seinem jüngeren Bruder
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto
    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Herr über die schweren Wagen

    Graf Sascha Kolowrat gewann die erste Austragung der „Alpenfahrt“ 1910 und fuhr auch in den Jahren 1912,1913 und 1914 ohne einen Strafpunkt ins Ziel. Er beherrschte den schweren Wagen wie kein anderer. Natürlich nahm er auch ein grosses Risiko auf sich. Die finanzielle Unterstützung von zu Hause und die der Fabrik Laurin und Klement war ihm aber sicher.

    Andersmal, hat er zu Gunsten der Gewichtseinsparung beide Sitze demontieren lassen, für sich nahm er einen leichten Rattansessel und der Mechaniker musste auf einer Werkzeugkiste sitzen – und „Graf Kilowatt“ siegte wieder…

    Rennenfahren, Film und Spass

    Rennenfahren, Film und Spass waren in seinem Leben nicht von einander zu trennen. Als enger Freund des Hauses Laurin & Klement, beschloss er eine Dokumentation über den Automobilbau in Jungbunzlau (Mladá Boleslav) zu drehen. Weil es dort noch keine Fliessbandproduktion gab, liess er flink ein rund 20 Meter langes fingiertes Band einrichten, auf dem die Autos an einer – für den Zuschauer unsichtbaren – dünnen Leine gezogen wurden. Vier Mechaniker montierten auf diese Weise für die Kamera einen Wagen. Am Ende des getürkten Fliessbandes setzte sich der Graf ins Auto und fuhr, wie wenn nichts wäre aus der Halle.

    Graf Sascha Kolowrat
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Kolowrat siegte auch fern von seiner Heimat, so in Russland, wo er die Rallye über 2400 km gewann. Sascha galt als zäh und schier unermüdlich. Gleich nach dem Sieg nahm er, nach kurzer Erholung, noch das 2-Tage- Rennen um den Kaukasuspokal in Angriff und siegte auch dort!

    Vor dem Firmenstand am Prager Autosalon 1914, mit Generaldirektor Vaclav Klement (links) und Landsammann Graf von Lobkowicz. Alexander Kolowrat (rechts), war als Mitglied des Verwaltungsrates, ein würdiger Vertreter des L&K Unternehmens.
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Der Filmarbeit treu

    Die Filmarbeit hat Kolowrat aber nie aufgegeben. Seine Firma Sascha-Film-Fabrik prosperierte. Kurz darauf gründete er weitere Filmlaboratorien. Er drehte Filme mit dem gleichen Elan wie er Rennen fuhr. So verhalf er zum Beispiel der bis anhin wenig bekannten Schauspielerin Marlene Dietrich zum Ruhm, als sie in seinem Film „Café Electric“ spielte.

    Graf Kolowrat studiert in seiner Film-Fabrik einen Filmstreifen
    © Copyright / Fotograf: Unternehmensarchiv Skoda Auto

    Der sympathische und charismatische Alexander Joseph Graf von Kolowrat-Krakowsky wurde stets von allen geliebt und bewundert. Am 4. Dezember 1927 starb der 41-jährige in Wien, noch im jungen Alter, an Pankreaskrebs.

    Alle 7 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    to******:
    30.05.2016 (22:57)
    Auf den Bildern heisst er (?) plötzlich Laurin.
    prattenberg:
    26.04.2016 (09:52)
    Beeindruckende Vita - vielen Dank für den Artikel! - Meines Wissens gibt es die Filmproduktionsfirma nach wie vor.
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