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Bild (1/1): Musy Benoit auf seinem Maserati 300S beim Rennen in Portugal von 1956 (© Archiv Bernhard Brägger, 1955)
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    Benoît Musy: Flieger, Motorrad- und Automobilrennfahrer

    Erstellt am 10. August 2011
    Text:
    Bernhard Brägger
    Fotos:
    Archiv Bernhard Brägger 
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    „Benoit Musy tödlich verunglückt“ – hiess die Schlagzeile in einer Morgenausgabe des „Bundes“ kurz nach dem 7. Oktober 1956. Ich sehe sie vor mir, als wäre es gestern gewesen. Sie ware mir damals als Vierzehnjähriger ein Begriff, die Familie Musy: Benoît, der Automobil- und Motorradrennfahrer, Pierre der Bobfahrer und Olympiasieger in Garmisch-Partenkirchen 1936, und der Vater, der ehemalige Bundesrat. Geschockt starrte ich auf die Fotomontage: im Vordergrund der total zerstörte Maserati, rechts dahinter die Betonkonstruktion der Steilkurve von Monthléry und über ihren oberen Rand hinaus die eingezeichnete Flugbahn des Rennsportwagens.

    Die Rennfahrerkarriere des Benoît Musy dauerte keine zehn Jahre. 1947 begann er auf einer Werks-Moto Guzzi seinen Geschwindigkeitstrieb auszuleben. Sechsfacher Schweizermeister auf 250er- und 500er-Maschinen. Sieger an Grossen Preisen, Sieger im nordafrikanischen Casablanca, im südamerikanischen Sao Paulo. Aber auch Sieger an nationalen Rundstreckenrennen wie im zürcherischen Regensdorf, im thurgauischen Erlen. 1954 wechselte der gebürtige Greyerzer von zwei auf vier Räder. Und Musy war auf Anhieb schnell. Sehr schnell. Siege in Francorchamps, am „Grand Prix des Frontières“ in Chimay, an der „British Empire Trophy“ im Oulton Park.

    Musy blieb stets der Marke Maserati treu. Zuerst der 2-Liter A6-AGCS, dann der 3-Liter 300 S und schliesslich der 2-Liter 200S/1500S – der Unglückswagen in Montlhéry.

    Freiburg und seine grossen Rennfahrer

    Portrait Benoît MusyAus Freibu rg kamen immer wieder gute Rennfahrer. Doch drei mischten im Konzert der ganz grossen mit: der Aristokrat Toulo de Graffenried, der Bürgerliche Benoît Musy und Josef Siffert, der Mann aus dem Volke.

    Alle drei schrieben Schweizer Rennsportgeschichte, alle drei siegten auf internationalen Pisten. Sie waren beliebt, liessen sich feiern, sogen gierig ihre Popularität in sich auf. Toulo de Graffenried überlebte. Musy und Siffert bezahlten ihre Leidenschaft mit dem Leben. Im hohen Alter klagte mir Baron Toulo leicht resigniert: „Da schleppe ich mich mühsam durch die Gassen von Bern und keiner kennt mich mehr. Das stimmt mich traurig!“

    Siffert, Idol, Halbgott der 60er-Generation, Sportler des Jahres, verunglückte 1971 in Brands-Hatch auf BRM tödlich. Sein Vorbild Benoît Musy. Das Helmdesign übernahm Siffert von Musy: auf rotem Grund zwei weisse Streifen, das Schweizerkreuz auf der Stirnseite.

    Benoît Musy, der Motorradrennfahrer

    Benoît Musy stammte aus einer bekannten Freiburgerfamilie. Sein Vater Jean-Marie war zwischen 1919 und 1934 Bundesrat, Christdemokrat, seine Mutter eine geadelte Juliette de Meyer. Sein ältester Bruder Pierre steuerte 1936 den Viererbob zum Olympiasieg in Garmisch-Partenkirchen. Bruder Luigi war passionierter Reiter. Der am 13. Dezember 1917 geborene Benoît studierte Ingenieur agronom. Als Militär- und Zivilpilot brachte er es auf 1700 Aussenlandungen. Auch als  Fallschirmspringer bewies er seine Abenteuerlust.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Musy seine Karriere als Motorradrennfahrer. Seine bevorzugte Marke: Moto Guzzi. Zwischen 1947 und 1953 wurde er nicht weniger als sechsmal Schweizermeister auf 250er- und 500er-Maschinen. Aber auch an internationalen Rennen holte er sich Lorbeerkranz um Lorbeerkranz: Zandvoort, Casablanca, Zagreb, Sao Paolo. Benoît betrieb seine Passion professionell. Vor schweren Stürzen blieb er verschont. 1950  verheiratete sich Benoît mit Manuela Consuelo Heusch, der Tochter eines Industriellen aus Barcelona. 1951 kam Sohn Edouard Hugo zur Welt.

    Benoît Musy, der Automobilrennfahrer

    1954 erfüllte sich Benoît Musy einen lang gehegten Wunsch. Er kaufte sich einen Rennsportwagen, einen Maserati und wurde Automobilrennfahrer. Der A6-GCS, 180 PS stark, 700 kg schwer und im vierten Gang gegen 240 km/h schnell – ein Wagen für Podestplätze.

    Ob Benoit Musy den Schritt vom Motorrad zum Rennauto schaffte, war die grosse Frage. Nur ganz wenigen ist dies bis heute gelungen. Bernd Rosemeyer im schwer beherrschbaren 16-Zylinder-Auto-Union.  Bereits in seinem ersten Rennjahr 1935 gewann der Deutsche auf der „Heckschleuder“ das Masarykrennen in Brünn. John Surtees – „Big John“ gehört auch in diese Kategorie. Siebenfacher Motorradweltmeister! 1964 wurde er auf dem 8-Zylinder-Ferrari Automobilweltmeister. Auch ein weiterer Schweizer gehörte in diese Klasse der Ausnahmekönne. In den 50er-Jahren holte sich der Triumph- und Ferrarifahrer Hano Wirz Schweizermeistertitel auf zwei- und vier Rädern.

    Als eines der ersten Rennen wählte Benoît Musy ein Sportwagenrennen in Spa-Francorchamps aus und gewann überlegen. Weniger erfolgreich verlief das Rennen in Imola. Nach mehreren Tête-à-queues musste er das Rennen so rasch wie möglich vergessen. Dann trat er erstmals gegen Willi Peter Daetwyler und seinen 4,5-Liter Alfa Romeo an. Bei strömenden Regen wurde auf der Bremgartenstrecke in Bern zum „Preis von Bremgarten“ gestartet, ein Rahmenrennen zum „Grossen Preis der Schweiz“, da wo sich die Asse der Formel 1 duelllierten: Fangio, Gonzales, Hermann, Hawthorn oder Moss. Willy Peter Daetwyler auf Alfa Romeo, Arthur  Heuberger auf einem Werks-Porsche und Benoît Musy auf Maserati fuhren allen andern davon. Doch gegen den Schlussspurt Daetwylers hatten weder Musy noch Heuberger eine Chance. Immerhin erkämpfte er sich den zweiten Rang hinter dem die Sportwagenszene der frühen 50er-Jahre dominierenden Daetwyler. Siege gab es auch am „Grand Prix des Frontières“ in Chimay in Belgien, am Rennen in Mégève oder an der „Coupe du Salon“ in Montlhéry.

    1955 setzte Benoît Musy den neuen Maserati 300S ein. Bei 7000 U/Min leistete der 3-Litermotor 245 PS. Und der Maserati war schnell. 290 km/h soll er erreicht haben! Musy lernte weitere Rennstrecken in Europa kennen: Porto, Messina, Karlskoga, der Oulton Park in England. Die Erfolge blieben nicht aus. Musy war innert kurzer Zeit zu einem von der Konkurrenz gefürchteten, vom Publikum gefeierten Rennfahrer geworden.

    Und als er 1956 im Oulton Park an der „British Empire Trophy“ einen neuen absoluten Streckenrekord aufstellte, hatte er endgültig den Durchbruch in der  internationalen Rennsportwagen-Szene geschafft. Sein Wagen mir der Chassisnummer 3057 existiert heute noch, ist restauriert und wird gelegentlich bei historischen Rennen eingesetzt.

    Monthléry, der Unfall

    „Coupe du Salon“, Montlhéry, 7. Oktober 1956. Die in den frühen Zwanzigerjahren gebaute - 1956 bereits total veraltete Bahn - l‘Autodrome de Linas-Montlhéry südlich von Paris - eignete sich nicht mehr für schnelle Rennen, geschweige für Rennen mit Formel 1-Wagen. Die während Jahren erfolgten kleinen Sanierungsarbeiten waren Flickwerk. Das Geld für den Unterhalt dieser hochsensiblen, filigranen Betonkonstruktion fehlte. Auch Rennen mit zweisitzigen Rennsportwagen beinhalteten grösste Risiken.

    Linas-Monthléry und seine Streckenvarianten

    16.30 Uhr. Dreissig Rennsportwagen warteten auf das Startzeichen. Beim Senken der Flagge übernahm Hernando da Silva Ramos auf Gordini die Spitze. Benoît Musy folgt ihm auf seinem neuen 2-Liter-Maserati 2002/SI. Dann Louis Rosier auf Talbot-Maserati. In der siebten Runde übernahm Musy die Führung. Sein Tempo war enorm, er musste den grösstmöglichen Kurvenradius dieses auf 220 km/h ausgelegten Ovals fahren.

    Es regnete. Kaum einen Meter trennte ihn vor dem Pistenrand. Eine massive Abschrankung war nicht vorhanden, welche zu schnelle Fahrzeuge vor dem Absturz ferngehalten hätte. Plötzlich brach der blauweisse Maserati nach links aus, stellt sich quer und wurde über den Pistenrand katapultiert, stürzte mit grösster Wucht auf ein kleines Gebäude auf der Aussenseite der Bahn, prallte gegen einen Camion.

    Unfall von Benoît Musy in Monthléry

    Musy wurde aus dem Sitz geschleudert und war augenblicklich tot. Seine Frau war Zeugin des schrecklichen Unfalls .Eine defekte Lenkung soll der Verursacher gewesen sein. Das Rennen ging weiter! Silva da Ramos gab auf, Louis Rosier verunglückte schwer in der Ascari-Kurve, der Spanier Paco Godia siegte.

    Weltmeister Juan Emanuel Fangio widmete Benoît Musy letzte Worte auf der Kranzschleife: „TUO AMIGO“. Rennfahrer und Journalist Paul Frère schrieb: „Cet étonnant petit bonhomme a conquis la sympathie du public par sa finesse, par sa correction et sa combativité“.

    Erstmals wurde mir als junger Mensch bewusst, Rennfahrer sind nicht unsterblich. Die Fotomontage vom Sturz machte mich betroffen. Irgendwie starb auch mir ein „Amigo“, ein „Bonhomme“, damals am 7. Oktober 1956, von dem ich nicht mehr wusste, als dass er schnell Motorrad- und Autofahren konnte, aus Freiburg stammte und dessen Bruder Olympiasieger im Viererbob war.

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