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Spa Classic 2012 - Kampf der Prototypen und Monoposti in den Ardennen

Erstellt am 3. Juni 2012
, Leselänge 9min
Text:
Julien Mahiels
Fotos:
Julien Mahiels 
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Bereits zum zweiten Mal fand die Spa Classic am Wochenende des 26. und 27. Mai 2012 statt und zog 13’000 Besucher an, die sieben Rennserien bei schönstem Frühlingswetter verfolgen konnten.

Die Rennstrecke von Spa im hügeligen Ardennenland wurde vor fast hundert Jahren konzipiert und beherbergte in ihrer langen Geschichte immer wieder spannende und sogar legendäre Rennen.

Mit den Spa Classic wird an die gloriosen Rennschlachten der vergangenen Zeit erinnert, als sich Porsche und Ferrari, nebst anderen, härteste Duelle lieferten.

Die diesjährige Spa Classic war der Ecurie Francorchamp gewidmet, deren Besitzer Jacque Swaters kürzlichst verschieden ist. Zu seinen Ehren wurden einige der berühmten gelben belgischen Ferraris gezeigt und eine Rallye organisiert.

Gruppe C Rennwagen und Sportprototypen (1982-1993)

Die Gruppe-C-Fahrzeuge liessen mit Rundenzeiten aufhorchen, die nahe an denen heutiger Sportprototypen lagen. Das Teilnehmerfeld war eindrücklich und der Kampf an der Spitze spannend. Gareth Evans hatte seinen Sauber-Mercedes C9 auf die Poleposition gestellt, notabene mit der fast schon magischen Rundenzeit von 2:12.712 (zum Vergleich: beim diesjährigen 6-Stunden Rennen von Spa brauchte der Audi R18 2:02.437 bei gleichem Streckenlayout).

Sauber Mercedes C9 (1989) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Im Rennen konnte er aber diese Position vorerst nicht nutzen und Peter Meyrick ging auf seinem Spice SE89 in Führung. Als der Motor von Meyrick aber Probleme zeigte, übernahm Evans die Führung, wurde aber bis zum Schluss vom Jägermeister Porsche 962 bedrängt. Nach 24 Runden betrugt die Differenz zwischen dem Ersten und dem Zweiten nur gerade 1,558 Sekunden.

Beindruckend waren auch die Lancia-Sportwagen, wurde doch der Wagen von Henrik Lindberg mit über 280 km/h gemessen im Training. Im Rennen erreichte der schnellste Lancia LC2 unter Rupert Clevely dann den fünften Platz.

Rangliste (Top 5):

1. Gareth Evans, Sauber-Mercedes C9 (1989), C1, 167,4 km/h
2. Cristophe D’Ansembourg/Hervé Regout, Porsche 962 (1990), C1, 167,3 km/h
3. Mike Donovan, Spice SE88 (1988), C2, 163,7 km/h
4. Steve Tandy, Nissan R90CK (1990), C1, 161,9 km/h
5. Rupert Clevely, Lancia LC2 (1984), C1, 156,2 km/h

Historische Formel 1 (1966-1985)

An Teilnehmerschwund litt das historische Formel-1-Feld, nur neun der gemeldeten 13 Fahrzeuge fuhren in Training und Rennen mit. Nie waren die beiden Siege von Joaquin Folch auf seinem Brabham BT49C von 1981 in Gefahr. Hinter ihm setzte sich Jean Michel Martin auf dem schönen Fittipaldi F8 von 1981 auf dem zweiten Platz durch, während sich Christoph d’Asembourg auf Williams FW07 von 1981 und Richard Eyre auf Williams FW08 von 1982 um den letzten Platz auf dem Podium stritten. Die restlichen Fahrer folgten mit mindestens Rundenabstand.

Fittipaldi F8 (1981) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Historische Formel 2 (1967-1978)

Glichen die Rennen der historischen Formel 1 eher einer Prozession, so zeigten die Formel-2-Piloten dem Publikum, was es zu sehen erhoffte: Rad-an-Rad-Kämpfe von der ersten bis zur letzten Runde. Im ersten Rennen konnte sich zu keiner Zeit ein Fahrer seiner Position sicher sein. Nach elf Runden ging schliesslich Philip Harper auf seinem Ralt RT1 als Sieger aus dem Duell mit Matthew Watts hervor und bewies damit den Wert seiner langjährigen Rennerfahrung.

Ralt RT1 (1978) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Dahinter kämpften Peter Meyrick auf March 782 und Hans Peter auf einem Ralt RT1 um den dritten Platz, der Schweizer Peter konnte sich dabei durchsetzen. Im nicht weniger spannenden zweiten Rennen war Meyrick erfolgreicher und erreichte den zweiten Platz hinter Philip Harper, auf dem dritten Rang lief wiederum Hans Peter ein.

CER1 - Rennprototypen (1966-1971) und GT (1966-1974)

Ein wahrhaft beeindruckendes Starterfeld präsentierte sich im Rennen der “Classic Endurance Racing 1”: Porsche 908, Porsche 910, Chevron B 16, McLaren M1B, Lola T70, Porsche 911 RSR, Chevrolet Corvette, Ford GT 40, Ferrari Daytona. Da wurden Erinnerungen an die guten alten Zeiten des Langstreckensports wach, als Piloten noch mit übersteuernden und rutschenden Rennwagen kämpften.

Sandy Watson/Martin O’Connell liessen der Meute der Lola T70 auf ihrem Chevron B19 von 1971 keine Chance, erkämpften sich die Pole Position und den Sieg im Rennen über 23 Runden mit einem Schnitt von 157,3 km/h. David Hart, der Sieger vom Vorjahr, wurde auf dem Lola T70 sicherer Zweiter, während hinter ihm Marc Hevia auf dem McLaren M1B mit Marc Devis auf einem weiteren Lola T70 um den dritten Platz kämpfte.

Porsche 908/4 (1970) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

In der GT-Klasse fand der klassische Kampf zwischen Porsche und Ferrari statt, den Didier Denat auf seinem 911 RSR 3.0 schliesslich gegen Jean-Michel Martin auf dem Ecurie Francorchamps Ferrari Daytona für sich entschied, gefolgt von zwei weiteren Porsche.

Rangliste Prototypen:

1. Sandy Watson/Martin O’Connel, Chevron B 19 FVC (1971), 23 Runden
2. David Hart, Lola T70 Mk III B (1969), 23 Runden
3. Marc Devis, Lola T70 Mk III (1969), 23 Runden
4. Marc Hevia, McLaren M1B (1966), 23 Runden
5.  Alberto Francioni, Lola T70 Mk III (1968), 22 Runden

Rangliste GT:

1. Didier Denat, Porsche RSR 3.0 L (1974), 21 Runden
2. Jean-Michel Martin, Ferrari Daytona Gr IV (1970), 21 Runden
3. Wolfgang Kaufmann, Porsche 911 RSR (1974), 21 Runden
4. Bernhard Moreau, Porsche 911 RSR 2.8 (1973), 21 Runden
5. Juan Orjuela/Santiago Orjuela, Porsche RSR 3.0 L (1974), 21 Runden

CER2 - Rennprototypen (1972-1979) und GT (1975-1979)

Wie schon bei den älteren Rennprototypen behielt ein Chevron auch beim Feld der Fahrzeuge von 1972 bis 1979 die Oberhand. Einmal mehr blieben Sandy Watson/Martin O’Connel auf ihrem Chevron B36 von 1976 siegreich. Dahinter aber tobte ein spannender Kampf zwischen Patrice Lafargue auf dem Lola T 298, Loic Deman im Osella PA4 und Dominique Guenat auf einem Lola T 286. Der Rad-an-Rad-Kampf wurde dann durch einen wilden Abflug Dominque Guenats beendet, als er in der schnellen Kurve von Blanchimont die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, was glücklicherweise ohne ernste Folgen für den Piloten ausging.

Nach fünf Runden hinter dem Safety Car wurde die Schlacht um den dritten Platz zwischen Loic Deman, Marc Devis, Eric Mestdagh und Michel Quiniou neu lanciert. Schliesslich konnten Devis/Regout auf Lola T 298 BMW den dritten Rang nach Hause fahren.

Bei den GT-Fahrzeugen dominierte Nicolas D’leteren auf dem Porsche 935 K3, bis ein elektrisches Problem ihn (wie schon im Training) zum Zuschauen zwang. Es erbte Christian Traber auf dem BMW M1, nachdem er Ralf Heisig auf dem 1976-er-Turbo nach einem 21-Runden-Kampf niederringen konnte.

Porsche 935 K3 (1979) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Rangliste Prototypen:

1. Sandy Watson/Martin O’Connel, Chevron B36 BDG (1976), 21 Runden, 144,9 km/h
2. Patrice Lafargue, Lola T 298 BMW (1979), 143,3 km/h
3. Marc Devis/Hervé Regout, Lola T 296 BMW (1976), 143,1 km/h
4. Eric Mestdagh, GRD 73 S BMW (1973), 142,0 km/h
5. Jean Guikas, Porsche 908/4 (1970), 141,4 km/h

Rangliste GT:

1. Christian Traber, BMW M1 (1979), 21 Runden, 140,0 km/h
2. Rolf Heisig, Porsche 911 Turbo (1976), 21 Runden, 139,9 km/h
3. Michael Föveny/Roitmayer, Porsche 935 (1978), 20 Runden, 136,0 km/h
4. Eric Maris, Porsche 935 (1979), 132,6 km/h
5. Jean-Marc Merlin/Yvan Mahe, Porsche 935 (1978), 130,7 km/h

Sechzigerjahre-GT-Langstreckenfahrzeuge (GT vor 1966, Sportwagen vor 1963)

Einige der legendärsten Fahrzeuge der Fünfziger- und frühen Sechzigerjahre gingen in einem Lauf über zwei Stunden an den Start. Vom Lotus Elite, über die kraftstrotzenden AC Cobra bis zu den schönen Ferrari 250 GT SWB und den kreischenden Porsche 911, alle waren sie am Start.

Die Geschwindigkeitswertung wurde erwartungsgemäss eine Cobra-interne Sache, während bei der Index-Wertung, die älteren und leistungsschwächeren Fahrzeugen bessere Chancen lässt, ausschliesslich Lotus auf den ersten drei Plätzen auftauchte.

AC Cobra (1963) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Rangliste Geschwindigkeitswertung:

1. Alex Van der Lof/Shirley Van der Lof, AC Cobra (1965), 39 Runden, 135,4 km/h
2. Dominque Guenat/Yvan Mahe, AC Cobra (1964), 38 Runden, 130,7 km/h
3. Olivier Cazalieres, AC Cobra (1965), 38 Runden, 129,2 km/h
4. Jean-Marc Merlin, AC Cobra (1963), 37 Runden, 133,8 km/h
5. Claude Nahum/Bernard Thuner, Jaguar E-Type (1964), 37 Runden, 126,5 km/h
6. Christian Traber/Kilian König, Ferrari 250 GT Berlinetta (1960), 37 Runden, 125,7 km/h
7. Jean Bussolini, Porsche 911 (1965), 36 Runden, 124,8 km/h
8. Gérard Dubois/Claude Gonzales, Jaguar E-Type (1964), 36 Runden, 124,8 km/zh
9. Gaby von Oppenheim/Marc de Siebenthal, Porsche 11 (1965), 36 Runden, 124,3 km/h
10. Christian Dumolin/Chrostphe Van Riet, Ferrari 250 GT Berlinetta (1962), 36 Runden, 123,8 km/h

Rangliste Indexwertung:

1. Gilles Couraudon, Lotus Elite (1960), 29 Runden
2. Jean-Pierre Hubin/Thierry Durecu, Lotus Mk 9 (1955), 31 Runden
3. Francois Marbeck/Thomas de Bellaigue, Lotus Elite (1961), 31 Runden
4. Christian Traber/Kilian König, Ferrari 250 GT Berlinetta (1960), 37 Runden
5. Grégoiry Noblet/Adrian Stoop, Alfa Romeo 1600 GTA (1965), 35 Runden

Trofeo Nastro Rosso - italienische GT-Fahrzeuge bis 1965

Man hätte sich beinahe an einem Concorso d’Eleganza währen können, hätten die wunderschönen italienischen Fahrzeuge nicht Startnummern und die Fahrer Helme getragen. Die Piloten zeigten sich von den versammelten Millionen aber unbeeindruckt und lieferten packenden Rennsport.

Im Training hatte Michael Erlich in seinem Bizzarrini 5300 GT klar die Pole Position errungen, mit 1,3 Sekunden Vorsprung auf Vincent Gaye auf einem Ferrari 275 GTB/c, gefolgt von Eric Mestdagh auf einem Bizzarrini 5300 GT.

Bizzarrini 5300 GT (1965) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Im ersten Renn dann duellierten sich Erlich und Gaye, bis beide mit einem Motorschaden ausfielen. Eric Mestdagh profitierte, wurde nach dem Zieleinlauf aber auf den zweiten Platz zurückversetzt, weil seine Zündung nicht regelkonform war, womit der Sieger Hugenholtz auf Ferrari 250 GT Drogo hiess.

Im zweiten Rennen durfte Vincent Gaye auf dem Ecurie Francorchamps Ferrari 250 GT SWB vom letzten Startplatz starten. Nach vier Runden lag er an der Spitze und gab diese bis zum Ziel nicht mehr ab. Den Zuschauern blieb fast die Luft weg, wenn Gaye im Powerslide durch die schnelle Eau Rouge Kurvenkombination donnerte. Dahinter duellierten sich Adrian Kraft und Hugenholzt, am Ende behielt Kraft auf dem Maserati Tipo 63 das bessere Ende für sich.

Ferrari 250 GT Drogo (1961) - Spa Classic 2012
Copyright / Fotograf: Julien Mahiels

Rangliste Rennen 1:

1. Hans Hugenholtz/David Hart, Ferrari 250 GT Drogo (1961), 15 Runden, 136,2 km/h
2. Eric Mestdagh, Bizzarrini 5300 GT (1964), 15 Runden, 136,1 km/h
3. Grégory Noblet, Ferrari 275 GT (1965), 15 Runden, 133,6 km/h
4. Alex Bell, Iso A3C (1965), 15 Runden, 132,8 km/h
5. Adrian Kraft, Maserati Tipo 63 (1960), 15 Runden, 132,2 km/h
6. Carlo Vögele, Maserati 300 S (1955), 15 Runden, 132,1 km/h
7. Lukas Hüni/Conrad Ulrich, Maserati A6 GCS (1954), 15 Runden, 131,9 km/h
8. Jérémy Lancksweert, Bizzarrini 5300 GT (1965), 15 Runden, 131,8 km/h

Rangliste Rennen 2:

1. Vincent Gaye, Ferrari 250 GT SWB, 15 Runden, 138,5 km/h
2. Adrian Kraft, Maserati Tipo 63 (1960), 15 Runden, 137, 3 km/h
3. Hans Hugenholtz/David Hart, Ferrari 250 GT Drogo (1961), 15 Runden, 137,3 km/h
4. Christian Traber/Kilian König, Ferrari 250 GT Berlinetta (1960), 15 Runden, 134,0 km/h
5. Carlo Vögele, Maserati 300 S (1955), 15 Runden, 132,6 km/h
6. Conrad Ulrich, Maserati 300 S (1955), 15 Runden, 132,1 km/h
7. Lukas Hüni/Conrad Ulrich, Maserati A6 GCS (1954), 15 Runden, 131,9 km/h
8. Alex Bell, Iso A3C (1965), 15 Runden, 131,9 km/h

Die detaillierten Ergebnisse finden sich auf der Ergebnis-Website der Spa Classic .

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