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Retro-Racing in Thailand – Ein Blick in die fernöstliche Motorsport-Szene

Erstellt am 7. April 2016
, Leselänge 5min
Text:
Roland Hurni, Balz Schreier
Fotos:
Roland Hurni 
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Best Of Grid Girls Thailand
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Fotos der "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand" Serie

Gewisse Tätigkeiten werden von Menschen weltweit ausgeführt, aber in jeder Kultur oder jedem Land werden diese anders gelebt und umgesetzt. Kulturelle Unterschiede sind spannend und bereichern unser Leben, dies betrifft eigentlich jede Tätigkeit auf dieser Welt, sei es Kochen und Essen, Kunst, Architektur, Musik, Literatur oder auch ganz generell das soziale Zusammenleben. Diese Unterschiede gibt es deshalb auch in der Welt der Autos, zum Beispiel im historischen Motorsport.

Bild Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
Retro-Race in Thailand: True Visions Serie

Nur schon in Europa unterscheiden sich solche Veranstaltungen deutlich: Portugal vs Nürburgring vs Goodwood? Oder Japan vs USA? Wie wäre es mit Thailand? Da werden wohl zuerst Bilder von wunderschönen Stränden und feinem Essen im Gedächtnis geweckt, aber selbst dort gibt es eine lokale Rennszene und die wird in diesem Bericht vorgestellt.

Bira Rennstrecke als Treffpunkt

Zwei Autofahrstunden südöstlich von Bangkok befindet sich der weltbekannte Touristenort Pattaya. Nach einer weiteren halben Stunde ins Landesinnere erreicht man den Bira Circuit, Thailands bedeutendste Rennstrecke. Diese wurde 1985 erbaut und bietet auf ihrer Länge von 2,41 Kilometern einige knifflige Passagen, die Rennfahrer aller Erfahrungsstufen herausfordert, Highlight ist aber die längere Downhill-Sektion mit zwei schnellen S-Kurven.

Bild Layout der Rennstrecke Bira Circuit in Thailand
Layout der Rennstrecke Bira Circuit in Thailand

Der Bira Circuit ist aber nicht die einzige Rennstrecke Thailands. Da wären noch der Buriram Chang International Circuit (seit 2014), der Kaeng Krachan Circuit (seit 2010) und die Stadtkurse in Bangsaen Beach und Chiang Mai (dort allerdings ohne Retro Rennen). Der Bonanza Circuit wurde geschlossen, dafür ist per September 2016 eine neue grössere Rennstrecke in Sri Racha geplant.

Hauptmagnet ist allerdings der Bira Ciruit, jedes Jahr finden dort etliche Rennen statt, viele organisatorisch in einer Renn-Serie zusammengefasst, so dass am Ende der Saison auch Gesamtsieger gefeiert werden können. Unter verschiedenen Organisatoren wie zum Beispiel ”Super One Race” finden im historischen Bereich die Läufe der ”Retro Car Racing" statt.

Bild Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"
Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"

Thailändische Rennfahrer - lokale Helden

Betrachtet man die Fahrer am Start, sieht man vor allem einheimische, jüngere Männer aus der Umgebung von Bangkok. Eine Ausnahme ist eine Frau aus Hua Hin, welche im unübersehbar farbigen Mini stets am Start steht, eigentlich schon fast ein "Art-Car".

Bild Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Petch Hongthong, eine junge Rennfahrerin aus Hua Hin (TH)
Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Petch Hongthong, eine junge Rennfahrerin aus Hua Hin (TH)

Einer der Spitzenfahrer ist Pichet Tanyakan, der unübersehbar mit seinem orangenen Toyota Nr. 66 auffällt.

Bild Pichet Tanyakan aus Bangkok - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
Pichet Tanyakan aus Bangkok - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie

Auch seine Frau, Sukanya Tanyakan, ist mit demselben Toyota manchmal unterwegs, dann allerdings in einer anderen Klasse (und wohl mit anderer Konfiguration). In beiden Fällen ist der Toyota sehr schnell und stets Kandidat fürs Treppchen.

Bild Sukanya Tanyakan, die Frau von am Steuer sitzenden Pichet Tanyakan, fährt manchmal auch mit diesem Toyota - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
Sukanya Tanyakan, die Frau von am Steuer sitzenden Pichet Tanyakan, fährt manchmal auch mit diesem Toyota - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie

Der Japaner Naoki Sakai im silbernen Toyota mit Nummer 18 ist ebenfalls stets einer der Topanwärter, er darf sich stolz auch zu den bisherigen Seriensiegern zählen.

Bild Einer der schnellsten: der Japaner Naoki Sakai am Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
Einer der schnellsten: der Japaner Naoki Sakai am Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
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«The Doc» - Dr. Iain Corness

Aus der Reihe der jungen Rennszene tanzt ein etwas in die Jahre gekommener Herr, der sich aber weder neben noch auf der Rennstrecke zu verstecken braucht. Aber nicht nur das Alter macht ihn speziell, er ist auch ein Zuwanderer, ein australischer Arzt, und fällt deshalb bei den sonst vorwiegend aus Thailand kommenden Piloten auf. Seine Name ist Dr. Iain Corness. Seit über 50 Jahren übt er den Rennsport aus und verfolgte parallel seine Karriere als Arzt, heute im Spital von Pattaya tätig. Auf der Rennstrecke fährt er Ford Escort, so wie vor 40 Jahren auch schon...

Bild Der australische Arzt und Rennfahrer Dr. Iain Corness am Steuer seines Ford Escort - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"
Der australische Arzt und Rennfahrer Dr. Iain Corness am Steuer seines Ford Escort - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"

Im Alter von 11 Jahren wurde er von seinem Vater mit an eine Motorsportveranstaltung genommen. Zum Erstaunen des Vaters, da er vorher keinerlei Affinität zu Autos gezeigt hätte, sei er vom Motorsport-Virus derart infiziert worden, dass er genau wusste, wo er sein Leben verbringen wollte: im Rennauto. Sobald er selber Auto fahren durfte, kaufte er sich einen MGA und änderte ihn für den Motorsport ab. Bald darauf wurde er von British Leyland offiziell im Werksteam unter Vertrag genommen. Er fuhr dann lokale Rennen mit einem selbst aufgebauten MGB, der offensichtlich schneller als alle 2-Liter Alfa Romeos und gleich schnell wie die Hauptkonkurrenten Ford Mustang 289 war. Anscheinend gehörte jener MGB zu den schnellsten, die British Leyland je im Einsatz gehabt hätten.

Seit 40 Jahren fährt ”The Doc” in Ford Escorts, ”etwas von wenigen Sachen in meinem Leben, die sich nicht verändert haben”, meinte er lachend während einem Interview.

Das thailändische Retro-Motorsportleben

Eigentlich ist es ähnlich wie bei uns, wenn man da durch die Boxengasse und durchs Fahrerlager geht: überall wird an den Autos geschraubt, geredet und gelacht, für Fotografen posiert, es wird den Grid Girls nachgeschaut oder man sucht den Schatten in der ewigen Hitze. 

Bild Grid Girls bei Retro-Races in Thailand
Grid Girls bei Retro-Races in Thailand

Alles wirkt aber ein bisschen wilder und weniger formell als in den europäischen Breitengraden, in den Augen der Rennfahrer blitzt der Stolz hervor, dass sie es mit Helm und Overall an die Strecke geschafft haben und hinter ihnen zwei Mechaniker dem Auto den letzten Schliff verpassen. Viele Teams verfügen auch über einen Team Manager. Mit vier Personen (inkl. Rennfahrer) ist man dann aber auch schon dabei, und mit einem Auto natürlich. Nur wenige können sich ein grösseres Team leisten.

Bild B-Quick BMW mit Fahrer Natthaphon Ratthanawong aus Bangkok - mit komplettem B-Quick Racing Team - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
B-Quick BMW mit Fahrer Natthaphon Ratthanawong aus Bangkok - mit komplettem B-Quick Racing Team - Retro-Race in Thailand: True Visions Serie
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Tuning - ein Muss in Thailand!

Gerade bei den Autos stellt man den grössten Unterschied zur hiesigen Auto-Kultur fest. Man sieht keine wirklich alten, kostbaren Fahrzeuge, hier dominieirt die Youngtimergeneration mit ordentlichem Anteil an Tuning obendrauf. Je krasser modifiziert, desto besser. Dieser Trend ist in Thailand aber nicht nur im Motorsport "in" sondern auch auf der Strasse. Keiner lässt sein Auto wie es beim Kauf war, es wird ständig geschraubt und optisch "verbessert".

Bild In Thailand wird Tuning so richtig zelebriert und gelebt - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"
In Thailand wird Tuning so richtig zelebriert und gelebt - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"

Die Fahrer und Fans schätzen das aber und wollen das auch so. Authentische Rennfahrzeuge sucht man da vergebens. So müssen technisch interessierte Besucher immer gefasst sein, wenn sie unter die Motorhaube gucken. Oft steckt unter einer BMW Karosserie ein Toyota oder Nissan Motor. Was hier auf der Strecke rumfährt, sorgt wirklich für Abwechslung und die Fahrer schenken sich nichts.

Bild Auch mit Pickups wird um die Wette gefahren - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"
Auch mit Pickups wird um die Wette gefahren - Retro-Racing in Thailand - Serie "Nitto 3K Kumho Racing Car Thailand"

Dass wirklich alles getuned wird, sieht man sogar an den Sanitätswagen. Niederquerschnittreifen, Wide-Body-Kit und nebst Bett im pinken Interieur entdeckt man da noch ziemlich grosse Lautsprecher (die wohl nicht zur normalen Kommunikation vorgesehen sind).

Bild Retro Car Racing in Thailand - Selbst die Fahrzeuge der Sanität sind gepimpt
Retro Car Racing in Thailand - Selbst die Fahrzeuge der Sanität sind gepimpt

Kampf der Zwerge im fernen Osten

In Europa kennt fast jeder begeisterte Motorsportler die Rennserie ”Kampf der Zwerge”, ein Name, unter welchem unterschiedliche Rennserien für bestimmte Kleinrennwagen durchgeführt wird. Während hierzulande in diesen Serien Fahrzeuge wie Mini Cooper, NSU TT, Abarth 1000 und weitere teilnehmen dürfen, gibt es in Thailand ein Rennformat, das vorwiegend Minis anzuziehen scheint.

Bild Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Rennfahrer Toi Sanguansat mit Jahrgang 1955
Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Rennfahrer Toi Sanguansat mit Jahrgang 1955
Unter all den bunten Minis entdeckte man dann aber doch noch eine Ausnahme, einen hellgrünen Austin.
Bild Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Ein Austin als Exot
Retro-Racing in Thailand: Mini Cooper Serie - Ein Austin als Exot

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