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Rallye Monte Carlo 1980 - Von Michèle Mouton, Darniche und Molière

Erstellt am 21. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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1980 ist für Michèle Mouton die letzte erfolgreiche Rallye Monte Carlo. Sie erreicht den siebten Platz, wie schon 1979 und 1978. Françoise Conconi, Annie Arrii und ab 1981 Fabrizia Pons sind ihre Co-Pilotinnen. Mouton/Conconi gehören mit ihrem Werksauto Fiat 131 Abarth auch 1980 zu den Favoriten und endlich bringt es ein bekannter Journalist auf den Punkt:  „Die beiden Frauen fuhren wie letztes Jahr beherrscht und schnell und mancher Playboy bekamen bis zu ihrem Ausritt eine Ohrfeige nach der andern.“ Ohrfeigen hat schon in 60er-Jahren eine weitere Frau ausgeteilt: Pat Moss-Carlsson auf Saab. An der  Monte 1965 – bei Schneestürmen der ärgsten Sorte -  klassierten sich nur Böhringer und der überragend fahrende Mäkinen vor Pat Moss-Carlsson/Elisabeth Nyström.

1981 wird Michèle als erste Frau zusammen mit Patrizia Pons die zur Rallyeweltmeisterschaft zählende Rallye San Remo gewinnen.

Hier erlaube ich mir eine persönliche Anekdote einzustreuen. Dank Radio Monte Carlo auf Langwelle glaubte ich 1980, die Rallye Monte-Carlo live miterleben zu können. Der Empfang zu mir in die Innerschweiz war scheusslich – doch die Botschaft kam an. Da war ein Fahrer schrecklich krank. Bernard Darniche auf dem Chardonnet-Stratos. Eine fiebrige Erkältung, von Radio-Monte-Carlo geschickt aufgebauscht, verhalf ihm und der Rallye zu ungewöhnlicher Popularität. Frankreichs Hörer verfolgten mit grösster Anteilnahme den Leidensweg ihres Bernard. Körpertemperatur vor der Spezialprüfung, Körpertemperatur nach der Spezialprüfung, Anzahl und voraussichtliche Wirkung der verabreichten Pillen und Zäpfchen, der schlagartig erstellte Diätplan, die vom Masseur in Erwägung gezogene Spritze und dazwischen mit wimmernder Stimme Bernard persönlich. Ach wie er mir anfing, leid zu tun. Er sprach von seinen lahmen Reflexen, seiner Apathie und immer wieder vom Aufgeben. Im Verlauf der grossen Schlaufe fiel er auf den fünften Platz zurück. „Quelle malheure!“ Die Reporter ihrerseits schürten die Hoffnung bei uns Zuhörern – ich kam mir auch schon wie ein Franzose vor und zitterte um den pauvre Bernard - dass sich Bernard erholen-, gesunden- und in einer sensationellen Aufholjagd dem Walter Röhrl zeigen werde, wer hier zu gewinnen habe. Da gab es doch mal eine Komödie vom eingebildeten Kranken – hiess der nicht Molière und spielte er die Hauptrolle nicht selber? Mancher Franzose holte sich seinen R4 oder 2CV aus der Garage und machte sich auf zum Turini. Alle wollten dem armen Bernard ihre Verbundenheit zeigen und blieben prompt im Verkehrschaos des Jahres stecken. Die zwei letzten Spezialprüfungen mussten abgesagt werden, Bernard Darniche konnte seine Aufholjagd nicht zu Ende führen.

Am andern Tag erfuhr ich dann aus der Zeitung, dass ein gewisser Walter Röhrl zusammen mit Beifahrer Christian Geistdörfer die Rallye Monte Carlo gewonnen habe. Noch drei weitere Male wird Walter Röhrl die Monte gewinnen, wie dies auch dem Franzosen Jean Trévoux auf Delahaye und Hotchkiss gelungen ist.

P.S. Natürlich gäbe es von der Rallye noch viel zu erzählen. Angefangen bei Michèle Mouton, die zur Weltspitze gestossen ist, was Waldegard fasziniert, was den egozentrischen Andruet vergrämt. Oder Bettega, der zeitweise mit dem Fiat Ritmo auf den zweiten Platz driftet, Alén und Warmbold, die von der Strecke rutschen und aufgeben müssen, Kulläng der seit 13 Jahren Opel die Treue hält und auf der Burzet-Prüfung allen zeigt, was in einem älter gewordenen Schweden steckt und dass auch auf konventionell angetriebenen Fiats der Gesamtsieg möglich ist. Und wie soll Röhrl gesagt haben: „Das tut mir gut, ganz gut, die Freude rinnt mir rauf und runter!“.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Opel Ascona - Opel Ascona an der Rallye Monte Carlo 1980
Bild Fiat Ritmo Abarth - Bettega schaffte mit dem Fiat Ritmo Abarth den 6. Gesamtrang bei der Rallye Monte Carlo 1980
Bild Opel Ascona 400 - Der Opel Ascona 400 erreichte den 4. Platz an der Rallye Monte Carlo 1980
Bild VW Golf GTI - Eklund quer unterwegs im VW Golf GTI bei der Rallye Monte Carlo 1980
Quelle:
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