Rallye Monte Carlo 1976 - Stallorder, Munari und der P7

Erstellt am 21. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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Bei keiner anderen Rallye wird so viel Zeit und Geld in Gummimischungen gesteckt und bei keiner andern Rallye entscheidet die Reifenwahl so deutlich über Sieg und Niederlage. Sie erinnern sich: 1963 und 1964 beunruhigt Hakkapeliitta die etablierten Reifenfirmen. 1970 montiert Porsche Dunlop M+SE mit 540 Dreizack-Spikes aus einer Kobaltlegierung. Dieses absurde Ergebnis leistungsverrückter Reifentechniker wird durch einschränkende Vorschriften gestoppt. 1976 bringen neue Reglemente das Reifen-Roulette wieder in Gang.

Die Organisatoren erlauben einen einzigen Reifentyp. Nur eine Marke, nur ein Profil, nur eine Dimension. Doch die Werke finden eine Schwachstelle im Reglement und produzieren quasi in Handarbeit, Reifen mit identischem Profil und Dimension. Pirellis Wunderding heisst P7. Für die zu erwartenden, unterschiedlichen Strassenzustände werden verschiedene, sündhaft teure  Gummimischungen verwendet. Diese Einzelanfertigungen sind nur wenigen Werken zugänglich. P7 für die beiden Stratos von Sandro Munari/Silvio Maiga und Björn Waldegard/Hans Thorszelius, P7 für alle Abarth Spider von Fiat und auch P7 für Walter Röhrl, dem aufstrebenden Star auf Opel Kadett GT/E.

Gegen die Kombination Munari-Stratos-P7 und Waldegaard-Stratos-P7 haben alle andern Wagen keine Chance, trotz Weltklassepiloten wie Hannu Mikkola, Markku Alén, Roger Clark, Bernard Darniche, Walter Röhrl, Anders Kulläng oder Guy Fréquelin. Frankreichs Elite muss dieses Jahr grösstenteils zuschauen. Der Alpine-Renault A 110 hat die besten Jahre hinter sich und der neue A 310 ist ein Flopp und zu allem Frust verunglückt Jean Claude Andruet und wird ins Spital eingeliefert. Schnee fällt praktisch keiner  und auf den wenigen Eispartien  sind die P7 nicht zu schlagen, auch wenn am Turini von „Rallyefans“ bei tiefen Temperaturen Wasser auf die Fahrbahn spritzen.  Bereits vor der Nacht der langen Messer liegen Munari/Maiga und Waldegaard/Thorszelius uneinholbar voraus. Waldegaard kommt Munari immer näher. Getriebeprobleme so die offizielle Begründung.  Cesare Fiorio befielt Waldegaard den Gasfuss zu heben. Stallorder nennt sich sowas. Und Waldegard, der Söldner in italienischen Diensten, gehorcht. Munari gewinnt zum dritten Mal.

P.S. 1976 ist Schluss mit den 4‘000 Kilometer langen Anfahrten. Doch ganz auf die Sternfahrt will der Automobilclub de Monaco nicht verzichten. 1‘000 Kilometer bleiben übrig. Die Sternfahrt gehört eben zur Monte, wie der Stratos zu Munari. Gerne verzichtet würde auf all die hirnlosen Fans entlang des Turini. Sie werden nach dem Medienrummel von Burzet immer zum grösseren Problem – auch auf den Spezialprüfungen rechts der Rhône im Massiv Central oder der Ardéche.

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