Rallye Monte Carlo 1969 - Waldegard/Helmer zum ersten

Erstellt am 21. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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Bevor die Rallye Monte Carlo in die Siebzigerjahre driftet und grosse Zuschauermassen die Rallye fast zum Ersticken bringen, werfen wir einen Blick auf einige traditionelle Spezialprüfungen. Auf ihnen haben sich immer Sportdramen ereignet, sind Entscheidungen gefallen, Hoffnungen begraben, Sporthelden geboren und Pechvögel abgestürzt. So auch am Col de la Couillole und Col de Turini in der Schlussphase der Rallye 1969. 

Vic Elford erinnert sich an seinen letztjährigen Teufelsritt am Couillole, lässt die sechs Zylinder seines Porsches aufjubeln und macht auf Waldegard  zwölf Sekunden gut. Aber immer noch klafft zwischen den beiden eine Lücke von 86 Sekunden. Nun steuert Waldegaard am Servicepunkt bei Beuil höchst persönlich zur Dramatik bei. Bremsbeläge müssen gewechselt werden. In der Hektik überhört der Schwede beim Befehl “ no brakes“ das „no“. Die Bremskolben fliegen weg. Doch die Mechaniker bringen die Bremse wieder zum Funktionieren. Die bei der Improvisation verloren gegangene Zeit versucht Waldegaard auf der Überführung an den Start zum Turini einzuholen, kassiert aber doch noch vier Minuten an der Zeitkontrolle. Somit liegen Elford/Stone in Führung.

Doch die Engländer wissen nichts von Waldegards Verspätung. Mit vollem Risiko hetzt Elford den Turini hinauf, an den Abgründen vorbei, durch die engen Tunnels, über vereiste Brücken über die tief verschneite Passhöhe. Nicht minder angriffig ist seine Talfahrt. Die Uhren stoppen Bestzeit. Kurz nach dem Ziel rammt er einen Baum. Aus der Traum vom zweimaligen Monte-Sieg. Waldegard übernimmt wieder die Spitze vor Vinatier/Jacob auf Alpine-Renault und Larousse/Parramond auf Porsche 911 S. Bei der zweiten Couillolepassage kommt es zu einer weiteren Entscheidung. Larousse/Parramond verdrängen Vinatier/Jacob vom zweiten Platz. Die Rallye ist gelaufen. Auf den restlichen zwei Spezialprüfungen ändert sich nichts mehr an der Rangreihenfolge. Pat Moss-Carlsson/Elisabeth Nyström auf dem Lancia Fulvia holen sich den hervorragenden fünften Rang.

Col de Turini 

Kein Pass ist so verbunden mit der Rallye Monte-Carlo wie der Col de Turini. Der 22,4 km lange Pass von Moulinet (827 Meter) über die 1607 m hohe Passhöhe und dann steil hinunter nach la Bollène-Vésubie wird in beiden Richtungen gefahren. Spektakel pur bildet immer wieder die Passüberquerung. Von Moulinet herkommend, driften die Wagen durch eine  flache Rechts-Links-Kombination hinein in die steile, schmale und oft vereiste Talfahrt nach La Bollène-Vesubie hinunter. Und dies alles vor begeisterten Zuschauern, im Blitzlicht der Hobbyfotografen. Der Turini ist seit 1958 regelmässig im Programm und wird von beiden Seiten gefahren.

Pont des Miolans - St. Aubin

Die schnelle „Spéciale“ wird beim Punkt Pont des Miolans (604 m) gestartet. Links und rechts der Strasse Wald, Gebüsch, schnelle Vollgaskurven, unendlich lange Geraden, zwei Ortsdurchfahrten (Collonques und Briançonnet) , bergauf- und bergab und als Krönung die sehr schmale Strasse durch die Schlucht von St. Auban.

St. Barthélemy-de-Séchilienne – Lavaldens  

Unweit von Vizille führt die D 114 ab St. Barthélemy zuerst durch Wald, viele Spitzkurven, schnellem  Geschlängel auf 1‘380 Meter hinauf. „La Morte“ heisst die Hochfläche. Die Strasse wird zum holprigen Strässchen und dann geht’s in sehr schnellen, schmalen Geraden hinunter nach Lavaldens (1050). 18,5 Kilometer ist sie lang –  im oberen Teil oft eingeschneit, grob gepflügt.

Col de la Couillole

Die D 30 verbindet von Osten her St. Sauveur-sur-Tinée (500 m) via den Col de la Couillole mit Beuil (1'440m). Vom Süden her wird Beuil durch die Georges du Cians - berüchtigt aus der Zeit der Rallies in den 50er - erreicht.  Die SP stellt bei Schnee an Fahrer und Beifahrer höchste Ansprüche. Sie ist teilweise schnell, steil und sehr schmal – eine echte Herausforderung auf den 22 Kilometern Vollgas.

Burzet – Burzet

Die Spezialprüfung ab dem Dorfe Burzet zur Hochebene der Quellen von Loire und Ardèche und zurück nach Burzet (45 km) wird auch verkürzt bis Lachamp-Raphael gefahren. Die Hochebene ist allen Winden ausgesetzt. Bei Schneefall ist immer mit gossen Verwehungen zu rechnen. Fahrerisch stellt sie bei schneebedeckter Fahrbahn hohe Anforderungen, insbesondere auf der ultraschnellen D 122. Bekannt wurde Burzet 1973 durch die Disqualifikation der Privatfahrer und 1975 durch Nägel streuende Anwohner.

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