Rallye Monte Carlo 1953 - Maurice Gatsonides und sein Prinz

Erstellt am 20. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
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Am Herbstkongress 1952 der „Fédération Internationale de l’Automobile“ kommt es zur Gründung der Europameisterschaft für grosse Internationale Zuverlässigkeitsfahrten. Zugelassen sind nur serienmässige Modelle mit geschlossener Karosserie. Zehn verschiedene Rallies bilden die Basis. Die Rallye Monte Carlo im Januar 1953 eröffnet die Meisterschaft. Die 24. Rallye verläuft ruhig, mit wenig Spektakel, ohne Schnee und Eis, ohne schlechte Strassen. Eine zahme Rallye, die vielleicht leichteste bis anhin. Sie zeigt auch, dass in den 50er-Jahren nur das Wetter und seine Kapriolen zuständig für selektive Sternfahrten sind. „Uhren-Rallye“ sagen böse Zungen und ein enttäuschter Teilnehmer  meint: „Das Fahren kam bei dieser Rallye erst an letzter Stelle. In Konkurrenz standen hier Omega, Longines, Heuer, Zenith und andere bekannte Uhrenmarken. Die Wagen waren nur notwendige Hilfsmittel."

Ein weiterer tödlicher Unfall ereignet sich bei Lüttich. Der Engländer Buchanan ist das Opfer. Die Schweizer Rennfahrerin Rita Rampinelli und der Ballonfahrer Max Brunner haben mehr Glück. In der Automobil-Revue schildert die Cisitalia-Pilotin ihr Rallyeerlebnis bei Hechingen unweit der Burg Hohenzollern: „Max Brunner sah vor sich einen andern Konkurrenten und wollte sich ihm anhängen, bemerkte aber zu spät, dass er ein leichtes Gefälle vor sich hatte. Er konnte nicht mehr in den zweiten Gang zurückschalten und kam ins Schleudern. Den Wagen warf es zuerst auf eine kleine Böschung, von dort zurück über die Strasse, wo er sich viermal um die eigene Achse drehte, nochmals an eine Böschung prallte und sich dann überschlug und so, die Räder in der Luft, noch dreimal auf dem Eis rundum drehte. Ich hatte nur den einen Gedanken: Jetzt wird’s wohl aus sein. Als der Wagen endlich zum Stehen kam – er blieb glücklicherweise an einem Randstein hängen, sonst wäre er unweigerlich in den 15 m weiter unten fliessenden Bach gefallen – schaltete ich zuerst einmal die Zündung aus. Ich lag zuunterst, auf mir Max, übersät mit Glassplittern. Nach einer Weile kam Max wieder zu sich, versuchte die Tür zu öffnen, und so konnten wir uns aus dem Opel befreien. Aber da kamen schon drei Wagen hintereinander angebraust. Der erste kam gut durch, der zweite bremste, kam ins Schleudern und fuhr gegen die Böschung. Der dritte, ein Porsche, wählte im letzten Moment den Weg in einen Schneehaufen, wo er zum Stillstand kam. Mittlerweile war es halb drei Uhr früh und ich machte mich auf den Weg ins Dorf Haigerloch.“

P.S. Der holländische Rallyefuchs, Konstrukteur und Rennfahrer, Freund des Prinzen Bernhard der Niederlande und sein britischer Beifahrer Worledge bringen das Kunststück fertig, alle Zeitkontrollen mit total zwei Sekunden Abweichung von den Sollzeiten zu passieren. Dabei müssen auch die ungenau eingestellten Uhren der Zeitnehmer berücksichtigt werden! Genaues Eintreffen ist Glückssache. Am Col des Braus steht bei den Zeitnehmern eine einzige Handstoppuhr im Einsatz! Worledge hat im Ford Zéphir sechs zur Verfügung! Den Rechenschieberkampf verlieren das ebenfalls zur Elite gehörenden Ehepaar Appleyard und Stirling Moss mit John Cooper im Sunbeam-Talbot und sie müssen sich mit dem 6. Rang begnügen.

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