Le Mans Classic 2012 - Erinnerungen an legendäre Motorsportmomente

Erstellt am 9. Juli 2012
, Leselänge 13min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Balz Schreier 
149
Bruno von Rotz 
103
Beste Bilder
Plateau/Grid 1 (1923-1939)
Plateau/Grid 2 (1949-1956)
Plateau/Grid 3 (1957-1961)
Plateau/Grid 2 (1949-1956)
Plateau/Grid 3 (1957-1961)
Plateau/Grid 4 (1962-1965)
Plateau/Grid 5 (1966-1971)
Plateau/Grid 6 (1972-1979)

Wer den Film “Le Mans” von Steve McQueen gesehen hat, hatte an der diesjährigen Le Mans Classic wohl ein Deja-Vu-Erlebnis. Da war es wieder, das Tadütadü, das in den Boxen zu hören war und das die Motorengeräusche noch zu übertönen vermochte. Nur die schrille Glocke fehlte, die in Le Mans früher Unfälle ankündigte, Gottseidank. Die Autos von damals aber donnerten wie einst wieder die Hunaudières-Gerade hinunter - allen voran der Gulf-Porsche 917 und der rote Ferrari 512 M.

Die Le Mans Classic liess die alten Zeiten wieder aufleben. Rennen mit Autos aus sechs Epochen begeisterten die 109’000 Zuschauer, die trotz durchzogenem Wetter den Weg in die Sarthe gefunden hatten.

Eine der ganz grossen Veranstaltungen

Ein Leckerbissen ist sie für die Fans des historischen Rennsports, die Le Mans Classic. Sie ist eine Veranstaltung zum Anfassen und ein Fest für die Sinne. Kaum eine andere historische Rennveranstaltung kann auf eine derartig reichhaltige Geschichte zurückschauen wie Le Mans, wo bereits 1923 zum ersten Mal ein Rennen (und damit auch eine Party) über 24 Stunden durchgeführt wurde. Schon damals legten die Sieger André Lagache/René Leonard auf einem Chenard & Walcker Sport 2’209 km zurück, einem Schnitt von 92 km/h entsprechend.
Die Organisatoren der Le Mans Classic versuchten einmal mehr, ein reichhaltiges Programm mit vielen Highlights rund um die sechs mehrteiligen Rennen aufzustellen - mit Erfolg!

Ferrari 250 GTO Klassentreffen

38 Ferrari 250 GTO wurden zwischen 1962 und 1964 gebaut, zweimal konnte der für Rennsiege ausgelegte Gran Turismo die GT-Kategorie der 24 Stunden von Le Mans gewinnen, jeweils auch hervorragend im Gesamtklassement platziert. Zum fünfzigjährigen Jubiläum organisierte der GTO Owners Club ein “Klassentreffen” anlässlich der Le Mans Classic. 23 Fahrzeuge konnten gemäss Organisator zusammengeführt werden, immerhin 60% des ursprünglichen Bestands. Am Freitag fuhren die Autos einige Ehrenrunden und zeigten eindrücklich, dass selbst ein in wenigen Stückzahlen gebauter Klassiker in den unterschiedlichsten Formen daherkommen kann. Zusammen dürften sie weit über 250 Millionen Euro wert gewesen sein, die Fahrzeuge, die da durchaus auch in anderen Farben als Rot um den Rennkurs promenierten.

Marken-Clubs und der Charme der Infield-Parkplätze

Der Samstag Vormittag gehörte wie immer den Marken-Clubs (rund 170) und den vielen Oldtimer-Fans, die mit ihren rund 8’000 Klassikern angereist waren. Mehrere Stunden lang nämlich konnten Horden von Alpine, Jaguar, TVR, MG, Triumph, Aston Martin, Ferrari und über 70 weiteren Marken einige Runden auf dem berühmten Rennkurs von Le Mans drehen. Dass es dabei auch zu kleineren Unfällen und Remplern kam, ist angesichts des Eifers der Teilnehmer gut nachvollziehbar.


Le Mans Classic 2012 - Hunderte von Renault Alpine haben sich auf dem Marken-Club Gelände versammelt
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Eindrücklich waren auch die nach Marken geordneten Parkplätze im “Infield”. Nur selten sieht man grössere Ansammlungen rarer Automobile wie die Alpine A110 (rund 200) und die frühen Porsche-Modelle zeigten sich fast in der gesamten damals lieferbaren Farbpalette. Die Fédération Panhard gewann eine Auszeichnung für ihre Präsentation zu zwölf Jahren Präsenz bei den 24 Stunden von Le Mans, weitere Preise gingen an den Iso Rivolta Club, das Riley Register, den Bentley Owners Club und den Talbot Owners Club.

Jurierung von Le-Mans-Legenden

Etwas besonderes hatte sich der Le Mans Heritage Club einfallen lassen, eine Jury zeichnete besonders eindrückliche und gut erhaltene Le-Mans-Teilnehmerfahrzeuge der Vergangenheit aus. Den “Prix d’Excellence” erhielt der Briggs Cunninghams Cadillac “Le Monstre” von 1950. Weitere Spezialpreise gingen an den Matra MS 670, dessen Sieg sich nun zum vierzigsten Male jährt, den Bentley Embiricos, den Ferrari 250 TR und die Alpine A220. Die Klassensieger hiessen Tracta, Gordini 18 TS, Sunbeam Alpine, Ford GT 40 MkIIB (Chassis 1047), Rondeau M378 (nahm 10 Mal in Le Mans teil!) und Pescarolo C60 Hybrid. Die Fahrzeuge konnten in einer Sonderausstellung im “Infield” besichtigt werden und der eine oder andere Zuschauer kam sogar in den Genuss, Motorengeräusche zu hören.


Le Mans Classic 2012 - Matra-Simca MS 670 gewann beim Concours einen Preis der Jury
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Aber auch auf der Piste wurde rund um die Rennläufe einiges geboten, eine Mercedes-Benz-SL-Delegation feierte 60 Jahre SL, und auch dem kürzlich verstorbenen Carroll Shelby wurde Tribut gezollt.

Rennwagen stehen bei Artcurial hoch im Kurs

Renn- und Sportwagen offerierte das französische Versteigerungshaus Artcurial in einem Zelt im Infield. Rund neun Millionen Euro waren Bietern die teilweise überaus raren Klassiker wert. Für einen Ferrari 275 GTB von 1966 wurde die Rekordsumme von Euro 1’540’200 (inkl. Aufschläge) geboten, ein Peugeot Dal’Mat von 1938 wechselte für Euro 321’700 den Besitzer und auch ein Messerschmitt KR 200 fand für Euro 33’400 einen neuen Besitzer. Mit Euro 210’900 überstieg der Zuschlagspreis für einen als Scheunenfund und damit unrestauriert angebotenen Ferrari 250 GT von 1959 den Schätzpreis um das Doppelte.

Genaueres ist in einem separaten Bericht zur Versteigerung ersichtlich.

Rennsport in drei Teilen

Sechs Fahrzeugfelder (im Französischen “Plateau” genannt), organisiert nach Zeitepochen, traten bei der Le Mans Classic zu jeweils drei Rennen an. Einer der drei Rennläufe, die in Summe 2 Stunden 9 Minuten dauern, fand jeweils in der Nacht statt. Ein Wagen kann von einem oder mehreren Fahrern bewegt werden, ein Boxenstop pro Rennlauf ist obligatorisch und muss mindestens eine Minute und 30 Sekunden dauern.

Die Rennverläufe aller Plateaus werden weiter unten im Detail beschrieben.

Le Mans und das Wetter

Mancher Teilnehmer hatte wohl auf trockene und warme Wetterverhältnisse gehofft, doch es sollte anders kommen. Bereits am Freitag regnete es im Training, der Samstag war von teilweise heftigen Regenfällen gekennzeichnet. Nur die Rennläufe am Sonntag konnten bei zwar windigen, aber weitgehend trockenen Verhältnissen stattfinden.

Die ständigen Witterungswechsel provozierten viele Dreher und leider auch einige Kaltverformungen. Im Grossen und Ganzen liefen die Unfälle meist glimpflich ab, nicht zuletzt auch dank des hohen Sicherheitsstandards der heutigen Le-Mans-Strecke, die allerdings an einigen Ecken viel vom früheren Charme verloren hat.

Enger Ausgang in der Vorkriegsklasse (Plateau/Grid 1)

Nur 10 Sekunden trennten die Sieger Christian Traber/Bruce Trenery auf ihrem Talbot Lago von 1939 von J. Bronson/G. Burnett/R. Evans auf dem Talbot 105 von 1934. Dabei hatte es ursprünglich nach einem Sieg von G. Burnett/R. Evans/A. Ames auf einem weiteren Talbot 105 von 1934 ausgesehen, denn dieses Team hatte das Training und den ersten Lauf am Samstag Abend dominiert. Dritte wurden schliesslich R. D’Ieteren/J. Lamsand auf einem Alfa Romeo 8C von 1935.


Talbot Lago Ex Monoplace (1939) - Gesamtsieger im Plateau 1 (1923-1939) an der Le Mans Classic 2012 mit Traber/Trenery
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Christian Traber war überglücklich über seinen Gesamtsieg und meinte erklärend zur nicht optimalen Platzierung im zweiten Rennen:
“Ich bin zuvor mit dem Porsche 935 (Plateau 6) das Nachtrennen gefahren und gleich anschliessend in den Talbot umgestiegen. Da jedoch das Feld bereits das Pre-Grid verlassen hatte als ich unten ankam, musste ich als letzter starten und verlor bereits am Start einige Minuten auf die vordersten. Und da es noch nass war, konnte ich auch nicht voll fahren um Zeit gut zu machen. Da man im Plateau 1 jedoch sowohl bei trockenen wie bei nassen Verhältnissen mit denselben Reifen fährt, waren die Bedingungen für alle dieselben. Es war einfach verdammt glatt auf der nassen Strecke, vor allem auf den langen Geraden mit den riesigen Wasserfontainen hinter den Reifen.”

Das Fahrzeugfeld umfasste Fahrzeuge mit Jahrgang 1925 bis 1939, dominiert von den Marken Bugatti, Lagonda, Bentley und Talbot gewürzt mit Sportwagen von MG, Morgan, Rally, Salmson, Riley, Lorraine Dietrich, Aston Martin, BMW, Invicta, HRG, Delage, Singer, Delahaye, Lombard, Citroën, Stutz, Chrysler und Amilcar.

Es wurde tüchtig Gas gegeben und die Drifts in den engen Kurvenkombinationen waren sehenswert. Eine besondere Freude für das Publikum war der Simca 8 Spéciale Camerano Le Mans von 1938, der als “Limousine” unter all den offenen Sportwagen besonders auffiel.

Die Jaguar D-Type gewinnen wieder (Plateau/Grid 2)

Wie schon 1955, 1956 und 1957, als die Jaguar D-Type Le Mans gewannen, wurde das Feld für die Jahrgänge 1949 bis 1956 auch im Jahr 2012 vom legendären Jaguar-Sportwagen gemeistert. Mit gut 50 Sekunden Vorsprung auf das Schwesterfahrzeug von Monteverde/Pearson/Smith gewann G. Pickering, obschon es nach den ersten zwei Rennläufen nach einem Sieg von A. Buncombe auf dem Jaguar C-Type ausgehen hatte, der den Le Mans Start zum letzten Lauf an der Spitze zelebrieren durfte.


Jaguar D-Type (1955) vor dem Dunlopbogen - Gesamtsieger im Plateau 2 (1949-1956) an der Le Mans Classic 2012
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Obschon sechs der ersten zehn Spitzenplatzierten mit Fahrzeugen von Jaguar fuhren, war das Feld sehr vielfältig. Auf Platz drei lief schliesslich der bestplatzierte Mercedes-Benz 300 SL von Mulder/Simon/Kleissl/Kleissl ein, der beste Austin-Healey wurde Fünfter, der schnellste Aston-Martin DB3 erreichte Platz 7, der schnellste Triumph TR2 schaffte den 11. Platz, der bestplatzierte Porsche 356 lief auf dem 13. Platz ein. Der letzte Rennlauf wurde durch den massiven Einschlag des Maserati 300 S von Franco Meiners in die Boxenmauer überschattet, in dessen Folge eine Safety-Car-Phase nötig wurde.

Lotus siegreich bei den Jahgängen 1957 bis 1961 (PlateauGrid 3)

Dass der lauteste Rennwagen nicht immer der schnellste ist, zeigte sich eindrücklich im Feld der Fahrzeuge mit Jahrgang 1957 bis 1961. Wäre es rein nach Klangagressivität gegangen, dann hätte der Saab 93 von 1959 sicher einen der vorderen Plätze erreicht.

Sieger wurde überraschenderweise nicht eines der kraftstrotzenden Fahrzeuge mit Motor von Ferrari, Maserati, Aston Martin, Jaguar oder Chevrolet, sondern ein Lotus 15, gefahren durch Wells/Twyman/Pirro. Der Lotus 15 hatte allerdings schon in der Vergangenheit trotz seines kleinvolumigen Motors die Sportwagen von Ferrari schlagen können, wenn die Technik hielt.


Lotus 15 (1959) mit Emanuele Pirro - Gesamtsieger im Plateau 3 (1957-1961) an der Le Mans Classic 2012
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Hinter dem Lotus 15 lief der Aston Martin DBR1 von Fisken/Leventis ein, dem man die Spuren des harten Kampfes ansah, Dritter wurde der Ferrari 250 GT SWB von Vincent Gaye. Lange hatte es nach einem Sieg des bildhübschen Lister Costin Jaguar von Zak Brown ausgesehen, gewann dieser doch die ersten beiden Läufe. Technische Probleme zwangen ihn aber zur Aufgabe im dritten Rennen.

Das Fahrzeugfeld zeichnete sich durch Vielfältigkeit aus, die auch Platz für Raritäten wie die DB HBR Barchquette, den Peerless GT oder den Osca 1600 GTS Zagato liess.

Klarer Ford-GT-40-Sieg in der Klasse 1962 bis 1965 (Plateau/Grid 4)

Ein Rennen für hubraumgewaltige Sportwagen war die Klasse 1962 bis 1965. An der Spitze behaupteten sich drei Ford GT40 mit 4,7-Liter-Motoren. Dahinter aber folgte ein beherzt gefahrener Elva GT160 mit gerade einmal 1,6 Liter Hubraum, eine beeindruckende Leistung. Auf den weiteren Plätzen fuhren dann wieder Achtzylinder-Sportwagen der Typen, AC Cobra, Iso A3/C und Ford GT 40 ein.


Ford GT 40 (1965) Scuderia Filipinetti - Gesamtsieger im Plateau 4 (1962-1965) an der Le Mans Classic 2012
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Leider glänzten die damaligen Siegerfahrzeuge der Jahre 1962 bis 1965 weitgehend durch Abwesenheit, zu teuer und zu wertvoll sind sie wohl in der Zwischenzeit geworden.

Zuverlässigkeit zahlt sich in der Klasse 1966 bis 1971 aus (Plateau/Grid 5)

Das Rennfeld mit Sportwagen und Prototypen der Jahrgänge 1966 bis 1971 brachte das Publikum wohl fast am stärksten in die Vergangenheit zurück, fanden sich doch auf der Starterliste viele berühmte Sportwagen mit echter Le-Mans-Geschichte. Gleich drei Porsche 917 waren vor Ort, mehrere Ferrari 512 M, drei Alfa Romeo 33, eine Anzahl Lola T70, ergänzt um weitere Fahrzeuge der Marken Porsche, Ferrari, Chevron, Ford, Chevrolet, Alpine und Lotus. Ein Highlight war sicherlich der Howmet TX mit Gasturbine. Wie ein startender Helikopter tönte der vorbeisausende Howmet, wenn das Triebwerk über 40’000 Umdrehungen leistete. Leider schaffte es dieser revolutionäre Rennwagen nicht in das dritte Rennen, er schied in der Nacht aus.


Lola T70 MKIII (1967) von Bernard Thuner (CH) - Gesamtsieger im Plateau 5 (1966-1971) auf dem schnellsten Streckenabschnitt zwischen Mulsanne und Indianapolis an der Le Mans Classic 2012
Copyright / Fotograf: Balz Schreier

Während alle Porsche 917 ausfielen, hielt der Lola T70 Mk II des Schweizers Bernhard Thuner durch, er gewann mit deutlichem Vorsprung. Der Trainingsschnellste Porsche 917 von Attwood/Schuppan fuhr keine einzige Rennrunde, die anderen beiden schafften es immerhin ins erste, respektive zweite Rennen. Auch die Ferrari 512 M vermochten nicht zu brillieren, so dass der Porsche 908/3 von Goethe/Giroix und die Alpine A 220 von Sepak/Bourdin auf das Podest kamen.

Akustisch war dieses Feld sicher eines der interessantesten, denn es waren verschiedene Motorkonzepte (Hubkolbenmotor, Wankelmotor), Hubräume und Zylinderzahlen von 4 bis 12 am Start.

Durchmischung bei den neuesten Rennwagen (Plateau/Grid 6)

Porsche war einer der dominierenden Le-Mans-Siegesfahrzeughersteller und mit dem 936 war denn auch ein ehemaliger Le-Mans-Sieger am Start. Eine Horde von 935 und 911 rundeten das Porsche-Feld ab. Darum herum aber fanden sich mehrere Ferrari 512 BB/LM, ein De Tomaso Pantera Gruppe 4, je eine Handvoll BMW 3.0 CSL und M1 Coupé, sowie Sportwagen von Cheetah, Lola, Chevron, Osella, Mirage und Sauber. Die GT-Fraktion wurde ergänzt durch mehrere Ford Capri, zwei gewaltige Dodge Charger und Ford Gran Torino und mehrere Chevrolet Corvette. Zu den Exoten gehörten sicherlich der Ligier JS2, der Inaltera, aber insbesondere der Moynet LM, der 1975 mit einer reinen Damenbesatzung (Christine Dacremont, Michèle Mouton, Marianne Hoepfner) an den 24 Stunden von Le Mans teilnahm und den Zweiliter-Sieg errang.


Gulf Mirage (1972) kurz vor Dunlop - Gesamtsieger im Plateau 6 (1972-1979) an der Le Mans Classic 2012
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Nicht die favorisierten Porsche aber trugen den Sieg nach Hause, sondern der Gulf Mirage von C. Mac Allister, gefolgt vom BMW M1 der Besatzung Hinderer/Stretton/Hinderer. Technische Probleme, Fahrfehler und Wetterpech - so begann es zum Beispiel einmal während der Einführungsrunde stark zu regnen, und nicht alle Fahrzeuge konnten mehr rechtzeitig Reifen wechseln, weil sie bereits bei der Boxeneinfahrt vorbei waren - spülten die Trainingsschnellsten Porsche 935 und 936 genauso nach hinten, wie den wunderschönen De Cadenet-Lola, der den ersten Rennlauf klar für sich entschieden hatte.

Auch der Schweizer Christian Traber konnte seinen schnellen Porsche 935 trotz mehrerer beeindruckender Aufholjagden nicht wie erwartet auf einen der ganz vordersten Plätze fahren, weil er mehrfach Pech mit Safety-Car-Phasen hatte oder nicht rechtzeitig von Slicks- auf Trockenreifen wechseln konnte.

Indexwertung mit Überraschungen

Bei der Indexwertung werden nicht nur die zurückgelegten Runden und gemessenen Zeiten berücksichtig, sondern auch Baujahr und Leistung der Fahrzeuge, um auch älteren und leistungsschwächeren Wettbewerbern eine Chance auf vorderste Plätze zu geben.

Bei den Vorkriegsfahrzeugen gewann R. Emmerling auf einem Riley Brooklands die Indexwertung, bei den Fahrzeugen mit Jahrgang 1949 bis 1956 hiess der Sieger M. Hoble auf einem Triumph TR2, die Kategorie der Epoche 1957 bis 1961 entschieden R. Wils/J. Twyman auf einem Lotus Elite für sich, bei den Sportwagen mit Jahrgang 1962 bis 1965 setzten sich L. Gahtercole/D. Gathercole auf einem Lotus Elan durch, das Plateau mit Fahrzeugen der Jahrgänge von 1966 bis 1971 wurde durch P. Chau auf einem Ford Shelby Mustang GT 350 angeführt und bei den jüngsten Rennwagen mit Jahrgängen von 1972 bis 1979 erhielten  M. Mahy und N. Engels auf einem BMW 2002 Heidegger die Siegestrophäe.

Internationales Teilnehmerfeld

Traditionsgemäss bildeten die Franzosen mit 195 Fahrern den Hauptharst des Teilnehmerfeldes, gefolgt von 120  Engländern, 57 Deutschen und 38 Schweizern. Einige Fahrer nahmen weite Anreisen aus den USA, Brasilien und sogar Australien in Kauf.

Prominenz greift ins Lenkrad und zum Mikrophon

Eine ganze Reihe von ehemaligen Le-Mans-Siegern war in Le Mans vor Ort, Derek Bell griff ins Lenkrad eines Bentley 4,5 Liter Vorkriegsrennwagen, Jean-Pierre Jassaud fuhr eine Alpine A442B, mit der er 1978 Le Mans gewann! Richard Attwood und Vern Schuppan zeigten bis zum Ausfall ihre Klasse im Porsche 917. Aber auch eine ganze Reihe "moderner" Rennfahrer machte ihre Aufwartung in alten Rennwagen, unter ihnen Yvan Muller, Emanuelle Pirro, Eric Hélary und die charmante Schweizerin Natacha Gachnang.

Und wer von der Prominenz nicht selber fahren konnte, der sprach ins Mikrophon, wie Vic Elford oder schwang die Startfahne wie Jean Todt.

Keine Langeweile - Unterhaltung rund um die Uhr

Die Le Mans Classic war einmal mehr ein einmaliger Anlass, ähnlich wie bei den “modernen” 24 Stunden wurde auch dieses Jahr von Samstag bis Sonntag rund um die Uhr gefahren. In der Nacht sorgte ein Nachtclub für zusätzliche Unterhaltung, die Rennläufe folgten in kurzen Abständen. Drei der sechs “Grids” wurden mit Le-Mans-Start auf die Reise geschickt, ein Spektakel, das Publikum und Fahrer begeisterte und sicher einen Teil des Reizes der Veranstaltung ausmacht.

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