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Bild (1/1): Willy Peter Daetwyler bereitet sich beim Preis von Bern 1952 auf den Kampf gegen die deutsche Mercedes-Armada vor - mit Krawatte (© BB-Archiv, 1952)
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    Daetwyler gegen Caracciola und Co. am Preis von Bern 1952

    Erstellt am 8. Februar 2011
    Text:
    Bernhard Brägger
    Fotos:
    BB-Archiv 
    (2)
     
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    Natürlich wollte ich, Bernhard Brägger, Willy Peter Daetwyler auch an einem Rundstreckenrennen im Einsatz sehen. Dazu drängte sich der Grand Prix auf der Bremgartenstrecke auf. Die Werbetrommel für das grösste eidgenössische Motorsportspektakel 1952 wurde auch im Kandertal gehört und ich musste mit meinem Drängen meine Eltern ziemlich genervt haben. Jedenfalls stiess ich auf völlig tauben Ohren. Schmollend zog ich mich in einen finsteren Winkel unseres Hauses zurück. Und als ich am Rennsamstag vom 17. Mai zu allem Unglück noch zu einem Krankenbesuch im Inselspital in Bern verknurrt wurde, war meine Stimmung endgültig im Eimer. Nur aus weiter Ferne sah ich die Rennwagen zum Start vorfahren und der Sound der damaligen Renn- und Sportwagen drang nur schwach durch die dicke Verglasung. Hart waren sie, die Erziehungsmethoden in den 50er-Jahren! So musste ich am Montag aus der Tageszeitung „Der Bund“ vom unsäglichen Pech meines Idols erfahren.

    Erstmals seit 1939 erschien Mercedes-Benz wieder in Bern. Rudolf Caracciola, Hermann Lang, Karl Kling, Fritz Riess! Was für Namen – die ganz grossen aus dem Mercedes-Benz-Rennstall des Alfred Neubauer. Alle auf den brandneuen 300 SL-Coupés, den 6-Zylindern mit 170 PS. Daetwyler erhielt von Ferrari den Typ 340 America mit dem 4,1-Liter-V-12-Motor geliehen. Im Training zum „Preis von Bern“ fuhr der Zürcher auf dem 260 PS starken Werkswagen die Deutschen in Grund und Boden. 5 Sekunden vor Kling, dann Caracciola, Lang und der Engländer Parnell auf Aston Martin. Das heizte das Publikumsinteresse an. „Der Grosse Preis der Schweiz“, das Rennen der Grand-Prix-Wagen mit Fahrern wie Taruffi, Farina, Manzon und den beiden Schweizern Fischer und de Graffenried wurde regelrecht zum „Petit Prix“ degradiert.

    Sonntag 13.50 Uhr. Rennleiter Massara senkte die Startflagge. Das Feld preschte an der Tribüne vorbei und entschwand in Richtung Kieswerk – ausser einem. Richtig, der  Ferrari. Kaum gestartet, blieb er schon liegen und musste zur Seite geschoben werden. Aus! Ob Daetwyler das Desaster selber verschuldete oder ob ein mechanischer Defekt vorlag? Spekulationen machten die Runden, sorgten für Schlagzeilen. Tagelang! Das Rennen gewann Karl Kling. Doch dies war für mich ohne Bedeutung mehr, abgesehen davon, dass ich den Zusammenhang zwischen Gasgeben, Einkuppeln und einer gebrochenen Antriebswelle sowieso nicht verstand.

    Erstmals hörte ich an diesem GP von einem Rennfahrer Rudolf Caracciola und seinem schweren Unfall im Mercedes auf der Anfahrt zur berüchtigten Forsthauskurve. Caracciola raste wahrscheinlich wegen defekter Bremse gegen einen Baum. Schwere Schenkelfrakturen bedeuteten das Ende der Karriere dieses außergewöhnlichen Rennfahrers. Caracciola sollte mir erst 20 Jahre später zum Begriff werden – damals als ich begann, mich mit den Klausenrennen in den 20er- und 30er-Jahren zu beschäftigen.

    Im Grossen Preis der Schweiz holte sich der Schweizer Rudolf Fischer hinter Piero Taruffi (beide auf Ferrari 500) den sensationellen 2. Rang.

    Quelle:

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